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Januar 1968 - Die Tet-Offensive in Vietnam

Chronik Januar 1968
Die DDR In Vietnam bissen sich die US-Amerikaner allmählich die Zähne aus. Die enormen Kosten des Krieges hatten im eigenen Land bereits große Lücken in den Etat gerissen. Dennoch hatten die ihr Truppenkontingent auf mehr als eine halbe Million Soldaten aufgestockt. Die Gegner standen sich hochgerüstet gegenüber. Nordvietnam war durch Waffenhilfe aus der VR China und der Sowjetunion ebenfalls aufgerüstet worden. Die Guerilla des Vietcong waren noch nicht entscheidend geschlagen. Und nun, Ende Januar, am Vorabend des vietnamesischen Neujahrsfestes (Tet Nguyen Dan) eröffneten nordvietnamesische und Einheiten der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams die Tet-Offensive unter General Vo Nguyen Giap. Für die amerikanischen und südvietnamesischen Truppen kam der Angriff völlig überraschend. Besonders betroffen von den Kämpfen waren Saigon und Hue. Letztendlich scheiterte die Offensive auf militärischer Ebene. Sie war jedoch ein Propagandasieg für Nordvietnam geworden, der sowohl politisch als auch psychologisch sehr wirksam war. Die Proteste gegen den Vietnamkrieg verstärkten sich weltweit, was in der Folge den sukzessiven Rückzug der USA aus Vietnam einleitete.
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Wichtige Ereignisse im Januar 1968

1. Januar
BRD 1968 – In der Bundesrepublik war die wettbewerbsneutral Mehrwertsteuer eingeführt worden. In den übrigen Ländern der Europäischen Gemeinschaft galten bereits ähnliche Steuerregelungen. In der BRD betrug sie 10 Prozent. Für bestimmte Nahrungsmittel, Druckerzeugnisse usw. war sie auf 5 Prozent ermäßigt worden.
1. Januar
BRD 1968 – Die Versicherungspflichtgrenze in der Angestelltenversicherung war aufgehoben worden, womit nun alle Angestellten unabhängig von der Einkommenshöhe versicherungspflichtig waren.
1. Januar
USA 1968 – Zum Ausgleich der US-amerikanischen Zahlungsbilanz hatte US-Präsident Lyndon B. Johnson Sparmaßnahmen in Höhe von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar (10 Milliarden DM) angekündigt. Verursacht worden waren die hohen Defizite vor allem durch die Kosten des Vietnamkrieges.
1. Januar
Brasilien 1968 – Bei Überschwemmungen im Bundesstaat Bahia waren mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 50.000 Menschen waren obdachlos geworden.
1. Januar
Skisport 1968 – Im Rahmen der Vierschanzentournee hatte der norwegische Weltmeister im Skispringen, Björn Wirkola, das Neujahrs-Springen in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) mit dem Schanzenrekord von 92,5 m gewonnen.
1. Januar
Schweiz 1968 – Der SP-Politiker Willy Spühler war zum zweiten Mal zum Bundespräsidenten gewählt worden. Er hatte das Amt schon einmal 1963 bekleidet.
1. Januar
West-Berlin 1968 – In West-Berlin war die dramatische Kurzoper „Ariadne“ von Boris Blacher uraufgeführt worden.
2. Januar
Südafrika 1968 – Im Groote-Schuur-Hospital von Kaptstadt hatte der Chirurg Christiaan N. Barnard eine zweite erfolgreiche Herztransplantation durchgeführt. Er hatte dem 58-jährigen Zahnarzt Philip Blaiberg das Herz eines tödlich verunglückten Schwarzen eingepflanzt.
2. Januar
Indien 1968 – Die indische Regierung hatte den ehemaligen Regierunschef von Kaschmir, Scheich Mohammed Abdullah freigelassen. Am 9. Mai 1965 hatte man den als „Löwe von Kaschmir“ bekannten Politiker wegen angeblicher separatistischer Bestrebungen festgenommen.
