Februar 1977 - Studieren, publizieren und ein Mord im Affekt

Kalender Februar 1977
Studieren ist ein teures Vergnügen, vor allem dann, wenn man nebenbei noch dafür sorgen muss, dass das Studium auch finanziert werden kann. Also lernen und arbeiten. Nicht ganz leicht. Eine kleine Erleichterung bahnte sich im Februar an. Auf Vorschlag von Bildungsminister Helmut Rohde hatte das Bundeskabinett eine Erhöhung der monatlichen Zuschüsse für Studenten nach dem Bundesausbildungsförderungs-Gesetz – kurz Bafög – beschlossen. Diese betrug rund 16 Prozent mehr, wurde also von 500 DM auf 580 DM angehoben. Immerhin. Nun warteten die Studenten sicher auf den April, denn am 1. April sollte der Beschluss in Kraft treten. Und die Studentinnen, die sich in der Frauenbewegung engagierten, hatten nun vielleicht ein paar Groschen übrig, um sich „Emma“ zu kaufen. Tatsächlich war die erste Ausgabe der feministischen Frauenzeitschrift am 1. Februar in der BRD und in West-Berlin erschienen. Die Herausgeberin war Alice Schwarzer. Wie gefährlich Frauen aber in der Praxis wirklich sein konnten, hatte Ingrid van Bergen bewiesen. Die Schauspielerin hatte in München ihren Geliebten, den Finanzmakler Klaus Knaths, im Affekt erschossen. Dann hatte sie selbst die Polizei benachrichtigt und ihre Verhaftung abgewartet, die auch prompt erfolgte. So geschehen in einer Villa am Starnberger See. Eigentlich eine friedliche Gegend. << Januar 1977   |   März 1977 >>

Wichtige Ereignisse im Februar 1977

1. Februar
BRD/Mexiko 1977 – Zwischen der Bundesrepublik und Mexiko wurde ein Kulturabkommen geschlossen, das am 3. März 1978 in Kraft trat.
1. Februar
Südafrika 1977 – Kwa Zulu als Homeland war von Südafrika in eine bedingte Eigenständigkeit entlassen worden.
1. Februar
Europa 1977 – Zur Vorbereitung der KSZE-Folgekonferenz waren in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad zweitägige Gespräche beendet worden, an denen Vertretern der neutralen Staaten Finnland, Schweden, Österreich, Schweiz und der nicht paktgebundenen Staaten Jugoslawien, Liechtenstein, San Marino, Malta und Zypern beteiligt waren. Die Möglichkeiten zur Realisierung der Schlussakte von Helsinki, insbesondere der Bestimmungen zu den Bürger- und Menschenrechten waren die Hauptthemen des Treffens gewesen.
1. Februar
BRD/West-Berlin 1977 – In der Bundesrepublik und in West-Berlin war die erste Ausgabe der „Emma“ erschienen. Herausgegeben wurde die feministische Frauenzeitschrift von Alice Schwarzer.
1. Februar
Großbritannien 1977 – Am Solo Poly Theatre in London war die Trilogie „Gimme Shelter“ von Barrie Keeffe zur Uraufführung gelangt. Der Erfolg war so groß, dass das Stück vom Royal Court Theatre übernommen wurde.
2. Februar
USA 1977 – Der Kongress hatte in Washington ein Energie-Notstandsgesetz verabschiedet, dessen Ziel die Überwindung von Engpässen in der Energieversorgung der USA infolge der schweren Kälte war.
2. Februar
Indien 1977 – Der indische Landwirtschaftsminister Jagjivan Ram war aus Protest gegen den zunehmend autoritären politischen Stil von Ministerpräsidentin Indira Gandhi zurückgetreten. Zudem hatte er seinen Austritt aus der regierenden Kongress-Partei erklärt. Ram gründete eine eigene Partei, die „Rettung der Demokratie“ hieß.
2. Februar
Israel/USA 1977 – In Tel Aviv hatte die israelische Regierung bekanntgegeben, dass die Vereinigten Staaten vier hochmoderne Aufklärungsflugzeuge vom Typ AWACS an Israel liefern werden. Damit hatte die israelische Armee mit den Frühwarnsystemen der Flugzeuge die Möglichkeit zur Überwachung der Truppenbewegungen und Militärflugzeuge in den arabischen Ländern.
