Was war wann? 1700 >> Das Jahr 1771
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Das geschah 1771
Das Jahr 1771 wird in Deutschland vor allem durch eine große Hungersnot geprägt. Ausgelöst durch Überschwemmungen und ein in diesem Jahr sehr feucht-kaltes Wetter, fiel ein großer Teil der Ernte Sachsens aus. Als Folge der daraus resultierenden Hungersnot wurde in der darauf folgenden Zeit der Kartoffelanbau in Deutschland stark gefördert, um einen erneuten so verheerenden Ernteausfall mit anschließender Hungersnot zu verhindern. Noch bis heute lassen sich in Deutschland Auswirkungen dieser Hungersnot und der anschließenden Reformierung der Landwirtschaft finden, da der verstärkte Kartoffelanbau ein Grund ist, warum die Deutschen auch heute noch sehr viele Kartoffeln konsumieren.
1771 wurde zudem der "Blaue Montag" endgültig abgeschafft. Nachdem seit mehreren Jahrzehnten durch Verbote versucht wurde, die Handwerker dazu zu bringen, den Montag wie einen normalen anderen Arbeitstag anzusehen und nicht - wie traditionell üblich - "blau" zu machen, also weniger oder gar nicht zu arbeiten, verschaffte eine Verordnung in diesem Jahr den Handwerkern einen höheren Lohn, sofern sie montags auch arbeiteten. Dadurch ermutigt, beendeten viele Handwerker ihren Streik gegen die Verbote des "Blauen Montags".
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Ereignisse & Schlagzeilen 1771
Im Januar
Bestätigung der Abschaffung des „Blauen Montags“ durch Erneuerung eines Reichstagsbeschlusses von 1731.
14. Januar

Matthias Klostermayr, der Bayerische Hiasl, wird festgenommen.

Im Februar
Der Fürst von Nassau-Usingen erteilt eine Konzession für das Glücksspiel in Wiesbaden
12. Februar
Nach dem Tod von König Adolf Friedrich wird sein Sohn Gustav III. König von Schweden.
19. Februar
Charles Messier findet bei Himmelsbeobachtungen im Virgo-Galaxienhaufen die erste Galaxie, Messier 49. Sie ist eine elliptische Galaxie in etwa 60 Millionen Lichtjahre Entfernung.
23. Februar
In Frankreich wird ein Edikt zu einer Justizreform erlassen
Im März
Johann Wolfgang von Goethe legt ein erstes Manuskript des Götz von Berlichingen nieder, den sogenannten „Urgötz“.
Im April
Ihre Geschichte des Fräuleins von Sternheim verschafft Sophie von La Roche als erste deutschsprachige Schriftstellerin europäische Bedeutung. Der moralisch-empfindsame Briefroman wird ursprünglich anonym durch den Herausgeber Christoph Martin Wieland veröffentlicht.
18. April
Die Uraufführung der Operette Der Dorfbalbier von Johann Adam Hiller nach dem Libretto von Christian Felix Weiße erfolgt in Leipzig.
Im Mai
Große Hungersnot in Deutschland, in deren Folge der Kartoffelanbau nachhaltig von einigen aufgeklärten Herrschern gefördert wird
2. Juni
Die Oper Armida von Antonio Salieri basierend auf einem Text von Marco Coltellini hat ihre Uraufführung am Burgtheater in Wien.
Im August
Aufgrund fehlender männlicher Erben fällt die katholische Markgrafschaft Baden-Baden an die protestantische Linie Baden-Durlach. Damit regiert Markgraf Karl Friedrich wieder die gesamte Markgrafschaft Baden
8. September
In Kalifornien wird die Mission San Gabriel Arcángel gegründet.
17. Oktober
Die Oper Ascanio in Alba von Wolfgang Amadeus Mozart auf ein Libretto von Giuseppe Parini wird im Teatro Ducale in Mailand uraufgeführt. Der 15jährige Mozart hat die Musik in nur dreieinhalb Wochen geschrieben.