April 1982 - Die SPD krempelt um

Kalender April 1982
Nachdem Gesundheitsministerin Antje Huber am 7. April zurückgetreten war, bildete Bundeskanzler Helmut Schmidt am 28. April 1982 sein Kabinett um. Manfred Lahnstein wurde Finanzminister. Sein Vorgänger Hans Matthöfer löste Kurt Gescheidle im Postministerium ab. Anstelle von Herbert Ehrenberg übernahm Heinz Westphal das Ressort Arbeit und Soziales und Anke Fuchs wurde Gesundheitsministerin. Neuer Regierungssprecher wurde Klaus Bölling, der dieses Amt schon von 1974 bis 1980 bekleidete. Alle ausscheidenden und neuen Minister gehören der SPD an.
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Was geschah im April 1982

1. April
Die Linienflüge mit dem Überschallflugzeug Concorde der staatlichen französischen Fluglinie Air France zwischen Paris und Rio de Janeiro wurden eingestellt. In sechs Jahren waren auf 1263 Flügen nur 75.000 Passagiere, das waren durchschnittlich 60 Passagiere pro Flug befördert worden.
2. April

Falklandinseln 1982 – Nachdem das argentinische Militär die Inselgruppe im Südatlantik Falklandinseln besetzt hatte, brach der Falklandkrieg aus.
3. April
Otto Graf Lambsdorff, der Bundeswirtschaftsminister, besuchte Japan für sechs Tage. Er traf sich mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, um u. a. über das Ungleichgewicht im Handel zwischen Japan und der Europäischen Gemeinschaft und über die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zu sprechen.
4. April
Bundespräsident Karl Carstens absolvierte eine offizielle Reise von zehn Tagen nach Brasilien und Jamaika. Bei den Gesprächen ging es um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und um die argentinische Invasion auf den Falklandinseln.
5. April
Ein eintägiger Generalstreik legte in Luxemburg das öffentliche Leben vollkommen lahm. Die Gewerkschaften wollten damit gegen den Beschluss der Regierung protestieren, die Lohne nicht mehr im gleichen Maße wie die Teuerungsrate ansteigen zu lassen.
6. April
In Frankfurt am Main wurde zwischen Polen und Vertretern von rund 500 westlichen Banken ein Umschuldungsabkommen getroffen. Dabei ging es um Kredite in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar (5,68 Milliarden DM), die bereits Ende 1981 fällig gewesen wären.
7. April
Die Bundesregierung beschloss einen Stopp der Waffenlieferungen nach Argentinien. Der Grund dafür war die Besetzung der Falklandinseln.
8. April
Indien und Frankreich einigen sich nach drei Jahren Verhandlung über den Kauf von 40 französischen Kampfflugzeugen vom Typ Mirage 200 durch Indien.
9. April
Der Osterreiseverkehr wurde durch Hagel, Schnee und Sturmböen von bis zu 140 km/h erheblich behindert. Es kam zu Staus von bis zu 40 km Länge.
10. April
Syrien schloss seine Grenzen zum Irak. Angeblich würden von dort Saboteure und Waffen eingeschleust. Zu der Maßnahme führten die blutigen Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Angehörigen der verbotenen Moslem-Bruderschaft im Februar. Am 12. April blockierte Syrien auch eine über Syrien führende irakische Erdölpipeline.
11. April
Papst Johannes Paul II. erinnerte in seiner Osterbotschaft an die Millionen Hungernden in der ganzen Welt und erklärte, dass das Ausmaß des Hungers verringert werden könnte, wenn die Menschen teilweise auf den „wahnsinnigen Rüstungswettlauf“ verzichten würden.
12. April
In der Bundesrepublik und in West Berlin beteiligten sich fast eine halbe Million Menschen an den Ostermärschen.
13. April
UNESCO 1982 – Mitglied der UNESCO wurde das südasiatische, unabhängige Königreich Bhutan.
14. April