2. Februar
BRD 1977 – Auf Vorschlag von Bildungsminister Helmut Rohde hatte das Bundeskabinett eine Erhöhung der monatlichen Zuschüsse für Studenten nach dem Bundesausbildungsförderungs-Gesetz (Bafög) beschlossen. Sie betrug rund 16 Prozent mehr, wurde also von 500 DM auf 580 DM angehoben. Dieser Beschluss sollte am 1. April 1977 in Kraft treten. Im Jahr 1976 hatten rund 320.000 Studenten (38 Prozent aller bundesdeutschen Hochschüler) Bafög-Gelder bekommen.
3. Februar
Türkei 1977 – Die türkische Regierung hatte der von Yassir Arafat Palästinensischen Befreiungsfront (PLO) die Erlaubnis zur Einrichtung eines ständigen Büros zur Vertretung palästinensischer Interessen erteilt.
3. Februar
International 1977 – In der österreichischen Hauptstadt Wien hatte nach rund sechswöchiger Pause die elfte Runde der Verhandlungen über „beiderseitige Reduzierungen der konventionellen Rüstung in Europa“ (MBFR; Mutual Balanced Forces Reductions) begonnen. Die MBFR-Verhandlungen traten seit ihrem Beginn im Jahr 1973 auf der Stelle. Westliche Delegationsteilnehmer auch diesmal einen Durchbruch für nicht wahrscheinlich gehalten. Das lag daran, dass die Staaten des Warschauer Paktes, nach westlicher Ansicht, unkorrekte Angaben über ihre tatsächliche Truppenstärke gemacht hatten.
3. Februar
Schweiz 1977 – Der 1976 gewählte Jurassische Verfassungsrat hatte in Delsberg die Verfassung für den neuzubildenden Kanton Jura verabschiedet, die am 20.März 1977 in Kraft treten würde.
3. Februar
BRD 1977 – In der bayerischen Landeshauptstadt München hatte die Schauspielerin Ingrid van Bergen ihren Geliebten erschossen. Nach der Tat hatte sie die Polizei verständigt. Die Schauspielerin war verhaftet worden.
4. Februar
BRD/Frankreich 1977 – Bundeskanzler Helmut Schmidt war zwei Tage in der französischen Hauptstadt Paris zu einem Arbeitsbesuch gewesen. Er hatte mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing über Probleme des europäischen Einigungsprozesses gesprochen. Beide Politiker hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung für die rasche Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion ausgesprochen.
4. Februar
Polen 1977 – Mehrere Personen, die wegen ihrer Teilnahme an gewalttätigen Protestaktionen gegen die kommunistische Regierung im Juni 1976 zum Teil zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, waren nun vom polnischen Staatsrat begnadigt worden. Mit diesem Schritt wollte die KP-Führung die gespannte innenpolitische Lage im Land entspannen. Jacek Kuron, ein Sprecher des regimekritischen „Komitees zur Verteidigung der Arbeiter“, hatte die Begnadigungen als einen Sieg der polnischen Bürgerbewegung gewertet.
4. Februar
Sowjetunion 1977 – In der Hauptstadt Moskau war der Bürgerrechtskämpfer Alexander Ginsburg verhaftet worden. Ihm waren „antisowjetische Aktivitäten“ zum Vorwurf gemacht worden.
4. Februar
Sowjetunion/USA 1977 – Ein Moskauer Korrespondent der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press war des Landes verwiesen worden. Man hatte ihm geheimdienstliche Tätigkeit vorgeworfen. Da ein offizieller Protest seitens der Vereinigten Staaten wirkungslos geblieben war, hatte das US-Außenministerium dafür die Ausweisung eines Mitarbeiters der Nachrichtenagentur TASS verfügt.
4. Februar
BRD 1977 – Das Oberlandesgericht Oldenburg hatte in einem Schadenersatz-Prozess den monatlichen Arbeitslohn einer Hausfrau mit 1425 DM angesetzt. Zugrunde gelegt worden war für die Berechnung eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit einer Ehefrau mit zwei Kindern von 46 Stunden.


5. Februar
BRD 1977 – Für den Bezirk Südbaden hatten Vertreter der IG Metall und des Arbeitergeberverbandes Gesamtmetall Lohnerhöhungen von 6,9 Prozent vereinbart. Auch in anderen Tarifbezirken der BRD waren entsprechende Lohnzuschläge für die Beschäftigten in der Metallindustrie vereinbart worden.

