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Januar 1994 - Erstmals vier Millionen Arbeitslos in Deutschland

Kalender Januar 1994
Das Fazit des Monats war erschreckend. Es erinnerte an das Jahr 1933. Da waren es 4,8 Millionen Arbeitslose. Ende Januar wurden „nur“ 4 Millionen gezählt. Na, wenigsten hatte die Regierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl und die Spitzen aller Parteien ihren Umzug in die deutsche Hauptstadt Berlin beschlossen. Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll der geschafft sein. Die Natur hatte anscheinend beschlossen, den Menschen zu zeigen, wie mächtig sie ist. Erdbeben und eine schwere Kältewelle in den USA, Stürme an der Nordsee und Kugelblitze in Brandenburg. Die allerdings wurden nur beobachtet und kosteten keine Menschenleben. Und mit der Gründung der Deutschen Bahn AG hatten die Verspätungen nun auch einen anderen Namen.
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Wichtige Ereignisse im Januar 1994

1. Januar
Mit Jahresbeginn wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) gegründet. Zugleich trat das Abkommen über die Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) in Kraft.
1. Januar
Der Schweizer Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP), Otto Stich (1927-2012), übernahm das Amt des Bundespräsidenten seines Landes.
1. Januar
Im Südosten von Mexiko begann mit der Besetzung mehrerer Gemeinden in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten des Landes, der Aufstand der Zapatisten durch die indianische Guerillabewegung Nationale Befreiungsarmee Zapatista (EZLN).
1. Januar
Das North American Agreement on Enviromental Cooperation (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) und das North American Agreement on Labor Cooperation zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanade geschlossen wurde, traten in Kraft.
1. Januar
In der Bundesrepublik wurde die Deutsche Bahn AG gegründet.
1. Januar
Mit dem Beginn des Jahres traten in der BRD die Erhöhungen der Mineralölsteuer, die Kürzungen bei den Lohnersatzleistungen und weitere Sparmaßnahmen in Kraft.
1. Januar
Der seit März 1993 geltende Waffenstillstand in Afghanistan wurde von verfeindeten Mudschahedin-Gruppen gebrochen.
1. Januar
Etwa eine Million Hektar Wald wurden im australischen Bundesstaat Neusüdwales durch Großbrände vernichtet.
1. Januar
In Aserbaidschan wurde der Manat zur einzigen gültigen Landeswährung erhoben. Als gesetzliches Zahlungsmittel war vordem auch der Rubel gültig gewesen.
1. Januar
Im spanischen Barcelona wurde das historische Opernhaus „Gran Teatre del Liceu“ durch einen Brand zerstört.
2. Januar
Im Südosten der Türkei überfielen Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK einen Bus. Sie erschossen acht Insassen.
3. Januar
Nach dem Start in Richtung Moskau stürzte eine Tupolew Tu-154 der russischen Fluggesellschaft Baikal-Air wegen Triebwerksproblemen ab. Bei dem Unglück kamen alle 125 Menschen, die an Bord gewesen waren, ums Leben. Zudem starb eine Person am Boden durch den Absturz.
4. Januar
Als erste ehemalige Sowjetrepublik beantragte Litauen formell die Mitgliedschaft in der NATO.
5. Januar
Mit einem 29:22-Sieg gegen Russland endete das Spiel der deutschen Handball-Mannschaft. Für Torhüter Andreas Thiel (*1960) war es das 200. Länderspiel gewesen.
6. Januar
In Detroit (US-Bundesstaat Michigan) wurde die US-amerikanische Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan (*1969) bei einem Attentat mit einer Eisenstange verletzt.
6. Januar
In dem westafrikanischen Staat Togo kamen bei einem Umsturzversuch gegen Präsident Gnassingbé Eyadéma (1935-2005) 56 Menschen ums Leben. Der Präsident gab Ghana die Schuld an dem Putsch.
6. Januar
Der norwegische Skispringer Espen Bredesen (*1968) gewann die 42. deutsch-österreichische Vierschanzentournee.
7. Januar
Die Regierung von Israel entließ 101 palästinensische Gefangene, bei denen es sich um Personen handelte, die den Friedensschluss der PLO mit Israel unterstützten.
8. Januar
Mit dem Ziel, einen Weltraumrekord durch einen Langzeitaufenthalt von 14 Monaten aufzustellen, starteten drei russische Kosmonauten mit dem Raumschiff „Sojus TM-18“ zur Raumstation „Mir“.
9. Januar
Zur Eroberung der hauptsächlich von Kroaten bewohnten Stadt Vitez in Mittelbosnien begannen bosnische Regierungstruppen mit einer Offensive.
10. Januar
Von den Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten wurde die „Partnerschaft für den Frieden“ beschlossen.
11. Januar
In der westdeutschen Chemieindustrie erhielten die 700.000 Beschäftigten ab 1. Februar 1994 zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt. Bei Neueinstellungen wurden erstmals Löhne unter Tarif möglich.
12. Januar
Im Revisionsprozess wurde der einstige Frauenarzt Horst Theissen (*1938), der 1989 wegen illegaler Abtreibungen zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe und einem dreijährigen Berufsverbot verurteilt worden war, zu eineinhalb Jahren Haft mit Bewährung verurteilt.
13. Januar
Das Ermittlungsverfahren gegen zwei Beamte des Bundesgrenzschutzes wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung des mutmaßlichen RAF-Terroristen Holger Grams (1953-1993) am 27. Juni 1993 in Bad Kleinen wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt.
