Filmjahr 1933 - King Kong und  im Wunderland

Das Jahr 1933 ist nicht gerade das Jahr, das mit Filmen in Verbindung gebracht wird. Dominierend war die Tatsache, dass Adolf Hitler das Deutsche Reich übernahm und damit die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren. Das „Dritte Reich“ hatte begonnen und die andauernde Weltwirtschaftskrise überschattete außerdem die sozialen Gegebenheiten im Land. In den USA hatte Franklin D. Roosevelt das Präsidentenamt übernommen und begann die Große Depression zu bekämpfen.
In Großbritannien war das British Film Institute (BFI) gegründet worden, das als gemeinnützige Organisation in erster Linie zur Förderung der Entwicklung der filmischen Kunst im Land gedacht war.
Ein Film, der sich bis heute großer Anerkennung und Beachtung erfreut, kam in jenem Jahr 1933 aus den USA – „King Kong“, in Deutschland unter dem Titel „King Kong und die weiße Frau“. Es waren vor allem die Spezialeffekte und die der Einsatz des Stop-Motion-Verfahrens, das ihm diese Anerkennung nachhaltig einbrachte. Zudem wurde bei den Dreharbeiten erstmals die Miniaturprojektion angewandt, ein Verfahren, das im selben Jahr zum Patent angemeldet wurde. „King Kong“ gehört heute zu den Klassikern seines Genres. Der 100-minütige Schwarzweiß-Film bediente gleich mehrere davon. Er war Abenteuer-, Horror- und Fantasyfilm zugleich. Regie hatte Merian C. Cooper (1893-1973), der mit dem Ernest B. Schoedsack (1893-979) als Co-Regisseur zusammenarbeitete. Der Riesenaffe King Kong wurde weltbekannt. Die Hauptrollen in diesem Film spielten Fay Wray (1907-2004), Robert Armstrong (1890-1973) und Bruce Cabot (1904-1972). Bei seinem Kinostart in den USA am 2. März 1933 spielte der Film mehr als 90.000 Dollar ein. Für die damalige Zeit war das ein absoluter Rekord. Am 1. Dezember 1933 fand die deutsche Erstaufführung statt.
Ebenfalls aus den USA und ebenfalls im Jahr 1933 kam der Film „ im Wunderland“ in die Kinos. Die weibliche Hauptrolle spielte Charlotte Henry (19141980). Der Film war hochkarätig besetzt. Neben anderen Darstellern spielte Cary Grant (1904-1986) den Mock Turtle und Gary Cooper (1901-1960) den White Knight. Der ursprünglich 90 Minuten lange Film wurde später auf 77 Minuten gekürzt und von den Universal Studios am 2. März 2010 als DVD auf den Markt gebracht.
In Deutschland kam eine Science-Fiction-Film-Komödie in die Kinos – „Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt“. Harry Piehl (1892-1963) spielte die Hauptrolle, den Taxi-Fahrer Harry. Piehl hatte auch Regie geführt. Die Uraufführung erlebte der Film am Berliner Ufa-Theater am Kurfürstendamm.
In Deutschland entstand im Jahr 1933 auch der Film „Flüchtlinge“, ein Abenteuerfilm mit nationalistischen und nationalsozialistischen Propagandaelementen. Die Regie hatte Gustav Ucicky (1899-1961) und in den Hauptrollen waren Hans Albers (1891-1960) und die ungarische Schauspielerin Käthe von Nagy (19004-1973) zu sehen. Der Film ging locker durch die Zensur und hatte seine Uraufführung am 8. Dezember 1934 im Berliner Ufa-Palast am Zoo. „Flüchtlinge“ war der erste Film, der im Mai des Folgejahres mit dem gerade geschaffenen NS-Staatspreis geehrt wurde. Er erhielt das Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Film 1945 umgehend von den alliierten Militärbehörden in Deutschland verboten.
Aus den Vereinigten Staaten kam eine Kino-Neuheit ganz anderer Art. Dort, in Camden im US-Bundesstaat New Jersey, wurde das erste Autokino der Welt eröffnet, eine Art, bequem Filme anzuschauen, die in den 1950er und 1960er Jahren Kultstatus erreichte. Doch der Trend hatte sich nie ganz durchsetzen können.
Eine Oscar-Verleihung gab es 1933 nicht, weil man zukünftig die Filme des vergangenen Kalenderjahres auszeichnen wollte. So gab es die nächste Verleihung erst 1934.