5. Februar
DDR 1977 – In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin war nach einer Dauer von drei Wochen die von der Bundesrepublik veranstaltete Ausstellung „Fotografie in Wissenschaft und Technik“ zu Ende gegangen. Rund 150.000 Besucher hatten sich die Ausstellung angesehen. Damit hatte das Interesse an der ersten westdeutschen Ausstellung in Ost-Berlin alle Erwartungen übertroffen.
6. Februar
USA 1977 – US-Präsident Jimmy Carter hatte Admiral Stansfield Turner zum neuen CIA-Chef ernannt, damit dieser den schwer in die Kritik geratenen Geheimdienst reformieren sollte.
6. Februar
Uganda/International 1977 – Die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International hatte der UN-Kommission für Menschenrechte einen Bericht über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in dem ostafrikanischen Binnenstaat Uganda übermittelt. Seit 1971 hatte es unter dem Diktator Idi Amin Dada mehrere zehntausend Morde gegeben, die vom Militär und von der Polizei verübt worden waren.
6. Februar
Bobfahren 1977 – Der Bob DDR I mit Meinhard Nehmer am Steuer war in St. Moritz (Schweiz) im Viererbob vor der Schweiz II mit Erich Schärer und Deutschland II (BRD) mit Jakob Resch am Steuer Weltmeister geworden.
7. Februar
BRD/Polen 1977 – Der Justizminister der Volksrepublik Polen, Jerzy Bafia, hatte erstmals der Bundesrepublik einen Besuch abgestattet. Der polnische Minister hatte mit seinem Amtskollegen Hans-Jochen Vogel Fragen der gegenseitigen Rechtshilfe bei Prozessen und Verbrechen besprochen, die während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Polen von Deutschen begangen worden waren.
7. Februar
USA/Israel/Ecuador 1977 – Der Export von 24 in Israel hergestellten und mit Triebwerken aus US-Produktion ausgestatteten Jagdflugzeugen nach Ecuador war Israel vom US-Außenministerium untersagt worden. Zur Begründung hatte ein US-Ministeriumssprecher darauf hingewiesen, dass der Verkauf hochentwickelter Luftwaffensysteme nach Lateinamerika im Widerspruch zu dem US-amerikanischen Grundsatz stünde.
7. Februar
Israel/Rumänien 1977 – In Tel Aviv hatten Israel und Rumänien ein Abkommen über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Landwirtschaft geschlossen. Rumänien war das einzige Land des Ostblocks, das mit Israel noch offizielle Beziehungen unterhalten hatte. Die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Staaten hatten die diplomatischen Verbindungen nach dem Sieben-Tage-Krieg vom Juni 1967 abgebrochen.
8. Februar
BRD 1977 – Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte in einem Urteil zur Praxis des Numerus clausus vorgeschrieben, dass das Vergabeverfahren für zulassungsbeschränkte Studienfächer durch ein gerechteres Auswahlverfahren ersetzt werden müsste.
8. Februar
BRD 1977 – Nach der Verbüßung einer Haftstrafe war Brigitte Mohnhaupt entlassen worden. Sie tauchte unter und hatte mit der Neuorganisation der terroristischen Rote Armee Fraktion begonnen.
8. Februar
BRD/Syrien/Ägypten 1977 – Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hatte eine viertägige offizielle Reise nach Syrien und Ägypten angetreten. Dort hatte er mit den beiden Staatspräsidenten Hafis Al Asad und Muhammad Anwar As Sadat Möglichkeiten zur Lösung des Nahostkonflikts erörtert.
8. Februar
Rumänien/International 1977 – Neun rumänische Intellektuelle, unter denen u. a. der international bekannte Schriftsteller Paul Goma war, hatten an alle Staaten, die die KSZE-Schlussakte unterzeichnet hatten, ein Schreiben gerichtet. Darin hatten die Rumänen ihren Protest gegen die fortgesetzte Verletzung elementarer Bürger- und Menschenrechte in ihrem Land zum Ausdruck gebracht.
9. Februar
Sowjetunion/Spanien 1977 – Die seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) unterbrochenen diplomatischen Beziehungen waren von Spanien und der Sowjetunion wiederaufgenommen worden. Damit hatte Spanien zu allen Staaten des Ostblocks wieder normale diplomatische Kontakte unterhalten.
