1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939

Das Autojahr 1933 - General Motors trotzte der Weltwirtschaftskrise


Das Jahr 1933 und die Folgen der Weltwirtschaftskrise brachten dem US-amerikanischen, bereits im Jahr 1852 gegründeten Traditionsunternehmen Studebaker einen harten Schicksalsschlag. Im März des Jahres war die Führungsriege von Studebaker wegen der hohen Schulden, die auf dem Konzern lasteten, nicht mehr in der Lage, weiterhin Autos produzieren zu lassen und meldete Konkurs an.
Der seit 1915 amtierende Firmenpräsident Albert Erskine sah sich gezwungen, zurückzutreten und beging wenig später Selbstmord. Unter seiner Führung hatte Studebaker in den späten Zwanzigerjahren den Luxusauto-Hersteller Pierce and Arrow übernommen und eine Kleinwagenserie namens Erskine and Rockne ins Leben gerufen. Nach Erskines Tod konnte sich Studebaker nur langsam erholen. In den späten dreißiger Jahren wurde der französische Designer Raymond Loewy für den Automobilhersteller tätig und entwarf bis zum Ende von Studebakers Existenz im Jahr 1966 legendäre Sportcoupés wie den 1953 Starliner oder den 1963 Avanti.
Für das US-amerikanische Unternehmen Nordyke Marmon & Company bedeutete das Jahr 1933 das Ende seiner Automarke Marmon, die im schwierigsten Jahr der Weltwirtschaftskrise nach über dreißig Jahren Firmengeschichte eingestellt wurde. Marmon ging mit dem weltweit ersten mit einem Rückspiegel ausgestatteten Wagen und qualitativ hochwertigen, mit leichten Aluminiumkarosserien versehenen Großraumlimousinen in die Automobilgeschichte ein.
In Japan gilt der 26. Dezember 1933 als offizielles Gründungsdatum der Nissan Motor Company. An diesem Tag ging aus der Fusion der Unternehmensholding Nihon Sangyo mit der Firma Tobata Casting mit einem Kapital von zehn Millionen Yen das Unternehmen Jidosha Seizo, was übersetzt schlicht „Automobilhersteller“ bedeutet, hervor. Jidosha Seizo wurde im darauf folgenden Jahr in Nissan Motor Company, Ltd. umbenannt und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zum heute drittgrößten Autokonzern weltweit. Das erste, bereits in Fließbandproduktion hergestellte Auto der Nissan Motor Company, war der Datsun 14, der im Jahr 1935 auf den Markt kam.
Als erster europäischer, mit Frontantrieb versehener Sechszylinderwagen stellte die Auto Union im Jahr 1933 den Audi Front Typ UW vor. Bis zum Februar 1935 und der Präsentation des Nachfolgers Audi 225 wurden 1817 Exemplare dieses Mittelklassewagens als Limousinen und Coupés verkauft.
BMW stellte 1933 den 303 erstmals vor, einen Kleinwagen, der als erstes von BMW produziertes Auto mit dem später für die Marke typischen Kühlergrill sowie einem Sechszylindermotor ausgestattet war. 2300 Stück dieses Kleinwagens wurden zum Produktionsende im Jahr 1934 gebaut.
Von 1933 bis 1938 produzierte der italienische Traditionskonzern Fiat den Fiat 518 Ardita. Bis dieser in mehreren Karosseriearten hergestellte Wagen von seinem Nachfolger, dem Fiat 1500 abgelöst wurde, hatten insgesamt 8.794 Stück die Produktionsstätten in Italien verlassen.
In Großbritannien erregte der von der Triumph Motor Company 1933 erstmals vorgestellte Triumph Gloria großes Aufsehen. Bis zum Ende der dreißiger Jahre war dieser Wagen äußerst populär und wurde in einer breiten Palette an Ausführungen gebaut.
Die Austin Motor Company produzierte ab 1933 den Austin 12/4. Als Limousine, Cabriolet und Zweisitzer verließen bis zum Jahr 1939 mehr als 71. 600 Stück des beliebten und kommerziell äußerst erfolgreichen Austin 12/4 die Fabriken des britischen Traditionsunternehmens.
1933 bedeutete in England auch die Geburtsstunde des Kleinwagens MG KN und des Sportwagens MG L-Typ. Der Mittelklassewagen Morris Ten wurde ab 1933 in den Morris-Produktionsstätten nahe Oxford in mehreren Ausführungen zusammengebaut. Bis zum Jahr 1948 wurde der Morris Ten produziert, bis er in diesem Jahr von dem MO Series Morris Oxford abgelöst wurde.
Kurz nach dem Tod von Henry Royce kam im Jahr 1933 auch der exklusive Bentley 3,5 Liter als erstes Automobil nach der Übernahme Bentleys durch Rolls Royce auf den Markt. Bis 1939 wurden von dieser großräumigen Limousine 2.411 Stück angefertigt.
In den Vereinigten Staaten ersetzte der Chevrolet Eagle im Jahr 1933 seinen Vorgänger, den Series BA Confederate. Mit insgesamt 450.435 verkauften Exemplaren des Eagle in nur einem Jahr konnte General Motors mit der Marke Chevrolet trotz der Weltwirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf die Märkte einen enormen kommerziellen Erfolg verzeichnen.
<< Autojahr 1932   |   Autojahr 1934 >>