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Chronik 1813 - Das Dramatikerjahr und die Völkerschlacht bei Leipzig

Nicht nur die Völkerschlacht bei Leipzig, in der die Truppen Napoleons von den verbündeten Heeren der Österreicher, der Preußen, der Russen und Schweden besiegt wurden, macht das Jahr 1813 zu einem bedeutenden Jahr in der Historie. Es wird allgemein als „Dramatikerjahr“ bezeichnet, wobei es zunächst noch nicht die Werke waren, die dem Jahr den Beinamen einbrachten, sondern erst einmal die Geburt etlicher Zeitgenossen, die später an Bedeutung gewannen. Den Begriff verdankt das Jahr dem deutschen Dichter Otto Ludwig (1813-1865) und dem tschechischen Journalisten und Librettisten von „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana (1824-1884), dem Dramatiker Friedrich Hebbel (1813-1863) und dem Dichter Georg Büchner (1813-1837), dem Komponisten Richard Wagner (1813-1883) und seinem italienischen Kollegen Giuseppe Verdi (1813-1901) – sie alle waren in jenem Jahr geboren worden. Zu dem Zeitpunkt waren ihre bedeutenden Schöpfungen allerdings noch nicht zu erahnen. In Deutschland hatten die Menschen allerdings anderes im Kopf. Sie waren mit den Befreiungskriegen konfrontiert und mit der Begeisterung über die Niederlage, die Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig einstecken musste. Zwar gelang es dem Franzosen-Kaiser noch, die zweitägige Schlacht bei Hanau gegen ein Heer der Bayern und Österreicher für sich zu entscheiden, aber er kämpfte dort schon nur noch mit den Resten seiner Armee. Die Stimmung in Europa war immer mehr gegen Napoleon umgeschlagen. Der Britisch-Amerikanische Krieg war für die Europäer zu weit weg, als dass sie daran mit viel Interesse Anteil genommen hätten, wenngleich er Großbritannien doch intensiv betraf. Doch da die Kampfhandlungen auf dem amerikanischen Kontinent ausgetragen wurden, waren auch hier eher die Sorgen um die britischen Soldaten und deren gesunde Rückkehr vorrangig. Eine Naturkatastrophe erschütterte das Leben in der karibischen Stadt Martinique, die eine Region Frankreichs war und in der Napoleon 1802 die Sklaverei wieder eingeführt hatte. Erst 1848 wurde sie dann endgültig abgeschafft. Dort wütete ein kräftiger Hurrikan im August 1813, der viele Zerstörungen verursachte und mindestens 3000 Menschenleben forderte. Nicht ganz so verheerend war das Unglück, das die Münchner traf. Durch ein Hochwasser war die Brücke über die Isar eingestürzt. Mehr als 100 Schaulustige wurden dadurch in die Fluten und damit in den Tod gerissen.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1813

Im Januar
Erscheinen des Romans Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil) der Engländerin Jane Austen

Im Januar

In Australien wird der Holey Dollar als Währung eingeführt.

5. Januar

Dänemark erklärt seinen Staatsbankrott.
17. Januar
Der Brite Humphry Davy entdeckt den Lichtbogen.

22. Januar

Eine britisch-indianische Armee besiegt in der Schlacht bei Frenchtown, dem so genannten "River Raisin Massacre" eine etwa 1.000 Mann zählende amerikanische Truppe und zwingt sie zur Kapitulation. Indianer ermorden anschließend etwa 30–60 verwundete Amerikaner.

Im Februar

In New York finden Gouverneurswahlen statt
6. Februar
Mit Tancredi feiert der 20-jährige Gioachino Rossini seinen ersten großen Erfolg als Opernkomponist

8. Februar

Professor Henrich Steffens ruft seine Studenten in Breslau zum Widerstand gegen Napoleon auf.
9. Februar
König Friedrich Wilhelm führt in Preußen die Wehrpflicht ein
28. Februar
Nach dem Preußisch-russischen Militärbündnis von Kalisch wechselt Preußen auf die Seite der Gegner von Napoleon.