10. Februar
Ägypten 1977 – Offiziellen Angaben zufolge hatten 99,4 Prozent der Wahlberechtigten die Verordnungen und Gesetze in einem Referendum gebilligt, die von Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat nach schweren Unruhen des vergangenen Monats erlassen worden waren. In diesen Verordnungen war beispielsweise die Tätigkeit politischer Organisationen erheblich eingeschränkt worden. Auch das Streikrecht war beschnitten worden.
11. Februar
Äthiopien 1977 – Nach blutigen Machtkämpfen innerhalb der linksgerichteten Militärregierung hatte Mengistu Haile Mariam das Amt des Staatsoberhauptes übernommen. Am 3. Februar waren Staatschef Teferi Banti und Angehörige des Militärrates den Kämpfen zum Opfer gefallen.
11. Februar
UNO/International 1977 – UN-Generalsekretär Kurt Waldheim hatte eine Nahostreise beendet, die ihn nach Ägypten, Syrien, Saudi-Arabien, in den Libanon, nach Jordanien und Israel führte und neun Tage gedauert hatte. Waldheim hatte mit den Staats- bzw. Regierungschefs dieser Länder mögliche Wege zur Beilegung des Konflikts zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn erörtert.
11. Februar
BRD 1977 – In Hannover (Niedersachsen) waren aus Protest gegen Honorarabrechnungen durch das geplante Kostendämpfungsgesetz im Gesundheitswesen von rund 100 Ärzten für einen Tag deren Praxen geschlossen worden.
11. Februar
BRD 1977 – In Hamburg-Altona war das Kultur- und Kommunikationszentrum „Fabrik“ durch einen Brand völlig zerstört worden. Es hatte seit 1972 bestanden.
12. Februar
USA 1977 – US-Präsident Jimmy Carter hatte in Washington Paul Warnke zum neuen Chef der US-Abrüstungsbehörde ernannt. Warnke, der als liberaler Politiker galt, hatte die US-amerikanische Kriegsführung in Vietnam kritisiert. Er sollte nun den Abrüstungsprozess in Gesprächen mit der Sowjetunion voranbringen.
13. Februar
Zypern 1977 – In Nikosia waren sich Zyperns Staatspräsident Erzbischof Makarios III. und der Führer der auf Zypern lebenden Türken, Rauf Rasit Denktas, einig geworden, der Insel den Status eines unabhängigen Bundesstaates zu geben.
14. Februar
Spanien 1977 – Nach Angaben der Polizei war die Führungsgruppe der linksgerichteten GRAPO (Grupos de Resistencia Antifascista Primero de Octubre, Gruppen des antifaschistischen Widerstands des 1. Oktober) verhaftet worden. Diese bewaffneten kommunistischen Untergrundgruppen waren seit 1976 aktiv.
14. Februar
Afghanistan 1977 – In der Hauptstadt Kabul hatte die Große Versammlung der Afghanischen Völker die erste republikanische Verfassung des Landes verabschiedet. Dadurch hatte die 1973 von dem amtierenden Staatspräsidenten General Mohammed Daud Khan nach einem Putsch eingeführte republikanische Regierungsform nun eine gesetzliche Grundlage. Der Verfassung gemäß war die Staatsreligion in Afghanistan der Islam.


15. Februar
Dänemark 1977 – Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Anker Jørgensen waren mit 65 von 179 Sitzen die stärkste politische Kraft bei den Parlamentswahlen geblieben.
15. Februar
International 1977 – In Washington hatten Vertreter der Europäischen Gemeinschaft (EG) und der Vereinigten Staaten ein Abkommen zur Regelung der Fischereirechte in der von den USA beanspruchten 200-Meilen-Zone unterzeichnet. Gegen Zahlung einer gestaffelten Gebühr durften danach Schiffe aus den Staaten der Europäischen Gemeinschaft in den US-Gewässern fischen.
15. Februar
Italien 1977 – Einer der meistgesuchten Straftäter Italiens, Renato Vallanzasca, hatte sich der Polizei ergeben, nachdem sein Unterschlupf in Rom mehrere Stunden belagert worden war. Vallanzasca unterhielt enge Verbindungen zu rechtsradikalen Gruppen. Ihm waren mehrere Morde und Entführungen vorgeworfen worden.
16. Februar
USA/Südafrika 1977 – Die Republik Südafrika würde über alle technischen Voraussetzungen für den Bau von Nuklearwaffen verfügen. Dies war der Erkenntnisstand der US-Regierung, wie die US-amerikanische Zeitung „Washington Post“ berichtete. Unter Umgehung des Atomwaffen-Sperrvertrages könnte Südafrika in zwei bis vier Jahren eine Atombombe besitzen. Zu diesem Bericht hatte die südafrikanische Regierung eine Stellungnahme abgelehnt.
