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Chronik 1682 - Zwei Zaren – ein Thron und Frankreich im Glanz des Absolutismus

Der russische Zar, Fjodor III. (1661-1682), der nicht alt wurde, aber seit 1676 auf dem Thron gesessen hatte, war am 7. Mai 1882 gestorben. Die Strelizen, die einst aus der Palastgarde hervorgegangen waren und längst ein gewaltiges Heer, die erste Berufsarmee in Russland bildeten und sich als die Musketiere des Zaren verstanden, begannen kurz darauf einen Aufstand. Sie forderten, dass die Machtbefugnisse zwischen den Zaren Iwan IV. (1666-1696) und Peter I. (1672-1725) aufgeteilt werden sollten. Tatsächlich wurde dieser Thronfolge-Kompromiss geschlossen. Zwar war Iwan der offizielle Thronfolger, doch aufgrund seiner schwachen Gesundheit und der Tatsache, dass er geistig minderbemittelt war, wurde Peter zum Mitregenten ernannt. Das führte zwar zu Streitigkeiten, aber an der Tatsache war nichts zu rütteln. Iwan war der erste Zar und Peter war der zweite Zar. Die Schwester der beiden Zaren, Sofia Alexejewa (1657-1704), war die Regentin des Landes, da Peter erst zehn Jahre alt und Iwan auch noch nicht volljährig war. Iwan spielte in der russischen Politik nie eine große Rolle. Aus Peter wurde später „Peter der Große“, was sich allerdings zunächst auf seine Körpergröße von 2,15 m bezog. Doch dieser Riese an Wuchs, so belegen es zeitgenössische Angaben, wurde einer der bedeutendsten Herrscher Russlands. Die beiden Zaren wurden im Juni 1682 gemeinsam inthronisiert und die ältere Schwester Sofia übernahm die Amtsgeschäfte. In Frankreich waren indessen im März des Jahres 1682 die „gallikanischen Artikel“ von der Generalversammlung des französischen Klerus verkündet worden. In denen war ausdrücklich die Selbständigkeit der französischen Kirche und der Könige von Frankreich gegenüber dem Führungsanspruch des Papstes betont worden. In jenem Jahr vollzog sich auch ein gewaltiger Umzug. Der Hof des Königs Ludwig XIV. (1638-1725) wechselte sein Domizil. Von Paris zog er in das umgebaute Schloss Versailles. Mit diesem Umzug in das prunkvolle Ambiente von Versailles hatte der Höfische Absolutismus in Frankreich seinen Höhepunkt erreicht. Die Machtvollkommenheit eines einzelnen Monarchen, nämlich die des Sonnenkönigs, gipfelte darin. Der König war in allem beherrschend. Sogar seine Kleidung wurde nachgeahmt, nicht nur in Frankreich. Sie war eine Vorgabe, die auch an anderen europäischen Höfen nach diesen Vorgaben getragen wurde. So gesehen war Ludwig XIV. nicht nur ein Herrscher, sondern auch ein Modeschöpfer. Wer etwas auf sich hielt, trug, was der französische Hof trug. Der Franzose Robert Cavalier de La Salle (1643-1687) war als wohlhabender Kaufmannssohn ohnehin nach neuester Mode gekleidet. Ob die ihm das aber wichtig war, ist ungeklärt. La Salle war vor allem ein Entdecker. Bei seinen Reisen und Expeditionen erreichte er als erster Europäer die Mündung des Mississippi River. Im April 1682 nahm er alle Gebiete am Mississippi für die französische Krone in Besitz. Er nannte das Territorium zu Ehren seines Königs Ludwig XIV. „La Louisiane“. Heute ist das Gebiet ein US-Bundesstaat und heißt Louisiana. Das Jahr 1682 war auch das Jahr, in das zum ersten Mal die Erwähnung einer Schreibmaschine fiel. Zwar war nichts über einen Erfinder bekannt, auch das Modell dieser Schreibmaschine blieb unerwähnt, doch im Nachhinein hat diese Erwähnung doch etwas, was in Staunen versetzt.
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