2. Januar
Großbritannien 1968 – Der 64-jährige britische Schriftsteller Cecil Day-Lewis war zum 19. Hofdichter der britischen Krone bestellt worden. Day-Lewis schrieb auch unter dem Pseudonym Nicholas Blake Kriminalromane.
3. Januar
Jugoslawien/Rumänien 1968 – Bei einem Treffen im kroatischen Belje (Jugoslawien) hatten der jugoslawische Partei- und Staatschef Marschall Josip Broz Tito und der rumänische Parteichef und Vorsitzende des Staatsrats Nicolae Ceausescu Möglichkeiten einer intensiveren politischen Zusammenarbeit erörtert. Konkrete Ergebnisse waren nicht erzielt worden.
3. Januar
Radrennsport 1968 – Der 31-jährige bundesdeutsche Radprofi Rudi Altig hatte mit seinem Partner Sigi Renz das 16. Kölner Sechstagerennen gewonnen.
4. Januar
Großbritannien 1968 – Die Labour-Regierung unter Premierminister Harold Wilson hatte drastische Sparmaßnahmen (etwa 10 Milliarden DM bis zum Jahr 1971) vor allem im Sozial- und Verteidigungsetat beschlossen. Damit sollte der Pfundabwertung vom November 1967 der Erfolg gesichert werden.
4. Januar
BRD 1968 – Das Lebensmittel-Filialunternehmen Cornelia Stüssgen in Köln hatte flexiblere Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel gefordert. Der starre Ladenschluss um 18:30 Uhr war als überholte Regelung bezeichnet worden.
4. Januar
BRD 1968 – In den bundesdeutschen Kinos war zum ersten Mal der deutsche Spielfilm „Zur Sache Schätzchen“ von May Spils aufgeführt worden. In der Hauptrolle war Uschi Glas zu sehen.
5. Januar
CSSR 1968 – Anstelle von Staats- und Parteichef Antonin Novotný war Alexander Dubcek Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPCSSR geworden. Dubcek war vordem Führer der slowakischen Kommunistischen Partei (KP).
5. Januar
USA/Vietnam 1968 – Über internationale diplomatische Kontakte hatte Nordvietnam den Vereinigten Staaten seine Verhandlungsbereitschaft im Vietnamkonflikt signalisiert.
5. Januar
BRD 1968 – An den Devisenmärkten der BRD war ein anhaltend hoher Kurs des US-Dollars verzeichnet worden. Von 3,97 DM (im Dezember 1967) war der Dollar wieder auf mehr als 4 DM gestiegen.
5. Januar
Österreich 1968 – Im Wiener Burgtheater hatte die deutschsprachige Version des „Don Quijote“-Musicals „Der Mann von La Mancha“ unter der Regie von Dietrich Haugk Premiere. In den Hauptrollen spielten Josef Meinrad und Fritz Muliar.
6. Januar
USA 1968 – In Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien) war einem US-amerikanischen Ärzteteam erstmals eine Herztransplantation gelungen. Jedoch war der Patient, der Stahlarbeiter Mike Kasperak zwei Wochen später, am 21. Januar, gestorben.
7. Januar
Polen 1968 – In einem Interview mit der Parteizeitung „Trybuna Ludu“ hatte der Außenminister Adam Rapacki in Anlehnung an seinen Plan von 1957 (sogenannter Rapackiplan) erneut einen gesamteuropäischen Gewaltverzichtsvertrag vorgeschlagen. Der Vorschlag war allerdings ohne jede Resonanz geblieben.
7. Januar
Musik/International 1968 – Um sich von dem bekannten Musiker und Komponisten Ravi Shankar in indischer Musik unterweisen zu lassen, war der „The Beatles“-Musiker George Harrison nach Indien geflogen. Im Februar folgten ihm Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon nach Rishikesh. Sie ließen sich bei dem Guru Maharischi Mahesch Jogi in der „Kunst der transzendentalen Meditation“ unterweisen.