16. Februar
Birma 1977 – Im Nordosten von Birma (heute: Myanmar) hatten Regierungstruppen in viertägigen Kämpfen einen Angriff kommunistischer Rebellen zurückgeschlagen. Das Innenministerium in der Hauptstadt Rangun hatte mitgeteilt, dass bei den Gefechten 120 Untergrundkämpfer umgekommen waren. Weitere rund 150 waren verwundet worden.
17. Februar
DDR/BRD 1977 – Der Vorsitzende des DDR-Staatsrates und SED-Chef, Erich Honecker, hatte der „Saarbrücker Zeitung“ ein Interview gegeben, dass allseits große Beachtung gefunden hatte. Honecker hatte darin u. a. die Anerkennung einer DDR-Staatsbürgerschaft durch die Bundesregierung als Voraussetzung bezeichnet, in deren Folge die Reiseregelungen der DDR großzügiger gestaltet werden könnten.
17. Februar
Jugoslawien 1977 – Das Innenministerium des Landes hatte die Ausweisung dreier westdeutscher Bürger verfügt. Diese wollten sich als Mitglieder der „Gesellschaft für Menschenrechte“ in Belgrad für die Freilassung des Regimekritikers Mihajlo Mihajlov stark machen.
18. Februar
BRD 1977 – Eine Demonstration, die für den 19. Februar am Baugelände des Kernkraftwerks Brokdorf (Schleswig-Holstein) geplant war, wurde vom Verwaltungsgericht Schleswig verboten, weil von den Teilnehmergruppen Gewalttaten befürchtet worden waren.
18. Februar
Skisport 1977 – In der Schweizer Gemeinde Laax hatte der aus Bayern stammende Ski-Rennläufer Sepp Ferstl die traditionsreiche Arlberg-Kandahar-Kombinationswertung im alpinen Skisport gewonnen.
18. Februar
Radrennsport 1977 – Vor dem Niederländer Hennie Kuiper war der Radrennfahrer Dietrich Thurau (BRD) aus der Andalusien-Rundfahrt als Sieger hervorgegangen.
19. Februar
BRD 1977 – Im schleswig-holsteinischen Itzehoe hatten rund 15.000 Menschen gegen das im Bau befindliche Kernkraftwerk Brokdorf demonstriert. Die Demonstration war größtenteils friedlich verlaufen.
19. Februar
International 1977 – Vertreter der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International hatten auf einem Kongress in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam über die politische Lage im Iran berichtet, wo Angaben von Amnesty International zufolge mindestens 25.000 politische Gefangene inhaftiert waren.
20. Februar
Raumfahrt/USA 1977 – Montiert auf einer Boeing 747 hatte die US-Raumfähre „Space Shuttle“ ihren ersten Testflug absolviert.
20. Februar
Skisport 1977 – In Vikersund (Norwegen) war der Schweizer Walter Steiner Weltmeister im Skifliegen geworden. Auf dem zweiten Platz folgte ihm Toni Innauer (Österreich). Den dritten Platz hatte Henry Glas aus der DDR belegt.
21. Februar
Indien 1977 – Zum ersten Mal hatte ein Mitglied der Regierung, Verteidigungsminister Bansi Lal, wiederholte Fälle von Zwangssterilisierungen in den vergangenen Monaten bestätigt. Im Wahlkampf zu den Parlamentswahlen hatte das Thema Zwangssterilisierungen eine bedeutende Rolle gespielt.
21. Februar
Großbritannien 1977 – Premierminister James Callaghan von der Labour Party hatte seinen Parteifreund David Owen zum Außenminister ernannt. Dessen Vorgänger, Anthony R. Crosland, war am 19. Februar gestorben.
21. Februar
China/Sowjetunion 1977 – Im Zusammenhang mit der Verfolgung von Dissidenten in der Sowjetunion hatte die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xin Hua die seit Jahren schärfsten Angriffe gegen die sowjetische Führung veröffentlicht. Unter anderem war die Einweisung von Regimegegnern in psychiatrische Anstalten angeprangert worden. Weiter hatte es geheißen, dass „die sowjetrevisionistische Renegatenclique immer mehr den Weg des Faschismus beschreitet.“
22. Februar
BRD 1977 – Als Standort für eine geplante Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstäbe hatte die niedersächsische Landesregierung die Gemeinde Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg vorgeschlagen.
