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Chronik 1831 - Ein neuer Papst, Gründung der Fremdenlegion, Aufstände in Europa

In Rom dauerte das Konklave an, nachdem Papst Pius VIII. (1761-1830) im November des Vorjahres gestorben war. Insgesamt 54 Tage musste die katholische Christenheit auf den neuen Papst warten. Dann endlich, am 2. Februar 1831, wurde Kardinal Bartolomeo Alberto Cappelari überraschend Inhaber des Pontifikats. Als Gregor XVI. (1765-1846) übernahm er den Papstthron. Er war der letzte Papst, der zum Wahlzeitpunkt zwar Kardinal, aber kein Bischof gewesen war. Er wurde einen Tag nach seiner Wahl zum Bischof geweiht. Am 6. Februar erfolgte seine Krönung zum Papst in St. Peter. In Warschau hatten sich infolge des polnischen Novemberaufstandes, der im Jahr 1830 begonnen hatte, die russischen Truppen zwar überrascht zurückgezogen, aber im restlichen Land war es dennoch zu Kampfhandlungen gekommen. Die Schlacht bei Grochów ging unentschieden zu Ende, aber in der Schlacht von Ostroleka erlitten die Polen gleich zwei Niederlagen. Die polnische Armee wurde geschlagen und zugleich schleppten die russischen Truppen die Cholera ein. Wer in der Schlacht nicht gefallen, starb letztendlich an der Seuche. Längst hatte der Novemberaufstand eine klägliche Wendung genommen. Er wurde in ganz Polen von den russischen Truppen niedergeschlagen. Letztendlich kapitulierte auch die Stadt Warschau. In Frankreich hatte Louis-Philippe I. (1773-1850) die Macht über das Land übernommen. Und am 10. März 1831 gründete er durch einen Erlass die Fremdenlegion („Légion étrangère“), die zunächst zur Eroberung und Absicherung der afrikanischen Kolonien Frankreichs dienten. Algerien war das erste Land, in dem die Fremdenlegion aktiv geworden war. In Frankreich waren nach der Julirevolution die Unruhen nicht abgeebbt. In Lyon begann im November der Aufstand der Seidenweber. Auf den Protest gegen die Nichtanwendung der vereinbarten Mindestlöhne seitens der Unternehmer wurde von den Ordnungskräften mit Schüssen reagiert, was zum offenen Aufruhr führte. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. In den Vereinigten Staaten ereignete sich 1831 einer der ersten Bankraube in der Geschichte des Landes. In New York City war eine Bank überfallen worden. Die Täter zogen mit einer Beute von 254.000 Dollar davon. Ein ganz anderes Verbrechen war über Jahre in Bremen geschehen, was 1831 die letzte öffentliche Hinrichtung in der Stadt zur Folge hatte. Die Serienmörderin Gesche Gottfried (1785-1831), die wegen ihrer liebevollen und freundlichen Hingabe bei der Pflege alter Menschen den Namen „Engel von Bremen“ bekommen hatte, erwies sich als Giftmörderin. Die zahlreichen Todesfälle innerhalb ihrer Familie riefen Bedauern bei den Mitmenschen hervor. Dabei war dieser Engel letztendlich ein Teufel in Menschengestalt. Alle 15 Opfer waren mit Arsen vergiftet worden. Es ist nie geklärt worden, was sie zu ihren Taten getrieben hatte. Doch für die Serienmörderin war der 21. April 1831 der Tag ihrer Hinrichtung geworden. Ein kulturell erfreulicheres Ereignis war aus München zu erfahren. Dort wurde am 13. Oktober die Glyptothek eröffnet, die als Bauwerk für Skulpturen von Kronprinz Ludwig, dem späteren König Ludwig I. (1786-1868), bei dem Architekten Leo von Klenze (1784-1864) in Auftrag gegeben worden war.
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