7. Januar
Skisport 1968 – Der Weltmeister im Skispringen, Björn Wirkola aus Norwegen, hatte die Deutsch-Österreichische Vierschanzentournee überlegen gewonnen.
7. Januar
Sowjetunion 1968 – In der Hauptstadt Moskau hatte der Prozess gegen vier junge Literaten begonnen, unter denen sich der 31-jährige Alexander Ginsburg befand. Die vier Angeklagten waren der „antisowjetischen Propaganda und Agitation“ beschuldigt worden. Am 12. Januar waren sie zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und sieben Jahren verurteilt worden.
8. Januar
BRD 1968 – In ihrem Frühjahrskatalog hatte die Firma Quelle als erstes Versandhaus ein umfangreiches Sortiment an Tiefkühlkost angeboten. Die Artikel waren mit Spezialkühlwagen direkt frei Haus an den Verbraucher geliefert worden.
8. Januar
Frankreich 1968 – Ein wahrscheinlich geistig gestörter Mann hatte im Pariser Louvre das Gemälde „Die Jungfrau mit den Engeln“ von Peter Paul Rubens mit einem Messer beschädigt.
9. Januar
BRD 1968 – Die Westdeutsche Rektorenkonferenz (WRK) hatte in Bonn einen Plan zur Reform der bundesdeutschen Universitäten vorgelegt, in dem sie eine Mitbestimmung der Studenten forderte.
9. Januar
BRD 1968 – Mit dem Titel „Sozialdemokratische Perspektiven im Übergang zu den siebziger Jahren“ hatte die SPD ein Arbeitspapier veröffentlicht. Die Forderungen nach Einführung von Gesamtschulen und betriebliche Mitbestimmung der Arbeitnehmern sowie eine Politik des Gewaltverzichts gegenüber den Ostblockstaaten waren Schwerpunkte des Programms.
9. Januar
West-Berlin 1968 – Im Berliner Schillertheater gelangte das Schauspiel des 63-jährigen Exil-Polen Witold Gombrowicz, „Die Trauung“, zur deutschen Erstaufführung und war vom Publikum begeistert aufgenommen worden.
10. Januar
BRD/Frankreich/Großbritannien/USA 1968 – Die Großmächte Frankreich, Großbritannien und die USA hatten den Abzug von etwa 50.000 alliierten Soldaten aus der Bundesrepublik angekündigt. Großbritannien und Frankreich hatten dafür vor allem finanzielle Gründe angegeben, während sich für die Vereinigten Staaten auch das Engagement in Vietnam auswirkte. Bis Ende des Jahres sollten 33.000 US-amerikanische Soldaten in ihre Heimat zurückkehren.
10. Januar
BRD 1968 – In Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main (Hessen) war das erste Ärztehaus der Bundesrepublik der Öffentlichkeit vorgestellt worden. In dem Ärzthaus waren Praxen verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach zusammengefasst worden.
10. Januar
Weltraum 1968 – Mit der Raumsonde „Surveyor 7“ war die letzte Sonde des US-amerikanischen Surveyor-Programms auf dem Mond gelandet.
10. Januar
BRD 1968 – An den Münchner Kammerspielen war das Märchenspiel „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ von Peter Hacks zu seiner westdeutschen Erstaufführung gelangt.
11. Januar
BRD 1968 – Die Parteien der großen Koalition CDU und SPD hatten den Plan aufgegeben, das Mehrheitswahlrecht für die Bundestagswahlen 1969 einzuführen. Damit war die Schaffung klarer Mehrheiten für die folgende Legislaturperiode beabsichtigt gewesen.
11. Januar
USA 1968 – In New York hatten Beamte des US-amerikanischen Secret Service eine Geldfälscherbande verhaftet, bevor diese „Blüten“ im Wert von 50 Millionen US-Dollar (200 Millionen DM) in Umlauf bringen konnten.
11. Januar
USA 1968 – Bei einer Kältewelle in den USA mit Temperaturen bis zu minus 33 Grad waren 76 Menschen ums Leben gekommen.
