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Die Filme der 20er Jahre
Die Filmgeschichte der Zwanziger
Jahre des vergangenen Jahrhunderts, lässt sich grob
in zwei Abschnitte unterteilen. Schon vor Beginn des
Jahrzehnts bis 1927, war die Ära des Stummfilms.
Hier wurde die Geschichte nicht nur mit Bildern,
sondern mit Zwischentiteln erzählt, und zudem mit
Musik, die in größeren Filmpalästen teilweise live
aufgeführt wurde, untermalt. War vor 1920 noch
Frankreich die größte Filmnation, wurden
später die meisten Filme in den USA, größtenteils in
New York, und später in Los Angeles gedreht. In der
Metropole etablierten sich einige der heute noch
bekanntesten Produktionsfirmen der Welt: United
Artists, Warner Brothers oder später auch Paramount
Pictures. Bereits 1920 kam einer der bekanntesten
Filme des Jahrzehnts in die Kinos - "Das Cabinet des
Dr. Caligari". Dieser Film entstand im Zuge des
deutschen Expressionismus, der keine klaren Linien,
sondern fast groteske und surrealistische
Bühnenbilder verwendete. Als größter Filmstar der
Zwanziger Jahre, gilt unumstritten, der
US-Amerikaner
Charlie Chaplin. Dieser war bereits im
vorherigen Jahrzehnt einer der beliebtesten
Stummfilm-Schauspieler. Im Jahr 1921 wirkte er in
einem der großen Meilensteine der Filmgeschichte als
Hauptdarsteller mit. Für "The Kid" schrieb Chaplin
nicht nur das Drehbuch und die Filmmusik, führte
Regie und produzierte und schnitt den Film, sondern
spielte auch gleichzeitig dessen Hauptrolle.
Besonders am durchschlagenden Erfolg der Filme
Chaplins, wird deutlich, dass die Zuschauer in den
Filmpalästen, insbesondere an Unterhaltungsfilmen
und Slapstick interessiert waren. Dies entsprach
ganz dem Lebensgefühl der Zwanziger Jahre. Zudem
konnten, sich durch den aufkommenden Wohlstand,
immer mehr Menschen den Besuch in den
Lichtspielhäusern leisten. Dies wiederum führte zu
einem internationalen Erfolg des Films, und zu
großer Bekanntheit der Filmstars. Ein weitere
Meilenstein ist außerdem der in Deutschland
produzierte Horrorfilm "Nosferatu - Eine Symphonie
des Grauens" aus dem Jahr 1922. Dieser verarbeitete
den Klassiker "Dracula" des irischen Schriftstellers
Bram Stoker aus dem Jahr 1897. Mit diesem Film
beginnt der Aufstieg des Horrorgenres. Wie in allen
Schwarzweißfilmen, hatten die Regisseure, besonders
im Horror- und expressionistischen Genre, das Spiel
zwischen Licht, Schatten und Kontrasten optimiert,
sodass die Filme dieser Epoche eine großartige
Ästhetik ausstrahlen. 1925 wurde der Erste Weltkrieg
kritisch beleuchtet. "Die große Parade" ("The Big
Parade") ist ein Anti-Kriegsfilm, der, nach einem
Film von 1915, als der erfolgreichste amerikanische
Stummfilm aller Zeiten gilt. In diesem Jahr kam
ebenfalls die erste Version des Films "Ben Hur" in
die weltweiten Kinos. Revolutionär ist hier, dass,
dank neuer technischer Möglichkeiten, bereits erste
Szenen in Farbe gedreht werden konnten. Die
Einführung des Tonfilms im Jahr 1927 veränderte die
Industrie nachhaltig. Der erste Tonfilm "Der
Jazzsänger" ("The Jazz Singer") war auch finanziell
gesehen ein voller Erfolg, und wurde mehrmals neu
verfilmt. Die Dialoge waren größtenteils
improvisiert, im Laufe der Zeit wurden sie
allerdings komplexer und ausgereifter. Das wohl
größte künstlerische Highlight der Zwanziger Jahre
ist allerdings, ohne Frage, der Science-Fiction-Film
"Metropolis", der sich von den anderen Filmen des
Jahrzehnts, stark durch seine Sozialkritik abhebt.
Kommerziell war der Film ein großer Verlust, erst
2001
wurde der Film mit der Auszeichnung als
Weltdokumentenerbe von der UNESCO ausgezeichnet.
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