Januar 1968 - Die Tet-Offensive in Vietnam

Chronik Januar 1968
In Vietnam bissen sich die US-Amerikaner allmählich die Zähne aus. Die enormen Kosten des Krieges hatten im eigenen Land bereits große Lücken in den Etat gerissen. Dennoch hatten die ihr Truppenkontingent auf mehr als eine halbe Million Soldaten aufgestockt. Die Gegner standen sich hochgerüstet gegenüber. Nordvietnam war durch Waffenhilfe aus der VR China und der Sowjetunion ebenfalls aufgerüstet worden. Die Guerilla des Vietcong waren noch nicht entscheidend geschlagen. Und nun, Ende Januar, am Vorabend des vietnamesischen Neujahrsfestes (Tet Nguyen Dan) eröffneten nordvietnamesische und Einheiten der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams die Tet-Offensive unter General Vo Nguyen Giap. Für die amerikanischen und südvietnamesischen Truppen kam der Angriff völlig überraschend. Besonders betroffen von den Kämpfen waren Saigon und Hue. Letztendlich scheiterte die Offensive auf militärischer Ebene. Sie war jedoch ein Propagandasieg für Nordvietnam geworden, der sowohl politisch als auch psychologisch sehr wirksam war. Die Proteste gegen den Vietnamkrieg verstärkten sich weltweit, was in der Folge den sukzessiven Rückzug der USA aus Vietnam einleitete.


 Ereignisse im Januar 1968

1. Januar
BRD 1968 – In der Bundesrepublik war die wettbewerbsneutral Mehrwertsteuer eingeführt worden. In den übrigen Ländern der Europäischen Gemeinschaft galten bereits ähnliche Steuerregelungen. In der BRD betrug sie 10 Prozent. Für bestimmte Nahrungsmittel, Druckerzeugnisse usw. war sie auf 5 Prozent ermäßigt worden.
1. Januar
BRD 1968 – Die Versicherungspflichtgrenze in der Angestelltenversicherung war aufgehoben worden, womit nun alle Angestellten unabhängig von der Einkommenshöhe versicherungspflichtig waren.
1. Januar
USA 1968 – Zum Ausgleich der US-amerikanischen Zahlungsbilanz hatte US-Präsident Lyndon B. Johnson Sparmaßnahmen in Höhe von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar (10 Milliarden DM) angekündigt. Verursacht worden waren die hohen Defizite vor allem durch die Kosten des Vietnamkrieges.
1. Januar
Brasilien 1968 – Bei Überschwemmungen im Bundesstaat Bahia waren mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 50.000 Menschen waren obdachlos geworden.
1. Januar
Skisport 1968 – Im Rahmen der Vierschanzentournee hatte der norwegische Weltmeister im Skispringen, Björn Wirkola, das Neujahrs-Springen in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) mit dem Schanzenrekord von 92,5 m gewonnen.
1. Januar
Schweiz 1968 – Der SP-Politiker Willy Spühler war zum zweiten Mal zum Bundespräsidenten gewählt worden. Er hatte das Amt schon einmal 1963 bekleidet.
1. Januar
West-Berlin 1968 – In West-Berlin war die dramatische Kurzoper „Ariadne“ von Boris Blacher uraufgeführt worden.
2. Januar
Südafrika 1968 – Im Groote-Schuur-Hospital von Kaptstadt hatte der Chirurg Christiaan N. Barnard eine zweite erfolgreiche Herztransplantation durchgeführt. Er hatte dem 58-jährigen Zahnarzt Philip Blaiberg das Herz eines tödlich verunglückten Schwarzen eingepflanzt.
2. Januar
Indien 1968 – Die indische Regierung hatte den ehemaligen Regierunschef von Kaschmir, Scheich Mohammed Abdullah freigelassen. Am 9. Mai 1965 hatte man den als „Löwe von Kaschmir“ bekannten Politiker wegen angeblicher separatistischer Bestrebungen festgenommen.
2. Januar
Großbritannien 1968 – Der 64-jährige britische Schriftsteller Cecil Day-Lewis war zum 19. Hofdichter der britischen Krone bestellt worden. Day-Lewis schrieb auch unter dem Pseudonym Nicholas Blake Kriminalromane.
3. Januar
Jugoslawien/Rumänien 1968 – Bei einem Treffen im kroatischen Belje (Jugoslawien) hatten der jugoslawische Partei- und Staatschef Marschall Josip Broz Tito und der rumänische Parteichef und Vorsitzende des Staatsrats Nicolae Ceausescu Möglichkeiten einer intensiveren politischen Zusammenarbeit erörtert. Konkrete Ergebnisse waren nicht erzielt worden.
3. Januar
Radrennsport 1968 – Der 31-jährige bundesdeutsche Radprofi Rudi Altig hatte mit seinem Partner Sigi Renz das 16. Kölner Sechstagerennen gewonnen.