11. Januar
Weltraum 1968 – Die NASA hatte von der Raketenabschussbasis Vandenberg Air Force Base ihren zweiten geodätischen Forschungssatelliten GEOS-B gestartet.
12. Januar
DDR 1968 – In der DDR waren das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 und das Strafergänzungsgesetz durch ein neues Strafgesetzbuch abgelöst worden. Dieses verschärfte Strafen für „politische Delikte“ und war am 1. Juli 1968 in Kraft getreten.
13. Januar
Europa 1968 – In der Nacht zum 14. Januar hatte ein sprunghafter Anstieg der Temperaturen von minus 20 Grad bis weit über Null Grad zu Überschwemmungen und einem völligen Zusammenbruch des Straßenverkehrs geführt. Betroffen waren weite Teile Europas, die Bundesrepublik und Dänemark.
14. Januar
USA/BRD 1968 – Die Vereinigten Staaten hatten die Bundesregierung zur Neuregelung des Ausgleichs der Devisenaufwendungen für stationierte US-amerikanische Truppen gedrängt. An die Stelle von Rüstungskäufen sollten verstärkt währungspolitische Lösungen treten.
15. Januar
BRD 1968 – Auf einer Klausurtagung hatte die SPD-Fraktion im Bonner Bundestag die Regierungsvorlage für die Notstandsgesetze abgelehnt.
15. Januar
Europa 1968 – Mindestens 16 Menschen waren durch einen Orkan, der über Nordwesteuropa tobte, ums Leben gekommen. Er hatte zudem großen Sachschaden angerichtet.
15. Januar
Italien 1968 – Auf Sizilien war es zu einem Erdbeben gekommen, bei dem 231 Menschen starben. Weitere 263 Personen waren verletzt worden.
16. Januar
BRD 1968 – Der Verband Deutscher Studentenschaften (VDS) hatte in Frankfurt am Main (Hessen) eine Realisierung demokratischer Strukturen an den Hochschulen gefordert. In den universitären Gremien war die Drittelparität von Professoren, Angestellten und Studenten die Kernforderung.
16. Januar
BRD 1968 – Aufgrund des Temperaturanstiegs drohte weiten Teilen der Bundesrepublik Hochwasser. In zahlreichen Gemeinden Süddeutschlands war Katastrophenalarm gegeben worden.
16. Januar
BRD 1968 – Eine zweijährige Versuchsreihe mit Datenverarbeitungsanlagen bei der Fahndung nach Verbrechern war in der Bundesrepublik abgeschlossen worden. Es war nicht mit einer wesentlichen Steigerung der Aufklärungsquoten gerechnet worden.
17. Januar
Belgien 1968 – In der Universitätsstadt Löwen waren schwere Studentenunruhen ausgebrochen. Flämische Studenten befürchteten ein Übergewicht des französischsprachigen Studentenanteils.
17. Januar
BRD 1968 – Der Fachhandel in der BRD erwartete für das Jahr 1968 eine steigende Nachfrage nach Klapprädern und motorisierten Zweirädern. Es gab gegenwärtig rund 23 Millionen Radfahrer und 3,5 Millionen motorisierte Zweiradfahrer.
17. Januar
Kambodscha 1968 – In Kambodscha hatten die Roten Khmer ihren Guerillakampf gegen die Regierenden unter Prinz Norodom Sihanouk begonnen.
18. Januar
USA 1968 – In Washington hatte US-Präsident Lyndon B. Johnson das bisher höchste Ausgabenprogramm der US-amerikanischen Geschichte vorgestellt. Der Gesamtetat hatte 186 Milliarden US-Dollar (etwa 744 Milliarden DM) betragen.
18. Januar
International 1968 – In Genf (Schweiz) hatten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion einen vollständigen Vertragsentwurf über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen vorgelegt.
18. Januar
BRD 1968 – Etwa 4.000 Bremer hatten gegen die Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr protestiert. Die Polizei war gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen.
