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Politikjahr 1933 Politik in Deutschland

Hitlers Machtübernahme
Am 28. Januar tritt Schleicher nach 57 Tagen Amtszeit als Reichskanzler zurück. Zuvor hat er sich vergeblich darum bemüht, diktatorische Vollmachten durch Hindenburg übertragen zu Hitlers Machtergreifungbekommen. Zwischen Papen, Hitler und Hugenberg finden am 29. Januar Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung statt. Hitler wird einen Tag darauf, am 30. Januar, durch Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Papen wird zum Reichskommissar von Preußen und Vizekanzler, während Hugenberg zum Wirtschaftsminister ernannt wird. Wilhelm Frick und Hermann Göring treten für die NSDAP mit in die Regierung ein. Zur Feier der Machtübernahme, marschieren Mitglieder von SA, SS und "Stahlhelm" in
einem Fackelzug durch das Brandenburger Tor. Während die KPD aufgrund dieser Ergebnisse zum Generalstreik aufruft. Hindenburg löst am 1. Februar auf Drängen Hitlers den Reichstag auf. Der neue Innenminister Göring erlässt am 2. Februar das Verbot von KPD-Demonstrationen. Anhand einer Notverordnung wird am 4. Februar die Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit erlassen. Am 6. Februar wird der preußische Landtag aufgelöst und für Preußen Neuwahlen festgesetzt. Am 22. Februar wird unter Initiierung Görings, eine Hilfspolizei in Preußen gegründet, welche sich aus Mitgliedern der SS, SA und "Stahlhelm" zusammensetzt. In diesem Zuge ermuntert Göring die neuen Hilfspolizisten zum "fleißigen Gebrauch der Schusswaffe". Am 27. Februar bricht ein Feuer im Reichstagsgebäude aus, das den Mittelteil und den Plenarsaal des Gebäudes fast vollständig zerstört. Der Niederländer Marinus van der Lubbe wird in Folge dessen beschuldigt, das Feuer im Auftrag der KPD gelegt zu haben. Weitere, politisch-motivierte Verhaftungen gegen KPD-Mitglieder und Juden folgen. Durch eine weitere Notverordnung, am 28. Februar, wird die Versammlungs- und Pressefreiheit weiter eingeschränkt und der Polizei neue Befugnisse eingeräumt.
Die Parteizeitung der SPD ("Vorwärts") wird im Zuge dessen verboten. Helene Weigel und Bertolt Brecht fliehen daraufhin ins Prager Exil. Der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann, wird am 3. März in seinem Versteck entdeckt und verhaftet. Bei den Reichstagswahlen vom 5. März verliert die NSDAP ihre absolute Mehrheit und verfügt über nur noch 43,9 % der Stimmen. Ebenso verläuft es sich auch bei den preußischen Landtagswahlen. Mit Bezug auf die Notverordnungen, werden die Sitze der KPD im Reichstag gestrichen. Am 20. und 21. März kommt es zur Errichtung der ersten Konzentrationslager in Sachsenhausen und Dachau, welche der Internierung der politischen Gegner der Nazis dienen soll. Am 31. März kommt es zur so genannten "Gleichschaltung der Länder mit dem Reich", wobei mit Hilfe eines Gesetzes die Länderparlamente aufgelöst werden. Die einzige Ausnahme bildet dabei der Landtag von Preußen.

Die Nationalsozialisten beginnen mit ihrer "Säuberung" (April / Mai / Juni)
Ab dem 1. April beginnt der deutschlandweite Boykott von jüdischen Geschäften, Rechtsanwälten und Ärzten. Gegen Diejenigen, die sich über diesen Boykott hinwegsetzen, wird durch Angehörige der SA
gewaltsam vorgegangen. Mit Wirkung ab dem 7. April wird ein Berufsverbot gegen regimekritische Juden verhängt. Dank einer Intervention durch den Reichspräsidenten Hindenburg, werden Juden die am 1. Weltkrieg teilgenommen haben, von diesem Berufsverbot ausgenommen. Mit dem Einsatz von Reichsstatthaltern für jedes Land, wird während dessen die Gleichschaltung der Länder im Deutschen Reich vorangetrieben. Göring wird am 11. April zum Ministerpräsidenten Preußens ernannt. Rudolf Hess, wird am 21. April zu Adolf Hitlers Stellvertreter. Am 2. Mai, nach der Ernennung des 1. Mai zum lang geforderten gesetzlichen Feiertag, wird durch die Nationalsozialisten die Zerschlagung der Gewerkschaften betrieben. Am 10. Mai werden durch die Deutsche Studentenschaft, Bücherverbrennungen von oppositionellen und jüdischen Autoren organisiert. Die "Säuberung" weitet sich im Laufe der kommende Tage, auf sämtliche Universitätsstädte aus. Sämtliche Jugendverbände, werden Reichsjugendführer Baldur von Schirach am 17. Juni unterstellt. Am 22. Juni ergeht ein Verbot der SPD. Sämtliches Vermögen der Partei und ihr unterstellter Organisationen wird beschlagnahmt und über die Parteimitglieder werden Berufsverbote erteilt. Der amtierende Wirtschaftsminister Hugenberg, tritt am 26. Juni von seinem Amt zurück. Im Zuge dessen löst sich auch seine Partei, die DNVP auf. Grund dafür waren die vorausgegangenen Angriffe durch die Nationalsozialisten auf die Partei und Hugenberg selbst.

NSDAP bleibt einzige Partei in Deutschland (Juli / August / September)
Vom 4. bis 5. Juli kommt es zur Auflösung der Deutschen Volkspartei (DVP) und des Zentrum. Die NSDAP ist damit die einzig verbliebene Partei im Deutschen Reich. Sämtliche Mandate der SPD, werden im Reichstag und allen anderen Parlamenten am 8. Juli durch den Reichsinnenminister Frick aufgehoben.
Das Bilden von Parteien, wird durch die Reichsregierung am 14. Juli verboten. In Nürnberg wird Juden am 4. August erstmals das Benutzen von öffentlichen Bädern untersagt. Durch den Reichsstand der Industrie in Deutschland wird am 22. August, der Hitlergruss in Betrieben für verbindlich erklärt. Den meisten Oppositionellen, die in die Emigration gingen, unter ihnen sind auch Philipp Scheidemann, Ernst Toller und Kurt Tucholsky, wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Die deutsche Landwirtschaft wird am 13. September unter staatliche Kontrolle gestellt.

Gleichschaltung sämtlicher Medien (Oktober / November / Dezember)
Am 4. Oktober kommt es in Folge des Schriftleitergesetzes, zur Gleichschaltung sämtlicher Presseorgane in Deutschland. Joseph Goebbels verkündet am 14. Oktober, dass das Deutsche Reich aus dem Völkerbund auszutreten gedenkt und weitere Gespräche über Abrüstung einstellen wird. Am 15. November werden alle Kulturschaffenden in Deutschland unter die Aufsicht des Propagandaministeriums gestellt. Per Gesetz wird am 29. November auch das deutsche Handwerk durch die Reichsregierung gleichgeschaltet. Am 13. Dezember wird die Gründung neuer Zeitschriften und Zeitungen durch die Reichspressekammer für vorerst drei Monate untersagt. Der Niederländer van der Lubbe, welcher der Brandstiftung im Reichstagsgebäude beschuldigt wurde, wird am 23. Dezember vom Reichsgericht wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.   wwwaprw44
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