August 1931 - Das Zeitalter des Fernsehen beginnt

Kalender August 1931
In Berlin begann am 21. August die 8. Große Deutsche Funkausstellung. Vor den Leitern aller maßgeblichen europäischen Fernsehlaboratorien demonstriert Manfred von Ardenne – zusammen mit der Technikfirma Loewe – ein vollelektronisches Fernsehen. Die Vorführung hatte eine fast sofortige Umstellung der Technik des Fernsehens auf die „Braunsche Röhre" zur Folge, welche sich durchsetzte. Während der Funkausstellung wurde in Berlin der erste Ultrakurzwellen-Fernsehsender in Betrieb genommen. Dies war der  beginn  des Fernseh-Zeitalters.
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Wichtige Ereignisse im August 1931

1. August
Reichspräsident Paul von Hindenburg rügte gegenüber dem Vorsitzenden der DNVP, Alfred Hugenberg, dessen Bündnis mit der NSDAP.
1. August
In Wien fand seit dem 25. Juli der vierte Kongress der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI) mit Vertretern von 37 Parteien aus 29 Ländern statt.
2. August
Das Zentralkomitee der KPdSU drosselte die Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft. Es wurde keine 100-prozentige Kollektivierung mehr angestrebt, vielmehr sollten Bauernwirtschaften zu 68 bis 70 Prozent und die Saatfläche in den einzelnen Regionen zu 75 bis 80 Prozent kollektiviert sein.
2. August
Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz gewann vor rund 200 000 Zuschauern mit einem Stundendurchschnitt von 185, 77 km/h das über 294,5 km lange Berliner AWS-Rennen vor Hans-Joachim von Morgen auf Bugatti.
3. August
Im Deutschen Reich wurde der freiwillige Arbeitsdienst für Erwerbslose zu einer öffentlichen Einrichtung.
3. August
Der internationale Kredit von umgerechnet knapp 420 Millionen RM, der dem Deutschen Reich am 25. Juni gewährt worden war, wurde um drei Monate verlängert.
4. August
Reichskanzler Heinrich Brüning sprach im Rundfunk zur deutschen Bevölkerung und beschrieb die Ursachen der Finanzkrise.
4. August
Die Verordnung über die Devisenbewirtschaftung vom 1. August trat in Kraft. Der Erwerb ausländischer Zahlungsmittel gegen Reichsmark war nur noch von oder durch die Reichsbank möglich.
5. August
Eine Verordnung über das Sparkassenwesen ermächtigte die Reichsregierung dazu, Satzungen zu ändern, in die Organisation der Sparkassen einzugreifen und verbot den Sparkassen bis auf Weiteres die Kreditvergabe an Kommunen und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften.
5. August
Im Deutschen Reich nahmen die Kreditinstitute wieder ihren normalen Zahlungsverkehr auf.
6. August
Japan und China nahmen wieder gegenseitige diplomatische Beziehungen auf.
6. August
Die „Vossische Zeitung“ veröffentlichte Auszüge aus einer Rede des NSDAP-Gauleiters im Rheinland, Robert Ley, über angebliche Blutmorde von Juden.
7. August
Die offiziöse litauische Zeitung „Lietuvos Aidas“ wies Gerüchte über einen wachsenden Einfluss von Nationalsozialisten in dem vor allem von Volksdeutschen bewohnten Memel Land zurück.
7. August
Infolge kurzfristiger Kommunalausleihungen stellte die Landesbank der Rheinprovinz vorübergehend die Zahlungen ein. Preußen und das Reich gewährten zur Überbrückung einen Kredit in Höhe von 200 Millionen RM.
8. August
Reichskanzler Heinrich Brüning hielt sich zu einem Besuch der italienischen Regierung in Rom auf und wurde von Papst Pius XI. empfangen.
8. August
Auf den FD-Zug Basel-Berlin fand zwischen Grüna und Luckenwalde ein Sprengstoffanschlag statt. Dabei wurden vier Reisende schwer und elf leicht verletzt. Für die Ergreifung des Täters wurde eine Belohnung von 100 000 RM ausgesetzt.
9. August
Bei einem Volksentscheid über die vorzeitige Auflösung des preußischen Landtages stimmten nur 37,1 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja.
9. August
Am Deutschen Eck in Koblenz veranstaltete das republikanisch orientierte Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold eine Verfassungsfeier. Zu den Rednern gehörten Preußens Innenminister Carl Severing (SPD) und Ernst Lemmer (DDP).
10. August
Infolge der Presse-Notverordnung vom 17. Juli durften nur noch oberste Reichs- oder Landesbehörden, nicht mehr nachgeordnete Stellen, eine Gegendarstellung erzwingen.
