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September 1994 - Der Untergang der „Estonia“

Kalender September 1994
Die Schlagzeilen über das Schiffsunglück der „Estonia“, die vor der finnischen Küste in der Ostsee versank und Hunderte Menschen in den Tod riss, erschütterte die Welt. So ein schweres Unglück hatte es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im zivilen Bereich nicht mehr gegeben. Innerhalb von 30 Minuten war die Passagierfähre gesunken. Im selben Monat war in München ganz unerwartet für drei Menschen jede Hilfe zu spät gekommen. Sie kamen ums Leben, als ein Linienbus plötzlich in einen Erdkrater stürzte. Bei Bauarbeiten für eine U-Bahn-Linie war es zu einem Wassereinbruch gekommen, der das Bus-Unglück verursachte. Die gute Nachricht des Monats: Zwei US-Astronauten absolvierten mit Erfolg seit 1984 den ersten Weltraumspaziergang beim Flug der Discovery-Raumfähre. Dieser „Ausflug“ endete nicht mit einem Unglück. Unglücklich hingegen waren wohl die Bewohner in Schleswig-Holstein. Ihnen wurde im Zuge der Finanzierung der Pflegeversicherung der Buß- und Bettag gestrichen. Ersatzlos.
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Wichtige Ereignisse im September 1994

1. September
Von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde ein Thesenpapier vorgelegt, das auf die Bildung eines „Kerneuropas“ abzielt aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern.
2. September
In Bulgarien trat Ministerpräsident Ljuben Berow (1925-2006) von seinem Amt zurück.
2. September
Zwei straffällig gewordene Jugendliche wurden vom Ältestenrat der an der Südostküste Alaskas lebenden Tlingit-Indianer zu mindestens einem Jahr Verbannung auf einer einsamen Insel verurteilt.
3. September
Der deutsche Fußballer Jürgen Klinsmann (*1964) wurde den Sportjournalisten der Bundesrepublik mit 211 von 772 Stimmen zum „Fußballer des Jahres“ gewählt.
4. September
In Hamburg wurde 60 Jahre nach seiner Entstehung das Oratorium „Hagadah“ von Paul Dessau (1894-1979) zur Eröffnung des Musikfestes uraufgeführt.
5. September
Auf der dritten UNO-Weltbevölkerungskonferenz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo berieten Vertreter von 182 Staaten über einen Aktionsplan zur Einschränkung des Bevölkerungswachstums, über Geburtenkontrolle und über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und in der Familie.
6. September
Der Deutsche Bundestag billigte mit 576 von 590 Stimmen eine Reform des Grundgesetzes. Die Reform räumte den Ländern mehr Kompetenzen bei der Gesetzgebung ein.
7. September
Die deutsche National-Elf gewann im ersten Fußball-Länderspiel nach der Weltmeisterschaft mit 1:0 gegen die Mannschaft aus Russland.
8. September
Nachdem das Seitenruder außer Kontrolle geraten war, stürzte eine Boeing 737 der US Airways aus Chicago während des Landeanflugs in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) ab. Alle 132 Insassen der Maschine kamen ums Leben.
8. September
In der Bundeshauptstadt Berlin wurden Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich offiziell auf einer Feier verabschiedet. Als Gäste der Feierlichkeit begrüßte Bundeskanzler Helmut Kohl (*1930) den britischen Premier John Major (*1943), den US-Außenminister Warren Christopher (1925-2011) und den französischen Staatspräsidenten François Mitterrand (1916-1996).
9. September
Der Landtag von Sachsen-Anhalt lehnte einen von der CDU eingebrachten Misstrauensantrag gegen die rot-grüne Minderheitsregierung mit den Stimmen von SPD sowie von Bündnis 90/Grüne und der PDS ab.
9. September
Sobald Kuba die Flucht mit Booten und Flößen unterbinden würde, verpflichteten sich die USA zur legalen Aufnahme von 20.000 Kubanern jährlich.
10. September
Papst Johannes Paul II. (1920-2005) traf zu einem Pastoralbesuch in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ein.
10. September
Im Zahlenlotto teilten sich drei Tippgemeinschaften und ein Einzelgewinner den auf rund 42 Millionen DM angewachsenen Super-Jackpot.
10. September
Der deutsche Boxer polnischer Herkunft, Dariusz Michalczewski (*1968), wurde durch einen Punktsieg über den US-amerikanischen Boxer Leeonzer Barber (*1966) Weltmeister im Halbschwergewicht des Weltboxverbandes WBO.
11. September
In Brandenburg erreichte die SPD bei den Landtagswahlen die absolute Mehrheit. Manfred Stolpe (*1936) wurde in seinem Amt als Ministerpräsident bestätigt.
11.September
In Sachsen verteidigte die CDU ihre absolute Mehrheit bei den Landtagswahlen, während die SPD verlor und die PDS Stimmenzuwächse verzeichnen konnte. FDP und Neues Forum waren nicht mehr im Landtag vertreten.
11. September
Bei den Weltmeisterschaften der Schwimmer, Springer und Wasserballer war China mit 16 Goldmedaillen das erfolgreichste Land.
12. September
In der nach Unabhängigkeit strebenden kanadischen Provinz Quebec gewannen die Separatisten bei den Parlamentswahlen 77 der 125 Mandate im Regionalparlament.
13. September
Zur Finanzierung der Pflegeversicherung beschloss der Landtag von Schleswig-Holstein die Streichung des Buß- und Bettages.
13. September
In Berlin eröffnete das Deutsche Historische Museum die Ausstellung „Mahnmale des Holocaust – Motive, Rituale und Stätten des Gedenkens“. Die Ausstellung dauerte bis zum 15. November 1994.