10. März

König Friedrich Wilhelm III. stiftet erstmals das Eiserne Kreuz als Tapferkeitsauszeichnung für Soldaten.
13. März
Marschall Louis-Nicolas Davout aus Frankreich lässt die Brücke über der Elbe in Meißen niederbrennen.
16. März
Preußen erklärt Frankreich den Krieg.
17. März
Mit dem Aufruf "An Mein Volk" bat der preußische König Friedrich Wilhelm III um Unterstützung für den Kampf gegen Kaiser Napoleon I.
17. März
Scharnhorst gründet die preußische Landwehr.
18. März
Russische Truppen unter dem Befehl von Friedrich Karl von Tettenborn besetzen während des Befreiungskrieges Hamburg und vertreiben die Franzosen aus der Stadt. Diese erobern jedoch am 30. Mai den Ort zurück.
25. März
Die Oper Die Insulanerinnen von Conradin Kreutzer wird in Stuttgart uraufgeführt
2. April
Im Gefecht bei Lüneburg siegten verbündete Preußen und Russen über die Franzosen
5. April
Das Gefecht bei Möckern zwischen den Truppen Frankreichs und der preußisch-russischen Koalition findet statt
21. April
Preußen bestimmt im Landsturm-Edikt, dass alle Männer vom vollendeten 17. bis zum 60. Lebensjahr, sofern sie weder der Armee noch der Landwehr angehören, künftig einem Aufgebot zur Landesverteidigung Folge zu leisten haben.
2. Mai
Schlacht bei Großgörschen, erste Schlacht der Befreiungskriege
2. Mai
Beim Gefecht von Halle besetzten die Preußen unter Blücher das von den Franzosen besetzte Halle an der Saale.
20./21. Mai
Schlacht bei Bautzen zwischen der Koalition und den Franzosen, Sieg der napoleonischen Truppen
22. Mai
Schlacht bei Reichenbach und Markersdorf
28./30. Mai
Gefecht an der Nettelnburger Schleuse
4. Juni
Gefecht bei Luckau
27. Juni
Die zweite Reichenbacher Konvention wird geschlossen.
12. Juli
Der Trachenberg-Plan wird beschlossen.
23. August
Bei der Schlacht bei Großbeeren verhinderte die Niederlage der Franzosen  ein erneutes Vordringen der napoleonischen Truppen nach Berlin
26. August
Schlacht an der Katzbach
26./27. August
Schlacht von Dresden zwischen den Franzosen unter Napoleon und dem Hauptheer der verbündeten Koalitionstruppen. Letzter Sieg der französischen Truppen auf deutschem Boden.
27. August
Preußische Verbände und ein französisches Korps liefern sich während der Befreiungskriege die Schlacht bei Hagelberg, die durch das Eingreifen russischer Kosaken mit der Flucht der Franzosen endet.
29./30. August
Schlacht bei Kulm in Böhmen zwischen der Koalition und den Franzosen. Sieg der Koalitionstruppen
6. September
Schlacht bei Dennewitz (Befreiungskriege)
16. September
Schlacht an der Göhrde
30. September
Karl Theodor von Dalberg verlässt das Großherzogtum Frankfurt.
1. Oktober
Das Königreich Westphalen wird in Kassel vom eingerückten Kosakenanführer Tschernyschew für aufgelöst erklärt, nachdem die kapitulierenden französischen Truppen König Jérôme Bonapartes abgezogen sind.
3. Oktober
In der Schlacht bei Wartenburg gelingt einem preußischen Korps während der Befreiungskriege der Übergang über die Elbe und damit eine Bedrohung der Nordflanke der in Sachsen befindlichen französischen Truppen Napoleon Bonapartes.
8. Oktober
Im Vertrag von Ried (Ried im Innkreis) wechselt das Königreich Bayern die Fronten. Es verlässt das napoleonische Frankreich und tritt gegen die Zusicherung des Wahrens seines Besitzstands den Alliierten im Sechsten Koalitionskrieg bei.
14. Oktober
Das bislang verbündete Königreich Bayern erklärt Frankreich den Krieg.
16. - 19. Oktober
In der Völkerschlacht bei Leipzig werden die Truppen Napoléons von den verbündeten Heeren der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden besiegt.
28. Oktober
Karl Theodor von Dalberg dankt zugunsten von Napoléons Stiefsohn Eugène de Beauharnais als Großherzog von Frankfurt ab; das Großherzogtum zerfällt.
31. Oktober
Napoléon Bonaparte setzt sich nach der Völkerschlacht bei Leipzig mit den Resten seiner Armee in der zweitägigen Schlacht bei Hanau gegen ein bayerisch-österreichisches Heer durch, das ihm den Rückweg nach Frankreich verlegen wollte.
2. November
König Friedrich I. von Württemberg wechselt auf die Seite der Verbündeten im sechsten Koalitionskrieg gegen den französischen Kaiser Napoleon über. Österreich hat ihm im Vertrag von Fulda Zusicherungen zum Bestand seines Königreiches gegeben.
30. November
Prinz Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, ehemals Statthalter Wilhelm VI. der Niederlande, kehrt aus dem britischen Exil zurück.
2. Dezember