Nach einer Umfrage der Zeitschrift „Lichtbühne" nach dem besten Filmstar des Jahres 1932  belegte Lilian Harvey den ersten Platz. Danach folgen Willy Fritsch, Gustav Fröhlich, Greta Garbo, Hans Albers, Renate Müller, Magda Schneider, Dolly Haas, Marlene Dietrich, Willy Forst, Brigitte Helm, Rudolf Forster, Elisabeth Bergner, Hermann Thimig, Anny Ondra, Richard Tauber, Gustaf Gründgens, Emil Jannings und Heinz Rühmann.

Filme die im Jahr 1933 an den Start gingen:
"Die 42. Straße" von Lloyd Bacon, mit Warner Baxter und Bebe Daniels. 
"Berkeley Square" von Frank Llyod und mit Leslie Howard. 
"Brennendes Geheimnis" von Robert Siodmak und mit Willi Forst. 
"Counsellor at Law" (William Wyler) mit John Barrymore und Bebe Daniels. 
"Design for Living" (Ernst Lubitsch) mit Gary Cooper, Fredric March und Miriam Hopkins. 
"Dinner um acht" (George Cukor) mit Marie Dressler und John Barrymore. "
The Eagle and the Hawk" (Stuart Walker) mit Cary Grant und Fredric March. 
"Fra Diavolo" (Hal Roach) mit Stan Laurel und Oliver Hardy. 
"Goldgräber" von Mervyn LeRoy. 
"Island of Lost Souls" (Erle C. Kenton) mit Charles Laughton. 
"Kavalkade" von Frank Lloyd. 
"King Kong und die weiße Frau" (Merian C. Cooper / Ernest B. Schoedsack) mit Fay Wray. 
"Königin Christine" (Rouben Mamoulian) mit Greta Garbo und John Gilbert. 
"Lady for a Day" von Frank Capra. 
"Lady Killer" (Roy Del Ruth) mit James Cagney. 
"Ein Lied geht um die Welt (Richard Oswald) mit Joseph Schmidt und Viktor de Kowa. 
"Little Women" (George Cukor) mit Katharine Hepburn und Joan Bennett. 
"Die Marx-Brothers im Krieg" (Leo McCarey) mit den Marx-Brothers. 
"Morning Glory" (Lowell Sherman) mit Katharine Hepburn und Adolphe Menjou. 
"One Sunday Afternoon" (Stephen Roberts) mit Gary Cooper und Fay Wray. 
"Das Privatleben Heinrichs VIII." (Alexander Korda) mit Charles Laughton. 
"The Prizefighter and the Lady" (W. S. Van Dyke) mit Myrna Loy und Max Baer. 
"Reunion in Vienna" (Sidney Franklin) mit John Barrymore. 
"S.O.S. Eisberg" (Arnold Franck) mit Leni Riefenstahl und Ernst Udet. 
"Sexbombe" mit Jean Harlow. 
"Sie tat ihm Unrecht" (Lowell Sherman) mit Mae West und Cary Grant. 
"Der Sieg des Glaubens" von Leni Riefenstahl. 
"State Flair" (Henry King) mit Janet Gaynor und Will Rogers. 
"Das Testament des Dr. Mabuse" von Fritz Lang. 
"Der Tunnel" (Curtis Bernhardt) mit Paul Hartmann und Aittla Hörbiger. 
"Viktor und Viktoria" (Reinhold Schünzel) mit Renate Müller. 
"Walzenkrieg" (Ludwig Berger) mit Willy Fritsch und Paul Hörbiger. 
"When Ladies Meet" (Harry Beaumont) mit Ann Harding und Robert Montgomery. 
"Die Wüstensöhne" von William A. Seiter, mit Stan Laurel und Oliver Hardy.

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