22. Februar
China 1977 – In der Hauptstadt Peking hatte die Regierung ein Programm zur Familienplanung veröffentlicht. Es wurde angestrebt, dass chinesische Familien maximal nur noch zwei Kinder haben sollten.
22. Februar
Surinam/International 1977 – Als 26. Mitglied war Surinam (Südamerika) in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) aufgenommen worden. Surinam war im November 1975 unabhängig von den Niederlanden geworden.
22. Februar
Sowjetunion/International 1977 – Die Sowjetunion hatte in der Ukraine einen Störsender, der besonders leistungstark war, in Betrieb genommen. Gestört werden konnten damit die Sendungen der in München (Bayern) ansässigen Radiostationen „Radio Liberty“ und „Radio Free Europe“. Seit dem Beginn der 1950er Jahre hatten diese antikommunistischen Sender Informationen über die politischen Zustände in den Staaten des Ostblocks in den jeweiligen Landessprachen verbreitet.
23. Februar
BRD 1977 – An den Ufern von Rhein und Mosel hatte Hochwasser schwere Sachschäden angerichtet.
24. Februar
Sowjetunion 1977 – Die Regierung hatte die Einrichtung einer 200-Seemeilen-Fischereischutzzone beschlossen. In den vergangenen Tagen waren die Verhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft (EU) über Fischereirechte erfolgreich abgeschlossen worden.
24. Februar
Rhodesien 1977 – Einer Verfügung gemäß, die das Innenministerium des Landes erlassen hatte, wurde der katholische Bischof von Umtali, Donal Lamont, ausgewiesen. Wegen angeblicher Unterstützung schwarzer Untergrundkämpfer hatte man den Bischof zuvor in der Hauptstadt Salisbury zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. +25. Februar
USA/International 1977 – Für Argentinien, Uruguay und Äthiopien war von der US-amerikanischen Regierung die Militärhilfe gekürzt worden. Der Grund dieser Maßnahme war die Tatsache, dass in diesen Staaten Menschenrechtsverletzungen begangen wurden.
25. Februar
Algerien 1977 – In der ehemaligen französischen Kolonie waren erstmals seit 1962 Parlamentswahlen abgehalten worden. Die Nationale Befreiungsfront (FLN) unter Staats- und Parteichef Houari Boumedienne hatte die Regierung übernommen.
26. Februar
BRD 1977 – Über einen gesetzwidrigen „Lauschangriff“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz gegen den Atomphysiker Klaus Traube hatte das Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ einen Bericht veröffentlicht.
26. Februar
El Salvador 1977 – Die Regierung des zentralamerikanischen Landes hatte nach blutigen Unruhen im Gefolge der Präsidentschaftswahlen den Ausnahmezustand über El Salvador verhängt.
26. Februar
USA/Jordanien 1977 – Der US-amerikanische Präsident Jimmy Carter hatte Zeitungsberichte gegenüber Vertretern des US-Kongresses bestätigt. Danach erhielt der jordanische König Hussein II. vom US-Geheimdienst beträchtliche Dollar-Beträge. Mit Geld waren, so Carter, vertrauliche Informationen Husseins über die politische Lage im Nahen Osten sowie Vermittlungsversuche honoriert worden.
27. Februar
Marokko/International 1977 – Das nordwestliche afrikanische Land hatte sich aus der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) zurückgezogen. Mit diesem Schritt hatte Marokko auf die Teilnahme eines Vertreters der Befreiungsorganisation Polisario an einer OAU-Tagung in Lomé (Togo) reagiert. Die Polisario kämpfte für die Selbständigkeit der Westsahara. Diese wurde jedoch von Marokko beansprucht.
27. Februar
Leichtathletik 1977 – Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletik in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) hatte Annegret Richter mit 23,22 sec einen neuen Hallen-Weltrekord über 200 m aufgestellt.
28. Februar
BRD 1977 – Die CDU und die FDP hatten in Saarbrücken (Saarland) die Bildung einer Koalitionsregierung vereinbart. Damit war das parlamentarische Patt zwischen CDU sowie SPD und FDP aufgehoben. Es hatte seit den Landtagswahlen von 1975 bestanden.
Februar 1977 Deutschland in den Nachrichten
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