18. Januar
BRD/Europa 1968 – In Hamburg hatten Vertreter der Seeverkehrsverwaltungen von Großbritannien, Norwegen, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Bundesrepublik ein Abkommen zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen vereinbart. Mit den Maßnahmen sollte eine Ölpest wie nach dem Untergang der „Torrey Canyon“ am 18. März 1967 im Ärmelkanal verhindert werden.
18. Januar
BRD 1968 – In Aachen (Nordrhein-Westfalen) war das Hauptverfahren gegen leitende Angestellte der Chemie Grünenthal GmbH, der Herstellerfirma des Schlaf- und Beruhigungsmittels Contergan, eröffnet worden. Das Medikament hatte bei Neugeborenen, deren Mütter Contergan während der Schwangerschaft eingenommen hatten, zu Missbildungen geführt.
19. Januar
Großbritannien/BRD 1968 – Um mit Bundesaußenminister Willy Brandt das britische Beitrittsgesuch zur Europäischen Gemeinschaft zu erörtern, war der britische Außenminister George Brown in die Bundesrepublik gereist.
19. Januar
USA 1968 – Etwa 1000 m unter der Wüste von Nevada war von den USA die bisher stärkste Atomexplosion mit einer Sprengkraft von rund einer Milliarde Tonnen herkömmlichen Sprengstoffs ausgelöst worden.
19. Januar
BRD 1968 – In München wurde der Bambi an die Schauspieler Senta Berger und Heinz Rühmann verliehen.
20. Januar
DDR/BRD 1968 – Bei den vorolympischen Wettkämpfen in Les Bioux (Schweiz) war der 21-jährige Ralph Pöhland, einer der prominentesten Skisportler der DDR, geflüchtet. Der bundesdeutsche Skispringer Georg Thoma war Fluchthelfer.
20. Januar
Basketball 1968 – Im ersten US-landesweit im Fernsehen übertragenen College-Basketballspiel der Geschichte hatte Elvin Hayes' University of Houston die University of California, Los Angeles mit Kareem Abdul-Jabbar 71:69 besiegt.
21. Januar
Grönland/USA 1968 – Beim Absturz einer US-amerikanischen Boeing B-52 rund 11 km südlich der Thule Air Base (Grönland) war ein Mensch ums Leben gekommen. Der Absturz des Langstreckenbombers hatte zwischen Dänemark und der US-Regierung für schwere Verstimmungen gesorgt. Der US-Bomber hatte vier Wasserstoffbomben verloren. Umstritten blieb, ob Radioaktivität freigesetzt worden war. Drei der Bomben konnten aus dem Eismeer geborgen werden. Die Suche nach der vierten Wasserstoffbombe war erst im Jahr 1979 in der Baffin Bay erfolgreich.
21. Januar
Türkei/Griechenland 1968 – Die Türkei hatte als erstes Land des Nordatlantikpakts (NATO) das griechische Militärregime unter Ministerpräsident Georgios Papadopoulos anerkannt.
21. Januar
Eisschnelllauf 1968 – In Inzell (Bayern) hatte der 28-jährige Günter Traub einen Weltrekord bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften erzielt. Er hatte den Vierkampf mit 176,717 Punkten beendet.
22. Januar
BRD 1968 – Das Bundeswirtschaftsministerium hatte eine Studie über die Preisentwicklung seit der Einführung der Mehrwertsteuer vorgelegt. Darin waren Verteuerungen im Handwerk und Hotelgewerbe als ungerechtfertigt bezeichnet worden.
22. Januar
Griechenland 1968 – Ein Athener Berufungsgericht hatte das Strafmaß gegen den Komponisten und ehemaligen Führer der Kommunistischen Lambrakis-Jugend, Mikis Theodorakis, von 23 auf 9,5 Monate ermäßigt. Damit war die Voraussetzung für seine Amnestie geschaffen worden. Man hatte Theodorakis im Sommer 1967 in Abwesenheit verurteilt.
