März 1972 - Olympische Winterspiele in Japan

Kalender März 1972
Der japanische Kaiser Hirohito hatte am 3. Februar im Makomanai-Stadion von Sapporo die XI. Olympischen Winterspiele eröffnet. Sie dauerten bis zum 13. Februar. Aus 35 Nationen nahmen 1.129 Athleten (davon 205) an den Spielen teil, die in 35 Wettbewerben gegeneinander antraten. Die Wettbewerbe wurden in sechs Sportarten ausgetragen. Den ersten Platz des Medaillenspiegels hatte die Sowjetunion mit 16 Medaillen belegt. Die DDR hatte den zweiten Platz erreicht und 14 Medaillen gewonnen. Den sechsten Platz belegte die Bundesrepublik. Auf ihr Konto wurden fünf Medaillen verbucht. Es waren die ersten Olympischen Winterspiele in Asien. Sapporo war schon für die Winterspiele im Jahr 1940 nominiert gewesen. Die Austragung war damals durch den Kriegsausbruch verhindert worden. In der Zuschauergunst hatten die Eishockey-Wettkämpfe den Vorrang. Der Niederländer Ard Schenk hatte drei Goldmedaillen im Eisschnelllauf über 1.500, 5.000 und 10.000 Meter gewonnen. Die Niederlande waren auf dem vierten Medaillenplatz gelandet.
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Wichtige Ereignisse im März 1972

1. März
Durch das Krankenhausfinanzierungsgesetz, das vom deutschen Bundestag in dritter Lesung verabschiedet wurde, sollten der Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung der Krankenhäuser langfristig gesichert werden.
1. März
Für den Flughafen Tegel in Westberlin, auf dem bisher nur Gesellschaften der Westmächte wie PanAm, BEA und Air France verkehrten, erhielten die österreichische Luftfahrgesellschaft AUA und die skandinavische Luftfahrtgesellschaft SAS Landerechte.
1. März
Aufgrund der revolutionären Aktivitäten wurde dem belgischen Ökonomen Ernest Mandel die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland untersagt. Dieses Verbot wurde von Bundesinnenminister Hand-Dietrich Genscher (FDP) vor dem Bundestag begründet.
2. März
In Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, töteten britische Soldaten bei einem Feuergefecht zwei Jugendliche, die unter Verdacht standen, Mitglieder der verbotenen Irisch-Republikanischen Armee (IRA) gewesen zu sein. Durch die Unruhen in Nordirland wurden in den letzten zweieinhalb Jahren 256 Menschen getötet, davon 50 in Jahr 1972.
2. März
Die US-amerikanische Raumsonde „Pioneer 10“ wurde ins All gestartet. Sie soll auf ihrem Flug in 21 Monaten den Jupiter erreichen und dann aus unserem Sonnensystem herausfliegen. Sie ist mit einer Tafel ausgestattet, falls sie auf eine außerirdische Zivilisation trifft. Auf der Tafel sind verschiedene Symbole, wie einen Mann und eine Frau, kosmische Strahlungswellen, das Wasserstoffatom und das Sonnensystem mit der Erde als Herkunftsplanet der Sonde.
2. März
Artikel 74 des Bundesgesetzes wurde geändert und vom deutschen Bundestag verabschiedet. Demnach erhielt der Bund besondere Kompetenzen für die Gesetzgebung im Umweltschutz, der bisher den Bundesländern unterstand.
3. März
Die Pfarrkirche am Hügel in St. Jakob brennt.
3. März
Start der Raumsonde Pioneer 10
4. März
In einem Kommentar der Moskauer Zeitung „Prawda“ wurde vor einer Nicht Ratifizierung der Ostverträge durch den deutschen Bundestag gewarnt. „Die Nicht Ratifizierung wurde der BRD den ernstesten und vielleicht auch nicht wiedergutzumachenden Schaden verursachen“.
4. März
In Leipzig fand die Uraufführung des Bühnenstücks „Die Kipper“ von Volker Braun, inszeniert von Gotthard Müller statt

5. März
Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) stattete dem Iran bis zum 8. März einen offiziellen Besuch ab. Ziel seiner Gespräche mit hochrangigen iranischen Politikern war es, die deutsche Ölversorgung zu sichern.
5. März
Bei dem fünf Tage dauernden Freundschaftsbesuch in der Sowjetunion unterzeichnete der Ministerpräsident von Bangladesch, Mujibur Rahman, ein Abkommen über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit beim Aufbau industrieller und anderer Projekte in Bangladesch.
5. März
Olympiasieger Erhard Keller beendete bei einem drei Tage dauernden Eisschnelllauf-Meeting in Inzell seine sportliche Karriere. Zu deren Abschluss lief er drei Weltrekorde: 500 m in 38,0 sek., 1000 m in 1:18,5 min und im Sprinter Vierkampf holte er 155,800 Punkte.
5. März
In Ulm stellte der Gewichtsheber Rudolf Mang aus Bellenberg mit 230,5 kg einen Weltrekord im Superschwergewicht auf.
6. März
In Frankfurt am Main meldete die Charterfluggesellschaft Calair Konkurs an. Die Ursachen dafür waren Überschuldung und Unterbeschäftigung. Weitere vier bundesdeutsche Charterfluggesellschaften mussten bis September 1972 den Betrieb einstellen.
7. März
In Brüssel trafen sich die Wirtschafts- und Finanzminister der EG-Länder. Sie einigten sich auf wichtige Punkte für die Wirtschafts- und Währungsunion, wie u. a. auf eine engere Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Konjunkturpolitik und die Verringerung der Brandbreiten der Wechselkurse zwischen den EG-Währungen.
Zeitungen 70er Jahre

8. März
Das Hospitalschiff „Helgoland“ kehrte nach sechs Jahren Einsatz in Vietnam in seinen Heimathafen Hamburg zurück. Das Schiff war von der schwedischen Stena Linie gekauft worden und sollte zu einem Fährschiff für die Ostsee umgebaut werden.
9. März
In der Volkskammer der DDR wurde erstmal ein Gesetz nicht einstimmig, sondern mit 14 Nein-Stimmen bei acht Enthaltungen verabschiedet. Es handelte sich dabei um ein Gesetz über die Fristenlösung bei Schwangerschaftsunterbrechungen. Das Gesetz erlaubte eine Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate.
9. März
In Calgary in Kanada wurden die sowjetischen Eiskunstläufer Irina Rodnina und Alexej Ulanow zum vierten Mal Weltmeister im Paarlauf.

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