4. Januar
Großbritannien 1968 – Die Labour-Regierung unter Premierminister Harold Wilson hatte drastische Sparmaßnahmen (etwa 10 Milliarden DM bis zum Jahr 1971) vor allem im Sozial- und Verteidigungsetat beschlossen. Damit sollte der Pfundabwertung vom November 1967 der Erfolg gesichert werden.
4. Januar
BRD 1968 – Das Lebensmittel-Filialunternehmen Cornelia Stüssgen in Köln hatte flexiblere Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel gefordert. Der starre Ladenschluss um 18:30 Uhr war als überholte Regelung bezeichnet worden.
4. Januar
BRD 1968 – In den bundesdeutschen Kinos war zum ersten Mal der deutsche Spielfilm „Zur Sache Schätzchen“ von May Spils aufgeführt worden. In der Hauptrolle war Uschi Glas zu sehen.
5. Januar
CSSR 1968 – Anstelle von Staats- und Parteichef Antonin Novotný war Alexander Dubcek Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPCSSR geworden. Dubcek war vordem Führer der slowakischen Kommunistischen Partei (KP).
5. Januar
USA/Vietnam 1968 – Über internationale diplomatische Kontakte hatte Nordvietnam den Vereinigten Staaten seine Verhandlungsbereitschaft im Vietnamkonflikt signalisiert.
5. Januar
BRD 1968 – An den Devisenmärkten der BRD war ein anhaltend hoher Kurs des US-Dollars verzeichnet worden. Von 3,97 DM (im Dezember 1967) war der Dollar wieder auf mehr als 4 DM gestiegen.
5. Januar
Österreich 1968 – Im Wiener Burgtheater hatte die deutschsprachige Version des „Don Quijote“-Musicals „Der Mann von La Mancha“ unter der Regie von Dietrich Haugk Premiere. In den Hauptrollen spielten Josef Meinrad und Fritz Muliar.
6. Januar
USA 1968 – In Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien) war einem US-amerikanischen Ärzteteam erstmals eine Herztransplantation gelungen. Jedoch war der Patient, der Stahlarbeiter Mike Kasperak zwei Wochen später, am 21. Januar, gestorben.
7. Januar
Polen 1968 – In einem Interview mit der Parteizeitung „Trybuna Ludu“ hatte der Außenminister Adam Rapacki in Anlehnung an seinen Plan von 1957 (sogenannter Rapackiplan) erneut einen gesamteuropäischen Gewaltverzichtsvertrag vorgeschlagen. Der Vorschlag war allerdings ohne jede Resonanz geblieben.
7. Januar
Musik/International 1968 – Um sich von dem bekannten Musiker und Komponisten Ravi Shankar in indischer Musik unterweisen zu lassen, war der „The Beatles“-Musiker George Harrison nach Indien geflogen. Im Februar folgten ihm Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon nach Rishikesh. Sie ließen sich bei dem Guru Maharischi Mahesch Jogi in der „Kunst der transzendentalen Meditation“ unterweisen.
7. Januar
Skisport 1968 – Der Weltmeister im Skispringen, Björn Wirkola aus Norwegen, hatte die Deutsch-Österreichische Vierschanzentournee überlegen gewonnen.

7. Januar
Sowjetunion 1968 – In der Hauptstadt Moskau hatte der Prozess gegen vier junge Literaten begonnen, unter denen sich der 31-jährige Alexander Ginsburg befand. Die vier Angeklagten waren der „antisowjetischen Propaganda und Agitation“ beschuldigt worden. Am 12. Januar waren sie zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und sieben Jahren verurteilt worden.
8. Januar
BRD 1968 – In ihrem Frühjahrskatalog hatte die Firma Quelle als erstes Versandhaus ein umfangreiches Sortiment an Tiefkühlkost angeboten. Die Artikel waren mit Spezialkühlwagen direkt frei Haus an den Verbraucher geliefert worden.
8. Januar
Frankreich 1968 – Ein wahrscheinlich geistig gestörter Mann hatte im Pariser Louvre das Gemälde „Die Jungfrau mit den Engeln“ von Peter Paul Rubens mit einem Messer beschädigt.
9. Januar
BRD 1968 – Die Westdeutsche Rektorenkonferenz (WRK) hatte in Bonn einen Plan zur Reform der bundesdeutschen Universitäten vorgelegt, in dem sie eine Mitbestimmung der Studenten forderte.
9. Januar
BRD 1968 – Mit dem Titel „Sozialdemokratische Perspektiven im Übergang zu den siebziger Jahren“ hatte die SPD ein Arbeitspapier veröffentlicht. Die Forderungen nach Einführung von Gesamtschulen und betriebliche Mitbestimmung der Arbeitnehmern sowie eine Politik des Gewaltverzichts gegenüber den Ostblockstaaten waren Schwerpunkte des Programms.
9. Januar
West-Berlin 1968 – Im Berliner Schillertheater gelangte das Schauspiel des 63-jährigen Exil-Polen Witold Gombrowicz, „Die Trauung“, zur deutschen Erstaufführung und war vom Publikum begeistert aufgenommen worden.


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