22. Januar
Weltraum 1968 – Von Cape Canaveral Air Force Station war „Apollo 5“ zu einem unbemannten Testflug in eine Erdumlaufbahn gestartet. Die Mondlandefähre sollte erprobt werden.
23. Januar
USA/Nordkorea 1968 – Vor der Küste Nordkoreas war das US-amerikanische Erkundungsschiff „USS Pueblo“ von nordkoreanischen Schnellbooten aufgebracht worden.
23. Januar
Israel/Ägypten 1968 – Israel und Ägypten hatten die letzten Kriegsgefangenen des Sechstagekriegs vom Juni 1967 ausgetauscht. Insgesamt waren 11 Soldaten in ägyptische und 4481 in israelische Gefangenschaft geraten. Die Austauschaktion hatte am 12. Januar begonnen und war mit der Übergabe von zwei israelischen und 465 ägyptischen Gefangenen beendet worden.
23. Januar
Europa 1968 – Der für die Agrarpolitik verantwortliche EG-Kommissar Sicco Mansholt hatte Maßnahmen zum Abbau des europäischen Butterberges vor dem Agrar-Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft (EG) vorgeschlagen.
23. Januar
BRD 1968 – Einer Forschergruppe des Münchener Max-Planck-Instituts für Biochemie war erstmals die künstliche Erzeugung des Hormons Glucagon gelungen.
24. Januar
Dänemark 1968 – Der dänische Ministerpräsident Jens Otto Krag hatte König Frederik IX. sein Rücktrittsgesuch übergeben. Bei den Wahlen zum Parlament (Folketing) am Vortag hatte seine Sozialdemokratische Partei mit 38,3 Prozent eine Niederlage hinnehmen müssen.
25. Januar
BRD 1968 – Die Bundesregierung hatte ihren ersten Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt. Für 1968 wurde eine reale Steigerung des Bruttosozialprodukts um 4 Prozent erwartet, gegenüber einer Stagnation im Jahr 1967.
25. Januar
Israel 1968 – Gegenüber den Vereinten Nationen (UN) hatte sich Israel formell mit den Plänen zur Räumung des Suezkanals einverstanden erklärt. Seit dem Ende des Sechstagekrieges am 10. Juni 1967 lagen 15 Schiffe in der Wasserstraße fest.
25. Januar
Sowjetunion/Großbritannien/Griechenland 1968 – Die Sowjetunion und Großbritannien hatten die griechische Militärregierung anerkannt.
25. Januar
Kanada/Großbritannien 1968 – Der britische „Posträuber“ Charles Wilson war nach dreieinhalbjähriger Flucht in der Nähe von Montreal (Kanada) von Scotland Yard verhaftet worden. Wilson war am Postzug-Überfall vom 8. August 1963 beteiligt und im Sommer 1964 von seinem Komplizen in einer spektakulären Aktion aus dem Winson-Green-Gefängnis in Birmingham (Großbritannien) befreit worden.
26. Januar
BRD 1968 – In Lengede (Niedersachsen) waren bei einer Explosion in der Erzgrube „Mathilde“ zwölf Bergleute ums Leben gekommen. Bereits im Oktober 1963 waren dort 29 Bergleute bei einem Grubenunglück gestorben.
26. Januar
Autorennsport 1968 – Die Rallye Monte Carlo, die am 19. Januar begonnen hatte, war mit einem Doppelsieg für Porsche zu Ende gegangen. Den ersten Platz hatten Vic Elford und David Stone (Großbritannien) vor Paul Toivonen und Martti Tiukkanen (Finnland) belegt, beide Teams auf Porsche 911 T. Während der Rallye waren bei zwei Unfällen der Italiener Luciano Lombardini und ein Privatfahrer ums Leben gekommen. Weitere sechs Personen waren verletzt worden.
27. Januar
Europa 1968 – Im Mittelmeer begann eine große Suchaktion nach zwei U-Booten. Vermisst wurden das französische U-Boot „Minerve“ mit 52 Seeleuten an Bord und seit dem 25. Januar das israelische U-Boot „Dakar“ mit 69 Seeleuten an Bord.