10. August
Das Erscheinen des KPD-Organs „Die Rote Fahne“ wurde wegen der Polizistenmorde vom 9. August für 14 Tage verboten und das Karl-Liebknecht-Haus in Berlin, das Hauptquartier der KPD bis zum 20. August polizeilich besetzt. Über den Bülow Platz wurde eine zwölftägige Polizeisperre verhängt.
11. August
Im Deutschen Reich wurde der Verfassungstag begangen. Die Feier der Reichsregierung stand im Zeichen des Gedenkens an den Reformer Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757-1831.
11. August
Eine Sachverständigenkonferenz unterzeichnete in London ein Protokoll über das Hoover-Moratorium. Es befreite das Deutsche Reich für ein Jahr von der Zahlung der Reparationen.
12. August
Der Oberbürgermeister von New York, James J. Walker, wurde in Berlin zu einem Freundschaftsbesuch empfangen.
12. August
Der Diskontsatz der Reichsbank, der am 1. August auf 15 Prozent erhöht worden war, wurde auf 10 Prozent gesenkt. Der Lombardsatz wurde von 20 auf 15 Prozent herabgesetzt. Am 18. August erfolgte eine weitere Senkung auf 12 Prozent.
13. August
Die Maßnahmen zur Behebung der Finanzkrise wurden den Mitgliedern des Reichsrats von der Reichsregierung erkärt. Reichsfinanzminister Hermann Robert Dietrich bezifferte die Steuerausfälle aufgrund der Einschränkung des Zahlungsverkehrs im Monat Juli auf 236 Millionen RM.
13. August
In Berlin fand eine Tagung des Deutschen Städtetages statt. Der Vorstand gab den Mehraufwand für die Wohlfahrtserwerbslosen im Jahr 1931 mit 800 Millionen RM an.
14. August
In Itzehoe wurden bei Kämpfen zwischen Reichsbanner und NSDAP ein Nationalsozialist und drei Reichsbannerleute schwer verletzt. Wegen der wiederholten Unruhen wurde eine Abteilung Schutzpolizei aus Altona nach Itzehoe verlegt.
14. August
Österreich bat in einem Hilfsgesuch an das Sekretariat des Völkerbundes dringend um die Gewährung einer Auslandsanleihe.
15. August
In Berlin fand eine Tagung der deutschen Staatspartei statt. Preußens Finanzminister Hermann Höpker-Aschoff bezifferte dabei das für das Haushaltsjahr 1931/32 zu erwartende Defizit der preußischen Gemeinden auf rund 1,6 Milliarden RM.
15. August
Auf einer Kundgebung der SPD im Berliner Sportpalast verteidigte Preußens Ministerpräsident Otto Braun den umstrittenen Aufruf seiner Regierung zum Volksentscheid am 9. August. Er erklärte, dass die Wähler Anspruch darauf gehabt hätten, zu erfahren, wie die Regierung über den Volksentscheid zur Landtagsauflösung denke.
15. August
In der UdSSR wurde per Gesetz die Unterrichtspflicht für alle Analphabeten zwischen 16 und 50 Jahren angeordnet.
16. August
In Posen fand anlässlich des elften Jahrestages des Sieges über die Sowjetarmee ein zweitägiger Generalappell der polnischen Reservisten statt. Die deutschen Wünsche nach einer Revision des Versailler Friedensvertrages von 1919 wurden zurückgewiesen.
16. August
Grete Heublein aus Barmen verbesserte in Bielefeld ihren eigenen Kugelstoß-Weltrekord auf 13,70 m.
17. August
Wegen des Preisverfalls für Öl wurden die neu erschlossenen Fördergebiete im Ostteil des US-Bundesstaates Texas zwangsweise geschlossen.
17. August
In Berlin fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Trauerfeier für die beiden am 9. August erschossenen Polizeioffiziere statt.
18. August
Hermann Drewitz, der Vorsitzende der Reichspartei des deutschen Mittelstandes – Wirtschaftspartei, legte sein Amt nieder. Gegen ihn waren Vorwürfe wegen Unterschlagung erhoben worden. Sein Nachfolger wurde der Reichstagsabgeordnete Johann Victor Bredet.
18. August
Im Oldenburg fand eine Tagung der nord- und mitteldeutschen Länder statt. Es wurde beschlossen aufgrund der bedrohlichen Kassenlage, das Reich um Unterstützung zu bitten.
19. August
In Basel wurde ein Stillhaltevertrag gegen den Abzug kurzfristiger Auslandskredite unterzeichnet. Ursache dafür war der am Vortag vorgelegte Layton-Bericht über die Finanzlage des Deutschen Reiches.
19. August
Der Berliner Magistrat entließ 220 Junglehrer. Diese waren infolge der Erhöhung der Pflichtstundenzahl an den Volks- und Mittelschulen überflüssig geworden.
