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Das Autojahr 1932 - Vier Unternehmen – eine Erfolgsfusion

Das Jahr 1932 brachte den Vorläufer des Unternehmens Audi AG hervor, das heute neben BMW und Mercedes zu den wichtigsten Herstellern von Oberklasse-PKW der deutschen Automobilindustrie zählt. Am 29. Juni 1932 wurde als Folge einer Fusion von vier Unternehmen, der in Zwickau ansässigen Audi Automobilwerke GmbH und der August Horch & Cie. Motorenwerke, sowie dem Motorradhersteller Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen und der Wanderer Werke AG der Konzern Auto Union AG in Chemnitz gegründet. Als Firmenlogo dienten symbolisch vier ineinander geschlungene Ringe, die die vier Partner-Unternehmen repräsentierten. Das einprägsame Logo wurde später von der Audi AG übernommen und ziert
auch heute noch die von Audi hergestellten Wagen. Schnell entwickelte sich die Auto Union AG zum erfolgreichsten Automobil-Hersteller Deutschlands hinter der Adam Opel AG, wobei die Marke Audi innerhalb des Konzerns im Vergleich zu den Schwestermarken DKW, Horch und Wanderer die niedrigsten Verkaufszahlen vorwies. Neben dem stetig wachsenden Umsatz auf dem PKW-Markt in den dreißiger Jahren verzeichnete die Auto Union AG vor allem im Rennsport große Erfolge, die zum Großteil den Entwürfen und der Entwicklung ihrer Rennautos durch Ferdinand Porsches Konstruktionsbüro zu verdanken waren.
In den späten fünfziger Jahren übernahm Daimler-Benz den überwiegenden Teil des Gesellschaftskapitals der Auto Union AG, dessen Marke Audi seit dem Zweiten Weltkrieg immer mehr von seinen Schwesterunternehmen, allen voran DKW, verdrängt worden war, bis Audi schließlich ganz vom Markt verschwand. Als im Jahr 1965 der Konzern Volkswagen neuer Besitzer der Auto Union AG wurde, beschloss man, die Marke Audi wieder aufleben zu lassen. Aus diesen Bestrebungen ging im selben Jahr der legendäre Audi F 103 hervor. Mitte der achtziger Jahre wurde die Umbenennung der Auto Union in Audi vorgenommen, und seither avancierte die Prestigemarke mit ihrem Firmensitz in Ingolstadt zu einem der erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands. In neun Produktionsstätten in acht verschiedenen Ländern werden jährlich mehr als 1,4 Millionen Audi-Fahrzeuge hergestellt. Im Jahr 2012 verzeichnete die sich immer noch im Besitz von Volkswagen befindliche
Audi AG einen Umsatz von 48,771 Milliarden Euro.
Mit dem DKW 2, einem 1932 erstmals vorgestellten Kleinwagen, der enorme kommerzielle Erfolge verzeichnen konnte, überholte DKW als Teil der Auto Union AG in den frühen dreißiger Jahren seine Konkurrenten Adlerwerke und Mercedes-Benz und positionierte sich hinter Opel als zweiterfolgreichster Autohersteller Deutschlands, obwohl auch Adler mit den Modellen
Trumpf und Primus und Mercedes-Benz mit dem Modell W 15 ab 1932 beträchtliche Verkaufszahlen vorweisen konnten.
Der im Jahr 1932 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte BMW 3/20 war das erste, von dem bayerischen Traditionsunternehmen gänzlich selbst entwickelte Automobil. Der bis 1934 hergestellte Kleinwagen ersetzte seinen Vorgänger, den auf dem Design des Austin 7 basierenden BMW Dixi.
Im September 1932 machte auch Daimler mit der Präsentation der Limousine Daimler 15 auf sich aufmerksam. Der Konzern musste wie viele andere Luxusauto-Hersteller auf die durch die Weltwirtschaftskrise veränderte Marktsituation reagieren und brachte mit dem Daimler 15 ein Fahrzeug heraus, das im Vergleich zu anderen Modellen des Unternehmens sehr günstig zu erwerben war.
In Frankreich sorgte der mittelgroße Luxuswagen
Renault Primastella für großes Aufsehen, in Italien brachte Fiat den 508 Balilla auf den Markt, von dem bis 1937 in Fiat-Fabriken in Italien, Frankreich, Deutschland und Polen 113 000 Stück gebaut wurden.
In den Vereinigten Staaten fielen die innovativen und modernen Designs von im Jahr 1932 erstmals präsentierten Autos wie dem Terraplane der Hudson Motor Company und dem von William Bushnell Stout entworfenen Stout Scarab auf.
In Großbritannien kamen in diesem Jahr elegante Modelle wie der MG K-Typ, der MG J-Typ, der Vauxhall Cadet und der Luxuswagen Lagonda 16/80 auf den Markt.
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