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Das Musikjahr 1945 - Letztes Konzert vom „Trio Lescano“

Dass 1945 der Zweite Weltkrieg seinem Ende zuging, war nach den vorangegangenen Niederlagen Deutschlands vorhersehbar. Anfang des Jahres schlugen sich die Amerikaner weiter nach Deutschland durch, die deutschen Truppen kapitulierten, die Russen marschierten in den zerbombten Städten ein. Adolf Hitler beging am 30. April Selbstmord.
Wie jeder Krieg hatte auch dieser ein Trümmerfeld hinterlassen, übersät mit Tod und Chaos. Nicht nur in Deutschland, überall waren die Verluste groß, England, Frankreich und die Vereinigten Staaten hatten jeweils mehr als 500.000 Kriegstote zu beklagen, sieben Millionen Deutsche starben, vierzehn Millionen Menschen in Russland, davon mehr als die Hälfte
Zivilisten. Die „Konferenz von Jalta“ fand statt, die Siegermächte teilten Deutschland unter sich auf. Gegen Ende des Jahres, im November, fanden die berüchtigten „Nürnberger Prozesse“ statt, um die Kriegsverbrecher zu bestrafen.
Deutschland lag in Trümmern. Das Ende des Krieges brachte nicht nur Erleichterung, sondern auch viel Arbeit und Wiederaufbau mit sich. Kriegslieder wurden nun weniger gesungen und gehört, vielmehr wurde auf Musik zurückgegriffen, die in der Vorkriegszeit gespielt worden war.
Auf deutschem Boden sollte die Musik vor allen Dingen vom Krieg ablenken, die Stimmung heben. Der deutsche Schlager war beliebt, behandelte die Liebe, das Reisen und andere schöne Erfahrungen. Häufig diente die Musik gleichzeitig Theateraufführungen oder war Titelmusik von Filmen. Der Auftritt fand auf großen Bühnen statt, war begleitet durch Tanz und Schauspiel.
Marika Rökk sang 1945 von Nächten, in denen der Mensch nicht gerne alleine war. Hans Albers sehnte sich nach „La Paloma“ und Zarah Leander brachte ihr „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ heraus. Gerade letzteres Lied vermittelte sehr gut, wie die damalige Stimmung der Menschen sich auswirkte.
In Amerika wiederum feierte Bing Cosby große Erfolge. Er wurde neun Mal als „Top-Sänger“ ausgezeichnet, in den Hitparaden war er mit „Don’t Fence Me In“ und gegen Ende des Jahres noch einmal mit „It’s Been a Long, Long Time“ vertreten.
Auch wenn die Leute in den USA nicht selbst betroffen waren, der Krieg sie nur am Rande gestreift hatte, war der Drang, wie überall auf der Welt, vorhanden, das Gewesene zu vergessen und das neue Leben zu feiern. Der Swing war angesagt, der sich in fröhlichen Klängen entfaltete, angeführt in den Charts von Les Brown, der die Welt mit seinem Saxophon unterhielt.
Les Brown war auch derjenige, der Doris Day als Sängerin für seine Band engagierte, die allerdings, aufgrund ihrer Hochzeit und Ehe, die ganze zwei Jahre hielt, erst einmal wieder verschwand und dann, nach der Scheidung, direkt wieder aufkreuzte. 1945 erschien von den beiden der Nummer-Eins-Hit „Sentimental Journey". Dieses Lied war gleichzeitig auch die Erkennungsmelodie, die die heimkehrenden Soldaten in den Staaten willkommen hieß. Ein weiterer Hit von Les Brown war „My Dreams Are Getting Better All the Time“.
Der Swing wurde auch von den „Andrews Sisters“ erfolgreich in Szene gesetzt. Ihr Song „Rum and Coca-Cola“ war 1945 schwer angesagt.
Während des Krieges waren die drei Schwestern in den Krisengebieten unterwegs, um die amerikanischen Truppen zu unterhalten, darunter in Nordafrika und Sizilien. „Rum and Coca-Cola“ wurde ihr erfolgreichster Titel und wurde zweimal Teil eines Plagiatprozesses, da der Verfasser des Textes, Rupert Westmore Grant, den Song urheberrechtlich schützen ließ. Leider wusste der Komödiant Morey Amsterdam davon nichts. Er arbeitete 1943 als Entertainer für die amerikanischen Soldaten und bot den Song der Sängerin Jeri Sullivan an, ließ ihn nun seinerseits urheberrechtlich registrieren. Als die „Andrews Sisters“ das Ganze dann zu einem Erfolgsschlager machten, erhoben gleich mehrere Leute Anspruch auf die Rechte.
Dabei war der Song anfangs gar nicht so vielversprechend, zumal darin Alkohol verherrlicht wurde und sich mit dem Verweis auf das andere Getränk Werbung einschlich, die, außer vom Konzern selbst, nicht gerne gesehen war. Auch die leisen Andeutungen der Prostitution im Text wurden kritisiert.
Nichtsdestotrotz landete der Song auf Platz Eins und verkaufte sich millionenfach.
Während Perry Como „Till the End of Time“ sang und in den Charts landete, die Blues-Sängerin Ruth Brown gerade durch ihren „Bing Crosby“-Song im „New Yorker Apolla Theater“ entdeckt wurde und ihren Zukünftigen, den Trompeter Jimmy Brown, kennenlernte, für den sie ihre Familie verließ, um ihn zu heiraten, nahm der Jazz-Musiker Charlie „Bird“ Parker 1945, gemeinsam mit Miles Davis, die ersten Songs auf, die beim Publikum durch die unterschiedlichen Interpretationen großartig ankamen und seinen Weg zum Erfolg ebneten.
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