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Politjahr 1945 Politik in Deutschland

Hitler ruft zum "Endsieg" auf und verspricht "Wunderwaffen" (Januar / Februar / März)
Am 6. Januar ruft das Deutsche Reich zum "Volksopfer" auf. Der Volkssturm wird gesammelt. Im Süden von Warschau beginnt am 12. Januar die Winteroffensive der Sowjetarmee. Die letzten Teile der deutschen Streitkräfte in Warschau, erklären am 17. Januar ihre Kapitulation vor den polnischen Truppen. Zwischen der Sowjetunion und Ungarn wird am 20. Januar ein Waffenstillstand vereinbart. Ungarn tritt daraufhin in den Krieg gegen Deutschland ein. Am 23. Januar wird von der Kriegsmarine mit der Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung begonnen. Auf dem Seeweg können fast drei Millionen Menschen auf diese Weise in den Westen gelangen und den nach Berlin vorrückenden Sowjetsoldaten entfliehen. Das Konzentrationslager Auschwitz wird am 27. Januar durch die Sowjetarmee befreit. Die letzten 7.600 Internierten können gerettet werden. Der Passagierdampfer "Wilhelm Gustloff" wird am 30. Januar in der Ostsee versenkt. Etwa 9.000 Flüchtlinge kommen dabei ums Leben. Der übergelaufene russische General Andrej A. Wlassow, erhält am selben Tag das Kommando der russischen Truppen in der Wehrmacht. Hitler ruft im Rundfunk zum "Endsieg" auf und verspricht "Wunderwaffen" auf deutscher Seite. Ein Bombardement der Amerikaner, kostet am 3. Februar 3.000 Menschen in Berlin das Leben. Unter den Opfern befindet sich auch Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs. Die deutschen Truppen in Budapest, erklären am 10. Februar ihre Kapitulation vor den Sowjetverbänden. Vom 13. bis 14. Februar fliegen die Westalliierten flächendeckende Bombenangriffe auf Dresden, bei denen die Stadt fast vollständig zerstört wird. Bis heute ist der Sinn dieser Bombardierung umstritten. Dresden war zu diesem Zeitpunkt weder militärisch noch verkehrstechnisch bedeutsam, es handelte sich nicht um eine industrielle Stadt und sie lag nicht im direkten Kampfgebiet. Während der Angriffe zogen zahlreiche Flüchtlinge aus dem Osten durch die Stadt, was eine geschätzte Opferzahl bei dem Angriff von etwa 25.000 Menschen ergab. An der Westfront wird am 23. Februar von britischen Einheiten eine Offensive gegen die deutschen Verbände gestartet. Rückwirkend erklärt Finnland am 3. März dem Deutschen Reich den Krieg. Alle Jungen des Jahrgangs 1929 werden am 5. März in die Wehrmacht einberufen. Am 7. März wird eine Brücke bei Remagen und daraufhin auch Köln von den Alliierten besetzt. Generalfeldmarschall Albert Kesselring wird am 10. März das Oberkommando der deutschen Westfront übertragen. Außenminister Ribbentrop versucht am 14. März einen Seperatfrieden mit den Westalliierten zu verhandeln. Der Befehl Hitlers, beim Rückzug nur noch verbrannte Erde zurückzulassen, wird am 19. März nun auch für die den Rückzug antretende Wehrmacht an der Westfront übertragen. Die Amerikaner rücken am 22. März von Oppenheim in Richtung Frankfurt am Main vor. Die Rote Armee erobert am 30. März die Stadt Danzig. Der amerikanischen Oberbefehlshaber Dwight. D. Eisenhower weist die alliierten Truppen am 31. März an, den Vormarsch auf Berlin zu stoppen und die Stadt der Sowjetarmee zu überlassen.

Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches (April / Mai / Juni)
Am 2. April rücken die Sowjetverbände in Österreich ein. Der Reichsgauleiter Österreichs, Baldur von Schirach, erklärt die Hauptstadt Wien zur Festung. Auf Befehl Himmlers werden am 3. April alle männlichen Bewohner von Häusern erschossen, an denen weiße Kapitulationsflaggen zu sehen sind. Das Konzentrationslager Vaihingen wird am 7. April von französischen Verbänden befreit. Die im oberpfälzischen KZ Flossenbürg internierten Häftlinge Wilhelm Canaris und Dietrich Bonhoeffer werden am 9. April hingerichtet. Das KZ Buchenwald wird am 11. April von den Amerikanern befreit. Kurz zuvor hatten die SS-Einheiten den Versuch unternommen, die verbliebenen
Juden zu deportieren. Wien wird am 13. April vollständig von der Roten Armee erobert. Die SS zwingt 50.000 internierte Häftlinge des KZ Sachsenhausen und Ravensbrück zu einem Todesmarsch in Richtung Westen. Die Rote Armee bricht am 16. April an der Oder, durch die deutsche Verteidigungslinie. Im von den Westalliierten eingekesselten Ruhrgebiet kapitulieren die letzten deutschen Truppen am 17. April, woraufhin sich 320.000 Soldaten in die Kriegsgefangenschaft begeben. Nordseedeiche in den Niederlanden werden am 20. April durch die deutschen Truppen gesprengt und Gebiete das Landes dadurch überflutet. Am 22. April erreicht die Sowjetarmee das Berliner Stadtgebiet. Reichsmarschall Hermann Göring wird am 23. April aus all seinen Ämtern durch Hitler entlassen. Göring hatte im Namen des Deutschen Reiches den Versuch unternommen, mit den Westalliierten zu verhandeln. Sowjetische und amerikanische Truppen treffen sich am 25. April erstmals an der Elbe bei Torgau. Am 29. April verfasst Hitler sein Testament und erklärt den Großadmiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als Reichspräsident. Am 30. April begeht Adolf Hitler Selbstmord in seinem Führerbunker. Die kürzlich mit ihm verheiratete Eva Braun nimmt sich ebenfalls mit einer Giftkapsel das Leben. Die Exilgruppe der KPD, kehrt unter Walter Ulbricht nach Deutschland zurück um die Ziele der Partei beim Neuaufbau Deutschlands durchzusetzen. Der Großadmiral Dönitz verkündet am 1. Mai seine Nachfolge als Reichspräsident und ordnet die Fortsetzung der Kämpfe an der Ostfront an. Währenddessen wird Hitlers Führerbunker und die "Neue Reichskanzlei" durch die Rote Armee erobert. Am 2. Mai kapitulieren die Truppen der Wehrmacht und stellen die Kämpfe in Berlin ein. Reichspräsident Karl Dönitz ordnet an, eine geschäftsführende Regierung des Deutschen Reiches zu bilden. Britische Bomber versenken am 3. Mai die deutschen Passagierschiffe "Thielbeck" und "Cap Arcona", auf denen sich evakuierte Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme befinden. Nur 200 der 7.000 Häftlinge können sich retten. Die deutsche Wehrmacht kapituliert am 4. Mai in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark. Die Amerikaner befreien am 5. Mai das österreichische Konzentrationslager Mauthausen. Kurt Schumacher beginnt am 6. Mai in Hannover damit, Ortsverbände der SPD wiederzugründen. Im westfranzösischen Reims, wird von Generaloberst Alfred Jodl, General Wilhelm Oxenius und Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg die bedingungslose Kapitulation sämtlicher Streitkräfte des Deutschen Reiches unterzeichnet. Diese soll um 0 Uhr 01 des 9. Mai vollständig in Kraft treten. Der Kapitulationsakt wird im Berliner Hauptquartier der Sowjets, Karlshorst vom 8. auf den 9. Mai durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel (Oberkommando der Wehrmacht) mit dem sowjetischen Marschall Georgi K. Schukow wiederholt. Karl Dönitz und seine geschäftsführende Regierung wird am 23. Mai durch britische Einheiten festgenommen, womit jedwede Zentralgewalt des Deutschen Reiches beendet ist. Das Deutsche Reich wird am 5. Juni in seinen Grenzen von 1937, in vier Besatzungszonen der Siegermäche aufgeteilt. In Berlin wird am 10. Juni die Gründung von Gewerkschaften und antifaschistischen Parteien durch die Sowjetische Militäradministration gebilligt. Am 11. Juni folgt ein Gründungsaufruf der KPD Berlin und am 15. Juni wird die SPD Berlin so wie der "Freie Deutsche Gewerkschaftsbund" gegründet.

Bildung Berliner Westsektoren und neuer Länder in Ost und West (Juli/August/September)
Am 1. Juli werden die Berliner Westsektoren gebildet. Die Rote Armee besetzt vom 1. bis 4. Juli die Gebiete in Thüringen, Sachsen und an der Küste Mecklenburgs. Briten und Amerikanern hatten diese zuvor für die Sowjets geräumt. In der SBZ wird die Gründung der Länder Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen verfügt. Durch Befehl der Sowjetischen Militäradministration werden am 23. Juli die deutschen Großbanken geschlossen und am 27. Juli Zentralverwaltungen Berlins errichtet. Die ehemaligen KZ's Sachsenhausen und Buchenwald, werden durch die Sowjets am 10. und 12. August wieder in Betrieb genommen. Saarland wird am 30. August einer französischen Kommission unterstellt und soll auf diese Weise von den anderen Ländern der französischen Besatzungszone abgetrennt werden. Vom 3. bis 11. September wird in der SBZ die so genannte "Bodenreform" beschlossen, die eine Enteignung von Grundbesitz vorsieht, der über 100 ha hinaus geht. Am 11. September werden gewerkschaftliche Organisationen in der Besatzungszone Großbritanniens gebildet. Die Länder (Groß-)Hessen, Bayern und Württemberg-Baden werden durch die Proklamation der Militärregierung der USA am 19. September gebildet.

Beginn des Kriegsverbrecherprozesses (Oktober / November / Dezember)
Am 2. Oktober wird unter dem Ministerpräsidenten Reinhold Maier, eine neue Regierung des Landes Württemberg-Baden gebildet. Adam Stegerwald gründet am 13. Oktober die CSU. Der Konzern I.G. Farben wird am 14. Oktober durch den Kontrollrat der Alliierten beschlagnahmt. Am 18. Oktober wird in Berlin mit dem Prozess gegen 24 der Hauptkriegsverbrecher vor dem Militärgericht begonnen. Im November wird der Prozess nach Nürnberg verlegt. Die Militärregierung Großbritanniens übernimmt am 17. November die Krupp-Werke. Thomas Dehlers gründet am 30. November die FDP. Die Saargruben werden am 23. Dezember durch die Administration Frankreichs beschlagnahmt.
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