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Chronik 1814 - Napoleons Abdankung und Verbannung nach Elba

Nun war es soweit – Napoleon Bonaparte (1769-1821) hatte seine Akzeptanz als Herrscher und Kriegsherr verloren und musste als Kaiser von Frankreich und Italien abdanken. Die Verbündeten der Koalitionskriege hatten ihm eine Vereinbarung zur Unterschrift vorgelegt, die ihm keine Wahl ließ. Nach der Abdankung würde er sein neues Zuhause auf der Mittelmeer-Insel Elba antreten. Zwei Tage hatte er die Unterschrift noch hinausgezögert, hatte noch mit einem Suizid versucht, seine Lage zu „verbessern“, aber letztendlich fand er sich mit der Situation ab. Wenige Tage später, am 24. April 1814, landete der Bruder von König Ludwig XVI. (1754-1793) in Calais, um nach Napoleons Verbannung die Macht in Frankreich zu übernehmen. Mit jenem Louis Stanislaw Xavier (1755-1824), Graf der Provence, begann die Phase der Restauration der Monarchie der Bourbonen im Land. Er hatte als König Ludwig XVIII. für seinen Neffen Ludwig VII. (1785-1795) die Regentschaft übernommen, der in der königlichen Reihenfolge geführt wurde, aber nie regiert hatte. Eine der ersten Amtshandlungen von Ludwig XVIII. auf dem Thron bestand darin, dass er die 300.000 Mann starke Armee Napoleons nach Hause schickte. Sie wurde nicht mehr gebraucht. Auch in Spanien ordnete König Ferdinand VII. (1784-1833) die Rückkehr zum Absolutismus an. Er hatte die Verfassung von 1812 per Dekret aufgehoben. Im September 1814 begann der Wiener Kongress, auf dem der Deutsche Bund entstand. In den USA wurde der Britisch-Amerikanische Krieg am 24. Dezember 1814 durch den „Frieden von Gent“ beendet, nachdem britische Truppen in der Schlacht bei Bladensburg eine fast doppelt so große Übermacht der amerikanischen Milizarmee besiegten und die US-Hauptstadt Washington erobert hatten. Das Kapitol wurde dabei zerstört und das Weiße Haus wurde beschädigt. Der US-Präsident James Madison (1751-1836) floh mit seiner Regierung nach Virginia. Dieser Sieg der Briten gilt in der amerikanischen Geschichte als die größte militärische Demütigung, die dem Land jemals zugefügt wurde. Die Amerikaner schafften jedoch im September eine entscheidende Wende zu ihren Gunsten, indem sie die Briten in der Schlacht bei Plattsburgh besiegten. Sie konnten auf dem Lake Champlain der von Thomas Macdonoughs (1783-1825) herangeführten britischen Flottille eine herbe Niederlage zufügen. Im Dezember wurde dann offiziell Frieden geschlossen. Dennoch wurde nach dem Friedensschluss noch eine Schlacht geschlagen, die „Schlacht von New Orleans“, die im Januar 1815 ausgefochten wurde. Der Grund dafür waren die langsamen Informationswege. Der Vertrag wurde erst am 18. Februar von den USA ratifiziert. Er hatte den status quo der Vorkriegszeit wieder hergestellt. Der Krieg war für die Amerikaner erfolglos gewesen, denn er hatte keines ihrer Ziele erfüllt. In Österreich hatte im Jahr 1814 ein kulturelles Ereignis die Gemüter bewegt – die Uraufführung von „Fidelio“, der einzigen Oper von Ludwig van Beethoven (1770-1827) am Theater am Kärntnertor in Wien. Zu jenem Zeitpunkt war der Komponist schon fast vollständig ertaubt.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1814