Die iranische Widerstandsorganisation Volks Mudschahedin berichtete in Paris, dass im Iran in den vergangenen zehn Monaten 13.000 Oppositionelle hingerichtet worden seien. Allein in den ersten elf Tagen des Februars seien 800 Menschen erschossen worden.
15. April
Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA wurde ein militärisches Abkommen über die „Unterstützung durch den Aufnahmestaat in Krise und Krieg“ geschlossen. Die Bundesrepublik wird in den genannten Situationen den US-Truppen Personal und Einrichtungen zur Verfügung stellen.
BRD 1982 – Das erste deutsche Retortenbaby kam im Universitätsklinikum Erlangen (Bayern) zur Welt.
17. April
Kanada 1982 – Die volle Souveränität erhielt der nordamerikanische Staat Kanada, womit sämtliche verfassungsrechtlichen Bindungen an Großbritannien entfielen.
18. April
Zum zweiten Jahrestag der Unabhängigkeit von Simbabwe wurde die Hauptstadt Salisbury in Harare umbenannt. Am Tag davor hatte Premierminister Robert Mugabe Vertreter der schwarzen und der weißen Opposition in seine Regierung aufgenommen und so seine Politik der nationalen Aussöhnung bekräftigt.
19. April
In München fand der 27. SPD-Bundesparteitag statt. Aufgrund der schweren Verluste bei den Landtags- und Kommunalwahlen im März bemühten sich die Delegierten um ein schärferes Parteiprofil vor allem in der Wirtschafts- und Sozialpolitik.
20. April
Laut einer Übersicht, die in den USA veröffentlicht wurde, war Lagos, die Hauptstadt Nigerias die teuerste Stadt der Welt. Es folgten Tokio und Oslo. Die teuerste Stadt in der Bundesrepublik Deutschland war Hamburg.
21. April
Seit im Juli 1981 ein Waffenstillstand geschlossen wurde, griffen zum ersten Mal israelische Kampfflugzeuge palästinensische Stellungen im Südlibanon an.
22. April
Die französische Regierung wies zwei syrische Diplomaten aus, die im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag auf die Redaktion einer arabischen Zeitung in Paris stehen sollten. Bei dem Anschlag waren eine Passantin getötet und 64 Personen verletzt worden. Die betroffene Zeitung hatte vorher berichtet, der Mord an dem französischen Botschafter im Libanon am 4. September 1981 wäre auf das Konto des syrischen Geheimdienstes gegangen.
23. April
USA 1982 – Ausgerufen wurde die Mikro-Nation Conch Republik. Sie wurde wieder in die Vereinigten Staaten eingegliedert.
24. April
Die 17-jährige Nicole Hohloch aus Neunkirchen/Nahe im Saarland gewann den Schlagerwettbewerb „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ mit dem Titel „Ein bisschen Frieden“.
25. April
Israel gab den letzten Teil der 1967 besetzten Sinaihalbinsel an Ägypten zurück.
26. April
China 1982 – Eine Hawker 2E der CAAC prallte in Yangshuo im Süden der Volksrepublik China gegen einen Berg während des Landeanflugs. Es kamen 112 Menschen ums Leben.
27. April
Zum ersten Mal in dem 25-jährigen Bestehen der Bundeswehr kamen in Koblenz Soldaten zu einer Protestkundgebung zusammen. Sie protestierten dagegen, dass es für sie keine Dienstzeitregelung gibt und damit Überstunden nicht vergütet werden.
29. April
In Polen wurde das Kriegsrecht gelockert und 800 Internierte wurden freigelassen und weitere 200 bedingt beurlaubt. Der Chef der unabhängigen Gewerkschaft „Solidarität“ blieb weiter in Haft.
30. April
Kenneth Kaunda, der Präsident von Sambia, und Pieter Willem Botha, der Chef der weißen Minderheitsregierung in Südafrika, trafen in einem Wohnwagen an der Grenze zwischen Botswana und Südafrika zu einem Gespräch von drei Stunden zusammen. Über die Gespräche wurde nichts konkretes bekannt

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