Die Niederlande proklamieren ihre Unabhängigkeit von französischer Herrschaft und Wilhelm I. als ihren Souverän.
21. Dezember
Alliierte Truppen der sechsten Koalition rücken zwischen Basel und Schaffhausen in die Schweiz ein, deren Grenztruppen sich kampflos zurückziehen. Mit der Besetzung zieht das Ende der Mediation im Alpenstaat herauf.
29. Dezember
In Zürich beschließen zehn alte Kantone der Schweiz die Aufhebung der Mediationsverfassung. Weil zugleich die Untertanenverhältnisse abgeschafft bleiben, treten in den folgenden Wochen Spannungen auf.
21. Juni
Schlacht von Vitoria
31. August
Briten und Portugiesen stürmen im Spanischen Unabhängigkeitskrieg die von Franzosen besetzte spanische Stadt San Sebastián und stecken den Ort dabei in Brand.
11. Dezember
Franzosen und Spanier schließen mit dem Vertrag von Valençay Frieden und vereinbaren die Rückkehr von Ferdinand VII. auf den spanischen Thron.
28. Mai
Johann Peter Horst und Friederike Luise Delitz werden als Mitglieder einer Mordbrennerbande auf der Berliner Jungfernheide dem Scheiterhaufen überantwortet. Dies ist die letzte Hinrichtung durch Verbrennen in Deutschland.
10. Juni
Das vom Minister Maximilian von Montgelas erlassene Judenedikt regelt deren rechtlichen Verhältnisse im Königreich Bayern bis hin zu einer Begrenzung von Familien pro Ort.
12. Oktober
Der Friede von Gulistan beendet den Russisch-Persischen Krieg.
24. Oktober
Im Frieden von Gulistan verliert Persien weite Teile des Kaukasus an Russland.
6. Juni
700 Briten besiegen in der Schlacht bei Stoney Creek (Kanada) über 3.000 Amerikaner.
24. Juni
Britische Truppen zwingen in der Schlacht bei Beaver Dams eine zahlenmäßig überlegene amerikanische Abteilung zur Kapitulation.
10. September
Die Amerikaner besiegen in der Schlacht auf dem Eriesee ein britisches Flottengeschwader und zwingen die Briten zur Räumung der von ihnen besetzten Teile Michigans.
28. September
Die Briten müssen nach ihrer Niederlage in der Schlacht auf dem Eriesee das 1812 eroberte Detroit und weitere Positionen am Detroit River aufgeben.
5. Oktober
Die Amerikaner besiegen die sich vom Detroit River zurückziehenden britisch-indianischen Truppen in der Schlacht am Thames River und beseitigen damit die britische Bedrohung ihrer Nordwestgrenze am Eriesee.
26. Oktober
Britisch-kanadische Miliztruppen besiegen in der Schlacht am Chateauguay River eine achtfach überlegene amerikanische Armee und zwingen sie zum Rückzug aus Kanada.
10. November
Britische Truppen besiegen in der Schlacht bei Chrysler's Farm eine zehnfach überlegene amerikanische Armee, womit die Doppelinvasion nach Kanada gescheitert ist.
19. Dezember
Britische Truppen erobern die amerikanische Festung Fort Niagara.
17. Oktober
Im Chilenischen Unabhängigkeitskrieg sorgt die Schlacht bei El Roble für eine Überraschung. Nach starken Verlusten der Patrioten gegenüber einer royalistischen Streitmacht wendet sich durch den Widerstand eines Haufens um Bernardo O’Higgins eine verloren geglaubte Schlacht zu Gunsten der Patrioten.
6. November
María Morelos y Pavón fordert auf dem Kongress von Chilpancingo in Mexiko José die Unabhängigkeit von Spanien.
11. Mai
Unter Führung von Gregory Blaxland durchquert die Blaxland-Expedition die Blue Mountains in Australien.
29. Mai
Die Optische Telegrafenlinie Metz–Mainz wird von den Franzosen nach dem System Claude Chappes eröffnet. Wichtige Nachrichten werden in codierter Form über Signalstationen weitergemeldet, sofern eine vom Wetter unbeeinträchtige Sichtverbindung herrscht.
6. April
Die Oper Les Abencérages, ou L'Étendard de Grenade von Luigi Cherubini wird an der Grand Opéra Paris uraufgeführt
22. Mai
Uraufführung von Gioachino Rossinis erster großer Opera buffa Die Italienerin in Algier
10. Juli
Die Operette Der blinde Gärtner oder Die blühende Aloë von Peter Joseph von Lindpaintner wird in München uraufgeführt
8. Dezember
Die 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven wird in Wien zum ersten Mal aufgeführt
26. Dezember
Die Oper Aureliano in Palmira von Gioacchino Rossini wird am Teatro alla Scala di Milano in Mailand erstmals aufgeführt.
Im Dezember
Johann Wolfgang von Goethe schreibt die Ballade Der Totentanz
13. September
Durch ein Hochwasser der Isar stürzt in München die Isarbrücke ein und reißt dabei 100 Menschen in den Tod.
Im August
Ein kräftiger Hurrikan wütet auf Martinique und forderte 3000 Tode


 

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