1. Januar

Der preußische Generalfeldmarschall Blücher überschreitet mit seiner Armee den Rhein.
3. Januar
Uraufführung der Operette Die Nachtmütze des Propheten Elias von Conradin Kreutzer in Stuttgart
14. Januar
Der Frieden von Kiel beendet den dänisch-schwedischen Krieg. Norwegen wird aus dem dänischen Reich herausgelöst und fällt an Schweden.
1. Februar
Uraufführung der Oper L'Oriflamme von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
24. Februar
Uraufführung der Oper Alimon und Zaide oder Der Prinz von Catanea von Conradin Kreutzer in Stuttgart
7. März
Am Chemin des Dames gelingt Napoleon mit seinen Truppen ein letzter Sieg gegen die im Befreiungskrieg auf Paris vorrückenden Preußen und Russen.
10. März
Uraufführung des Feenspiels Die Eselshaut oder Die blaue Insel von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
28. März
Die US-amerikanische Fregatte USS Essex (32 Geschütze) wird nach einer erfolgreichen Kaperfahrt im Pazifik bei Valparaíso (Chile) von einem britischen Verband aus der Fregatte HMS Phoebe (36 Geschütze) und der Sloop HMS Cherub (18 Geschütze) zum Kampf gestellt und muss sich nach einem verlustreichen Gefecht ergeben.
30. März
Die Streitkräfte der sechsten Koalition erstürmen die Höhen des vor Paris gelegenen Montmartre. Am Nachmittag kapitulieren die französischen Verteidiger. Damit können die Verbündeten im Krieg gegen Napoléon in die Hauptstadt einmarschieren.
31. März
Alliierte Truppen mit dem russischen Zaren und Preußenkönig ziehen mit ihren Garden in Paris ein.
2. April
Der französische Senat erklärt Napoléon Bonaparte für abgesetzt. Ludwig XVIII. wird König von Frankreich.
6. April
Napoléon Bonaparte dankt nach seiner Niederlage in den Koalitionskriegen in Fontainebleau als Kaiser der Franzosen zu Gunsten seines Sohnes ab. Den Alliierten ist dies nicht ausreichend, die Sieger unterbreiten am 11. April ihre Vorstellungen.
11. April
Die Verbündeten der Koalitionskriege legen Napoleon eine Vereinbarung zur Unterschrift vor, welche seine bedingungslose Abdankung als Herrscher in Frankreich und in Italien vorsieht. Sie regelt seine Verbannung nach Elba. Napoléon unterschreibt den Vertrag zwei Tage später nach einem Suizidversuch in der Nacht davor.
12. April
 Bei dem Versuch über den Main zu kommen ertrinken 62 Mitglieder vom Banner der freiwilligen Sachsen bei Miltenberg. Emich Carl zu Leiningen stiftete dort das sogenannte Sachsengrab als letzte Ruhestätte.
4. Mai
Napoléon Bonaparte trifft im Exil auf Elba ein.
König Ferdinand VII. hebt in Spanien die Verfassung von 1812 per Dekret auf und ordnet die Rückkehr zum Absolutismus an.
5. Mai
Die Briten erobern die amerikanische Festung Fort Oswego am Ontariosee.
12. Mai
Die 300.000 Mann starke napoleonische Armee wird von König Ludwig XVIII. nach Hause entlassen.
17. Mai
Unterzeichnung der norwegischen Verfassung
23. Mai
Uraufführung der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven am Theater am Kärntnertor in Wien
30. Mai
Erster Pariser Frieden mit Preußen, Österreich, Russland und Großbritannien. Im Pariser Friedensvertrag wird unter anderem in Artikel 5 die Freiheit der Schifffahrt auf dem Rhein für jedermann geregelt. Großbritannien erhält die Insel Dominica zurück.
15. Juni
Uraufführung des Singspiels Die Rückfahrt des Kaisers von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
17. Juni
Der Botanische Garten Darmstadt entsteht, nachdem Großherzog Ludwig I. der Trockenlegung des Darmbachs und einer damit geänderten Geländenutzung zustimmt.
5. Juli
Eine amerikanische Brigade besiegt eine britische Truppe in der Schlacht bei Chippewa.
25. Juli
Die verlustreiche Schlacht bei Lundy's Lane zwischen Briten und Amerikanern bleibt ohne klaren Sieger, zwingt die Amerikaner jedoch zum Rückzug und damit zur Aufgabe ihrer letzten Invasion in Kanada.
13. August
Im Britisch-Niederländischen Vertrag einigen sich beide Seiten über die grundsätzliche Rückgabe der von den Briten während der Napoleonischen Kriege weggenommenen niederländischen Kolonien.
24. August
Eine britische Armee besiegt in der Schlacht bei Bladensburg eine fast doppelt so starke amerikanische Milizarmee und erobert die US-Hauptstadt Washington. Das Kapitol wird zerstört, das Weiße Haus beschädigt, und Präsident James Madison muss mit seiner Regierung nach Virginia fliehen. Die USA erleben damit die größte militärische Demütigung ihrer Geschichte.
9. September
Die Schweizerische Eidgenossenschaft verabschiedet einen neuen Bundesvertrag in der nachnapoleonischen Zeit.
11. September
Uraufführung der Oper Die Alpenhütte von Conradin Kreutzer in Ludwigsburg
18. September
Eröffnung des Wiener Kongresses (1814/1815): Der Deutsche Bund entsteht.
31. September
In der Schlacht bei Plattsburgh besiegen die Amerikaner die Briten und geben dem Britisch-Amerikanischen Krieg damit eine entscheidende Wende zu ihren Gunsten. Auf dem Champlainsee besiegt die US-amerikanische Flotte unter dem Befehl Thomas Macdonoughs eine von Kanada aus herangeführte britische Flottille.
4. Oktober
Uraufführung der Oper Elisabetha, Regina d'Inghilterra von Gioacchino Rossini am Teatro San Carlo in Neapel
8. Oktober
Die Norweger wählen erstmals ihr Storting, das Parlament Norwegens.
Im November
Jane Austens Roman „Mansfield Park“ erscheint
Papst Pius VII. lässt den 1773 von Papst Clemens XIV. aufgehobenen Jesuiten-Orden wieder zu.
4. November:
Das norwegische Storting wählt Karl XIII. von Schweden einstimmig zu seinem Regenten. Im Frieden von Kiel war dies vorgezeichnet.
19. November
Uraufführung der komischen Oper Die Pflegekinder von Peter Joseph von Lindpaintner in München
Im Dezember
Der Friede von Gent beendet den Britisch-Amerikanischen Krieg.
Erfindung der chemischen Formel "Schweinfurter Grün"
Joseph von Fraunhofer gibt ein erstes Verzeichnis von 567 Absorptionslinien im Sonnenspektrum an.
24. Dezember
Der Friede von Gent beendet den Britisch-Amerikanischen Krieg.