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Das Autojahr 1940 - Lkw statt Pkw

Im Kriegsjahr 1940 war die deutsche Automobilindustrie ausschließlich auf die Bedürfnisse des Zweiten Weltkrieges umgestellt worden, der im Vorjahr begonnen hatte und der den Menschen die Freude an einem privaten Fahrzeug nahezu genommen hatte. Vorrang hatten jetzt Militär- und Transportfahrzeuge. Die alljährliche Automobilausstellung, die IAA, die sonst in Berlin für Furore gesorgt hatte, entfiel in jenem Jahr. Es gab ersatzweise eine Veranstaltung in Wien, auf der allerdings auch keine epochalen Neuheiten vorgestellt wurden. Die Besucher erfreuten sich an den Wagen der Vorjahre. Dabei fand der KdF-Wagen, der als VW Käfer aus dem Jahr 1938 gezeigt wurde, den meisten Anklang. Das sollte auch noch viele Jahre so bleiben.
Aus Humboldt-Deutz war im Jahr 1938 schon Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) geworden, deren Fahrzeuge bis 1940 Magirus hießen. Dann hießen die Fahrzeuge Klöckner-Deutz, bis sich nach 1949 als Magirus-Deutz auf dem Markt bekannt wurden. Die Produktion von Nutzfahrzeugen war ab 1939 ausschließlich auf die Kriegsvorbereitungen ausgerichtet. Privat durfte kein LKW gekauft werden. Zudem wurde angestrebt, alle LKW-Typen zu vereinheitlichen. „Große Serien und wenige Typen“ – so lautete das Motto. Ab dem 1. Januar 1940 trat dann der so genannte Schell-Plan in Kraft, eine Verordnung, die Oberst Adolf von Schell als Generalbevollmächtigter für das Kraftfahrzeugwesen (GBK) festgelegt hatte und die die Vereinheitlichung der LKW-Typen zum Inhalt hatte. Die Innovationen im Nutzfahrzeugbau waren damit erledigt. Lediglich 19 anstatt 114 LKW-Typen konnten noch produziert werden. Weil sie nicht wendig genug
waren, durften auch die großen Drei-Achs-LKW nicht mehr gebaut werden. Zudem herrschte in Deutschland Mangel an allem. Das betraf hauptsächlich Benzin und Diesel. Die Holzgas-Generatoren wurden zur Notwendigkeit für die Nutzfahrzeuge. Die Firma Faun musste 1940 ihre Produktion von Lastkraftwagen einstellen, nachdem vom Einheitsdiesel 700 LKW produziert worden waren. Faun baute fortan Zugmaschinen.
Ab 1940 machte derweil in den USA ganz allmählich der Sportwagen Furore. Durch den Zweiten Weltkrieg kamen ausländische Sportwagen ins Land, die man bis dahin nicht gekannt hatte. Es waren nicht viele, aber sie veränderten die US-amerikanische Autoindustrie.
In den europäischen Ländern ging die Autoproduktion ebenfalls nur langsam voran. Doch Autorennen wurden noch ausgetragen. Italiens Autofirma Alfa Romeo beispielsweise hatte 1940 drei Roadster am Start, die beim „Mille Miglia“ zum Einsatz kamen, dem Autorennen, das über öffentliche Straßen auf einem Dreieckskurs im Norden Italiens ausgetragen wurde. Die in den dreißiger Jahren gebauten Automobile haben heute Seltenheitswert und werden als begehrte Oldtimer gehandelt.
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