27. Januar
BRD 1968 – Bei St. Goar (Rheinland-Pfalz) waren mehr als 100.000 Liter leichten Heizöls in den Rhein geflossen. Eine Kollision eines bundesdeutschen Tankschiffes mit einem niederländischen Schlepper war die Ursache für den Schaden.
28. Januar
Schweiz/Österreich 1968 – Lawinen und heftige Schneestürme hatten zu katastrophenähnlichen Zuständen in der Schweiz und in Österreich geführt. In deren Folge waren 35 Menschen ums Leben gekommen.
28. Januar
Eisschnelllauf 1968 – Bei den vorolympischen Wettbewerben in Inzell (Bayern) hatte der bundesdeutsche Eisschnellläufer Erhard Keller über 500 m Sprint in 39,2 sec einen neuen Weltrekord aufgestellt.
29. Januar
BRD 1968 – Auf dem 19. Bundesparteitag der FDP in Freiburg im Breisgau war Walter Scheel zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Er löste Erich Mende ab. Dieser war acht Jahre lang im Amt gewesen.
29. Januar
BRD/Jugoslawien 1968 – Nach zweiwöchigen Verhandlungen in Paris hatten die Bundesrepublik und Jugoslawien die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart. Diese waren am 19. Oktober 1957 von der BRD abgebrochen worden, weil zwischen Jugoslawien und der DDR Botschafter ausgetauscht worden waren.
29. Januar
BRD 1968 – Der Aufsichtsrat des Thalia-Theaters in Hamburg, hatte sich für Boy Gobert als neuen Intendanten entschieden.
29. Januar
Antarktis 1968 – Zum ersten Mal war die Durchbohrung des etwa 2500 m dicken Eismantels der Antarktis gelungen. Von dieser technischen Pioniertat erhofften sich die US-amerikanischen Wissenschaftler neue Aufschlüsse über die Erdgeschichte. Sie hatten sechs Monate für die Bohrarbeiten benötigt.
30. Januar
Vietnamkrieg 1968 – Einheiten der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams und nordvietnamesische Truppen hatten unter General Vo Nguyen Giap mit der Tet-Offensive begonnen, die für die US-amerikanischen und südvietnamesischen Truppen völlig überraschend kam. Besonders betroffen waren die Städte Saigon und Hue.
30. Januar
Israel/Ägypten 1968 – Im nördlichen Abschnitt des Suezkanals war es zu einem Schusswechsel gekommen. Israelische Streitkräfte hatten vier ägyptische Räumschiffe angegriffen, nachdem die ägyptische Regierung die Absicht geäußert hatte, den Nordteil des Kanals auf seine Befahrbarkeit prüfen zu wollen.
31. Januar
BRD 1968 – Studenten hatten mit der Forderung nach Öffentlichkeit von Fakultätssitzungen eine Besprechung von etwa 80 Professoren der Philosophischen Fakultät der Freien Universität Berlin (West-Berlin) gestürmt und den Abbruch der Sitzung erzwungen.
31. Januar
BRD 1968 – Im Januar gab es in der BRD – einer Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg zufolge – 672.617 Arbeitslose. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres war dies eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 8,2 Prozent.
31. Januar
BRD 1968 – Die Lebenshaltungskosten im Januar 1968 waren 1,4 Prozent höher als im Januar 1967. Dies zeigten die Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Am stärksten hatten sich die Kosten bei Dienstleistungen (etwa 6 Prozent), Elektrizität (6,3 Prozent) und Gas (9,9 Prozent) erhöht.
31. Januar
Nauru 1968 – Der Inselstaat Nauru im Pazifischen Ozean hatte als Republik Nauru seine Unabhängigkeit von den Mandatsmächten Großbritannien, Neuseeland und Australien erhalten. Der erste Staatspräsident war Hammer De Robert geworden.

Januar 1968 in den Nachrichten

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