13.Januar
Der Ministerpräsident Italiens, Carlo Azeglio Ciampi (*1920) von den Christdemokraten, trat nach einer Amtszeit von acht Monaten von seinem Amt zurück, um Neuwahlen zu ermöglichen.
14. Januar
Unter der Leitung von Bundeskanzler Helmut Kohl (*1930) einigte sich eine Allparteienrunde auf den Regierungsumzug von in Bonn nach Berlin spätestens zum Jahr 2000.
15. Januar
In Hannover (Niedersachsen) wurde ein unabhängiges Grün-Alternatives Jugendbündnis gegründet, das als Nachwuchsorganisation der Partei Bündnis 90/ Grüne nahe steht.
15. Januar
In Neuruppin (Brandenburg) wurden zwischen 16:06 Uhr und 16:28 Uhr mehr als fünf Kugelblitze von etwa 30 Menschen beobachtet.
16. Januar
Das Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulation trat in Kraft.
16. Januar
Der russische Radikalreformer und Vize-Regierungschef Jegor Gaidar (1956-2009) trat wegen Unstimmigkeiten in der Wirtschaftspolitik zurück.
16. Januar
In Mogadischu unterzeichneten die beiden einflussreichsten verfeindeten somalischen Clans ein Friedensabkommen. Es soll sicherstellen, dass es nach dem Abzug der internationalen Truppen zu keinem Bürgerkrieg kommt.
17. Januar
Das Northbirdge-Erdbeben im Süden des US-amerikanischen Bundesstaates Kalifornien, das auch Los Angeles mit einer Stärke von 6,7 traf, forderte mindestens 55 Todesopfer. Mehr als 9.000 Menschen wurden verletzt.
18. Januar
Für 500 Millionen DM übernahm das Energieversorgungsunternehmen Preussen Elektra die Aktienmehrheit an fünf Stromversorgern im Osten Deutschlands.
19. Januar
Bei einer extremen Kältewelle, von der der Mittlere Westen und die Ostküste der USA betroffen waren, kamen mindestens 130 Menschen ums Leben.
20. Januar
Wegen der sogenannten Lottoaffäre trat die hessische Finanzministerin Annette Fugmann-Heesing (*1955) von der SPD von ihrem Amt zurück.
20. Januar
Die ehemalige Sowjetrepublik Kasachstan wurde Mitglied bei der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB).
20. Januar
Zehntausende Beutel mit dem hochgiftigen Pflanzenschutzmittel Apron Plus wurden an der niederländischen Küste angeschwemmt. Das Pestizid stammte aus Containern des französischen Frachters „Sherbo“, die über Bord gegangen waren.
21. Januar
Ein Somalier, der bei Nacht in ein Betriebsstofflager eingedrungen war, wurde von einem in Somalia stationierten deutschen Blauhelmsoldaten erschossen.
22. Januar
Im sogenannten Penis-Prozess wurde die 24-jährige Lorena Bobbitt von einem Geschworenengericht im US-Bundesstaat Virginia für nicht schuldig erklärt.
22. Januar
Deutschland erhielt in der Gruppe 7 bei der Auslosung für die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1996 in England die Gegner Wales, Albanien, Bulgarien, Georgien und Moldawien.
23. Januar
In Wiesbaden (Hessen) gründete der frühere bayerische FDP-Politiker Manfred Brunner (*1947) die konservativ-liberale Partei Bund Freier Bürger (BFB).
24. Januar
Der CDU-Politiker Roman Herzog (*1934) wurde von den Spitzen von CDU und CSU als gemeinsamer Kandidat für das Bundespräsidenten-Amt nominiert.
25. Januar
Der Versuch, eine dreijährige Übergangsperiode bis zur Neuwahl des 1992 aufgelösten Parlaments durchzusetzen, scheiterte auf einer Konferenz der Nationalen Versöhnung in Algerien, die von allen wichtigen Parteien boykottiert wurde.
26. Januar
Die Klage eines Beamten gegen die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossene Verlängerung der Beamtenarbeitszeit um eineinhalb Stunden auf 40 Wochenstunden wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgewiesen.
27. Januar
Die Länder Frankreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien und die Niederlande beschlossen angesichts des Giftalarms in der Nordsee vom 20. Januar 1994 verschärfte Vorschriften für den Schiffsverkehr.
28. Januar
In Sachsen-Anhalt wütete ein Orkan mit Geschwindigkeiten bis 180 km/h sowie Sturmfluten an der Nordseeküste. In Deutschland kosteten diese Naturgewalten mindesten acht Menschen das Leben.
29. Januar
Nach einem schweren Sturz bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen starb die 26-jährige österreichische Skirennläuferin Ulrike Maier (1967-1994) an ihren Verletzungen. Der Sturz ereignete sich bei einer Live-Übertragung im Fernsehen.
30. Januar
Zum neuen Präsidenten Algeriens wurde der Verteidigungsminister Liamine Zeroual (*1941) durch den von den Militärs dominierten Hohen Sicherheitsrat ernannt.
31. Januar
Der Münchener Automobilhersteller Bayerische Motoren Werke (BMW) übernahm die Aktienmehrheit an der Rover Cars (Birmingham) von der British Aerospace.
31. Januar
Erstmals überschritt in der Bundesrepublik die Zahl der Arbeitslosen die Vier-Millionen-Grenze.
Januar 1994 Deutschland in den Nachrichten
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