20. August
Das Erscheinen des NSDAP-Organs „Der Angriff“ wurde von dem Berliner Polizeipräsidenten Albert Gzsinski bis zum 26. August verboten. Ursache dafür war die Behauptung, das Attentat auf den FD-Zug Basel-Berlin am 8. August sei ein Werk der Schutzformation (Schufo) des Reichsbanners gewesen.
20. August
Die spanische Regierung erließ ein Dekret, dass den Kirchen das Verfügungsrecht über ihre Güter versagte und reagierte damit auf einen Aufruf der Kirchenführung, Kirche und Klöster sollten vor einer Beschlagnahmung ihr Eigentum verkaufen.
21. August
Reichskanzler Heinrich Brüning erhielt vom Reichsverband der Deutschen Industrie mit Vorschlägen zur Besserung der Finanz- und Wirtschaftslage. U. a. wurde darin eine Senkung der Steuern und Lohnkosten sowie der Tarife für die Energieversorgung angeregt.
21. August
In Berlin wurde die achte Große Deutsche Funkausstellung eröffnet. Der erste elektronische Fernsehempfänger mit Braunscher Röhre, ein Erzeugnis der Firma Loewe gehörte zu den Attraktionen.
22. August
Durch einen Schiedsspruch wurden im Deutschen Reich die Löhne der Gemeindearbeiter bis zunächst 31. Oktober um vier Prozent gesenkt.
22. August
Nach dem Rücktritt von István Graf Bethlen von Bethlen am 19. August, bildete der bisherige Außenminister Julian Graf Károlyi von Nagykárolyi ein neues Kabinett in Ungarn.
23. August
Unter der Voraussetzung, dass alle anderen betroffenen Länder dem folgten, erklärte der südafrikanische Premierminister James Barry Munnick Hertzog sich bereit, auf alle deutschen Reparationsleistungen zu verzichten.
23. August
Die polnische Regierung unterbreitete der UdSSR den Vorschlag eines Nichtangriffspaktes. Die UdSSR antwortete, dass der Vorschlag nicht annehmbar sei, weil er die früheren Wünsche Polens, nämlich einen Nichtangriffspakt zwischen der UdSSR und ihren westlichen Randstaaten unter Führung Polens wieder aufnehme.
24. August
Reichspräsident Paul von Hindenburg unterzeichnete in seinem Urlaubsort Dietramszell eine Notverordnung. In dieser ermächtigte er die Landesregierungen zur Deckung der Haushalte der Länder und Gemeinden, die Personal- und sonstigen Ausgaben zu senken, auch im Fall, dass dies vom geltenden Landesrecht abweiche.
24. August
Sowjetische und französische Regierungsvertreter schlossen in Paris einen Nichtangriffspakt.
25. August
Auf Anregung von König Georg V. bildete in Großbritannien der am Vortag als Premierminister demissionierte James Ramsey Macdonald ein Altparteienkabinett.
25. August
In Kanton rief die oppositionelle chinesische Regierung zu einem Boykott deutscher Kaufleute auf, nachdem der Kapitän des Hamburger Frachters „H:C: Rickmers“ ursprünglich für die Kanton-Regierung bestimmtes Kriegsmaterial gegen Bezahlung der Regierung in Nanking übergeben hatte.
26. August
Die am 18. Juli verfügte Zwangsabgabe für deutsche Auslandstouristen in Höhe von 100 RM wurde aufgehoben.
26. August
In Lissabon wurde nach neunstündigen Kämpfen der Versuch eines Militärputsches in Portugal niedergeschlagen.
27. August
Das Flugboot Dornier Do X, das größte Flugzeug seiner Zeit, landet nach mehrmonatigem Flug in New York City und wird dort mit großem Jubel begrüßt.
28. August
Fusion der 1904 gegründeten Gewerbekasse zu Leipzig und der 1922 als Barmenia Versicherungsbank für Mittelstand und Beamte Vag zu Barmen zum Leipziger Verein - Barmenia Krankenversicherung für Beamte, freie Berufe und Mittelstand AG. als Vorläufer der heutigen Barmenia Krankenversicherung AG
29. August
Der indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi reiste von Bombay aus zur Indien Konferenz nach London.
29. August
In Dresden billigte die Generalversammlung der Dresdener Bank die Übereinkunft über die Erhöhung des Aktienkapitals auf 400 Millionen RM und die finanzielle Beteiligung des Reiches, über die am 31. Juli Einigung erzielt worden war.
30. August
Brasilien verfügte ein Teilmoratorium für die Zahlung der Schuldzinsen.
30. August
Im Berliner Poststadion wurden Hein Müller im Schwergewicht und Hein Domgörgen im Mittelgewicht vor 30 000 Zuschauern Europameister der Berufsboxer.
31. August
Nach 4.320.446 gebauten Fahrzeugen stellt die Ford Motor Company die Produktion des Modells A ein. Modell B löst die Serie ab.

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