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Literatur 1986 Das literarische Jahr

Das literarische Jahr 1986
Im Jahr 1986, das im Bewusstsein der Öffentlichkeit vor allem mit der Katastrophe im Atomkraftwerk in
Tschernobyl verknüpft ist, veröffentlichte Günter Grass seinen Roman „Die Rättin“. Grass, der mittlerweile als einer der bedeutendsten, wenn nicht der bedeutendste lebende Schriftsteller im deutschsprachigen Raum gilt, schreibt als vielseitig begabter Künstler nicht nur Romane und Gedichte, sondern betätigt sich auch als Bildhauer, Maler und Grafiker.
Mit „Die Rättin“ schloss Günter Grass indirekt an seinen erfolgreichen und grandios verfilmten Roman „Die Blechtrommel“ an und erschuf ein fiktives Bild einer vorstellbaren Zukunft, das mit aufklärerisch-didaktischen Zügen untermalt ist. Das erzählerische Werk ist durch verschiedene längere Gedichte gegliedert und verfolgt diverse narrative Stränge. Auch ist „Die Rättin“ in einem politisch-satirischen Kontext zu lesen und im Gesamtwirken ein äußerst komplexer Roman.

Nobelpreis für Literatur für Wole Soyinka
Bis zum Jahr 1986 hatte noch niemals ein Schriftsteller afrikanischer Abstammung den Nobelpreis für Literatur erhalten, in künstlerisch-kultureller Hinsicht war der Kontinent Afrika bis zu diesem Zeitpunkt eher stiefmütterlich behandelt und von der kunstinteressierten Öffentlichkeit kaum beachtet worden. Dies änderte sich jedoch, als der Schriftsteller Wole Soyinka mit der wichtigsten Auszeichnung der literarischen Welt geehrt wurde. Soyinka wurde im Jahr 1934 in Nigeria geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer christlich geprägten Familie auf. Während seiner Studienjahre und danach beschäftigte er sich mit englischer Literatur, Theater und Dramaturgie und trat im Jahr 1975 eine Professur in Vergleichender Literaturwissenschaft an.
Der nigerianische Philologe widmete sich nicht nur schöngeistigen Dingen, auch die Politik seines Landes war ihm ein wichtiges Anliegen, das er unter anderem in seinen Werken verarbeitete. Aufgrund seines Engagements und seines weltoffenen Denkens und seiner Orientierung wurde er im Jahr 1986 von der Nobelpreis-Jury in Stockholm mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Das literarische Werk des nigerianischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers umfasst ein breites Spektrum verschiedener Genres, so reicht sein künstlerisches Repertoire von Lyrik über Essayistik bis hin zu Erzählungen und Romanen.
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