14. September
Rest-Jugoslawien billigte eine internationale Kontrolle der Grenze zu den bosnischen Serben. Damit wurde eine am 5. Oktober in Kraft tretende Lockerung der UNO-Sanktionen möglich.
15. September
In Berlin kamen drei Bauarbeiter bei der Explosion einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ums Leben.
15. September
Mit insgesamt 18 Vereinen startete die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in ihre erste Saison.
16. September
Der Deutschland-Achter belegte bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Indianapolis (US-Bundesstaat Indiana) den vierten Platz. Im Einer gewann André Willms (*1972) aus Magdeburg.
17. September
Beim 28. Flug der US-Raumfähre „Discovery“ absolvierten zwei US-Astronauten den ersten frei schwebenden „Weltraumspaziergang“ seit 1984.
18. September
Aus den Wahlen zum schwedischen Reichstag gingen die oppositionellen Sozialdemokraten mit 45,4 Prozent der Stimmen als Sieger hervor.
19. September
Um auf Haiti die Wiedereinsetzung des 1991 gestürzten Präsidenten Jean Bertrand Aristide (*1953) und die Rückkehr des Landes zur Demokratie zu überwachen, begann die Landung von rund 21.000 US-Soldaten.
20. September
In der bayerischen Landeshauptstadt München war ein Linienbus in eine Erdkrater gestürzt. Er war durch einen Wassereinbruch beim Bau einer U-Bahn-Linie entstanden. Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben.
21. September
Die Hamburger Bürgerschaft wählte Hartmut Wrocklage (*1939) von der SPD zum Innensenator der Stadt. Als Reaktion auf ausländerfeindliche Übergriffe bei der Hamburger Polizei war der bisherige Amtsinhaber Werner Hackmann (1947-2007) von seinem Amt zurückgetreten.
21. September
In Dänemark blieb die Koalitionsregierung des Sozialdemokraten Poul Nyrup Rasmussen (*1943) trotz Stimmenverlusten bei der Wahl zum dänischen Folketing weiterhin im Amt.
22. September
Die saarländische FDP beschloss auf einem Sonderparteitag, ohne Koalitionsaussage zur Landtagswahl am 16. Oktober 1994 anzutreten. Die Parteiführung hatte sich für eine Koalitionsaussage zugunsten der SPD ausgesprochen, falls dieser ihre absolute Mehrheit verlieren würde.
23. September
In Indien flohen aus der Industriemetropole Surat nördlich von Bombay mehr als 250.000 Menschen. Der Grund war der Ausbruch der Pest.
23. September
In Singapur wurde der niederländische Geschäftsmann Johannes van Damme (1935-1994) wegen Drogenhandels trotz internationaler Proteste hingerichtet.
24. September
Das zweijährige Mandat der UNO in der von den Serben seit 1991 besetzten Krajina wurde vom kroatischen Parlament für beendet erklärt. Die UNO-Truppen sollten die serbischen Soldaten bis zum 10. Februar 1995 entwaffnen. Wenn das nicht geschehen würde, sollten die UNO-Truppen aus Kroatien abziehen.
24. September
In der Wembley Arena in der britischen Hauptstadt London gewann der US-Amerikaner Oliver McCall (*1965) seinen Boxkampf gegen den Briten Lennox Lewis (*1965) durch ein technisches K. o. und errang den Weltmeistertitel im Schwergewicht.
25. September
Trotz leichter Verluste konnte die CSU bei der Landtagswahl in Bayern mit 52,8 Prozent ihre absolute Mehrheit sichern. Es war die erste Wahl unter dem seit dem Vorjahr amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (*1941).
25. September
Im Halbfinale des Tennis-Davis Cups scheiterte Titelverteidiger Deutschland 1:4 gegen Russland.
25. September
Im Karl Ernst Osthaus-Museum in Hagen (Nordrhein-Westfalen) wurde die Ausstellung „Platons Höhle – Erleben, Erkennen, Erinnern“ eröffnet, die bis zum 4. Dezember 1994 für Besucher offen stand. Mit dieser Ausstellung wurden die Funktionsweisen des Museums im Zeitalter der elektronischen Medien thematisiert.
26. September
In Mannheim (Baden-Württemberg) nahm die Polizei bei einer von Ausschreitungen begleiteten Demonstration von Kurden gegen das Verbot der kurdischen Arbeiterpartei PKK zahlreiche Festnahmen vor.
27. September
Südlich von Hamburg wurden zwei Mädchen ermordet aufgefunden. Sie waren am 8. September bei Torgau (Sachsen) verschwunden.
28. September
Auf der Ostsee, vor der Küste Finnlands sank die Passagierfähre „Estonia“ auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm innerhalb von 30 Minuten bei schwerem Unwetter. Die Ursache des Unglücks war wahrscheinlich eine abgerissene Bugklappe gewesen. Die Katastrophe riss mindesten 900 Menschen in den Tod. Sie ist die größte zivile Schiffskatastrophe nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
29. September
Zwei Züge einer Hamburger Nahverkehrslinie stießen zusammen. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben. Weitere 67 Personen wurden verletzt.
29. September
Der belgische Außenminister Willy Claes (*1938) wurde von den Außenministern der 16 NATO-Staaten zum Generalsekretär des westlichen Verteidigungsbündnisses gewählt.
30. September
Das Mandat der UNO-Truppen im ehemaligen Jugoslawien (UNPROFOR) wurde vom UNO-Sicherheitsrat bis Ende März 1995 verlängert.
September 1994 Deutschland in den Nachrichten
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