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Juli 1997 - Terroristen töten

Kalender Juli 1997
Aufsehen erregte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in seinem „Spiegel“-Interview. Er sprach von erweiterten Maßnahmen gegen Terror-Sympathisanten und sogenannten Gefährdern. Der Minister wurde konkret, als er auch u. a. von gezielter Tötung von Terroristen sprach. Er sprach ein Kommunikationsverbot für Verdächtige an und einen neuen Straftatbestand der Verschwörung. Bundespräsident Horst Köhler kritisierte Schäubles Äußerungen. Er mahnte den Bundesinnenminister zu Sensibilität und Augenmaß.
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Wichtige Ereignisse im Juli 1997

1. Juli
Um Mitternacht wurde Hongkong, das für 156 Jahre als Kronkolonie zu Großbritannien gehört hatte, an China zurückgegeben.
1. Juli
In Deutschland trat ein neues Gesetz in Bezug auf die Besteuerung von Kraftfahrzeugen in Kraft. Da sich in Zukunft die Steuer nach dem Kfz-Hubraum richtet, wird die Steuer für ältere Autos höher.
1. Juli
In Deutschland trat die dritte Stufe der Gesundheitsreform in Kraft. Dadurch steigen u. a. die Zuzahlungen für Medikamente sowie für Verband-, Heil- und Hilfsmittel.
1. Juli
Großbritannien wurde wieder Mitglied der UNESCO.
2. Juli
Einen Tag nach dem Tod von Robert Mitchum starb in ein zweiter großer Hollywoodstar, nämlich James Stewart im Alter von 89 Jahren.
3. Juli
In Bethesda in den USA übernahm die Lockheed Martin Corp. für 11,6 Milliarden US-Dollar (19,9 Milliarden DM) den kleineren Rivalen Northrop Grumman Corp aus Los Angeles. Die Lockheed Martin Corp. ist der größte Hersteller von Luft- und Raumfahrtgerät in den USA. Die Northrop Grumman Corp. stellte vor allem Rüstungsgerät her.
4. Juli
Der US Raumfahrtbehörde NASA gelang mit der Sonde Pathfinder mit dem Geländewagen Sojourner die Landung auf dem Mars. Erstmals ist es möglich, mit einem auf der Erde gebauten Fahrzeug ferngesteuert einen anderen Planeten zu erkunden.
5. Juli
In Vallegrande identifizierten Gerichtsmediziner die sterblichen Überreste des kubanischen Revolutionshelden Erneste „Che“ Guevara. Guevara war im Jahr 1967 in den bolivianischen Anden vom Militär erschossen worden.
5. Juli
In Kambodscha wurde ein Staatsstreich verübt. Viele Politiker gingen im Anschluss daran ins Exil.
6. Juli
In Mexiko fanden Wahlen zum Bundeskongress statt.
6. Juli
In Mexiko fanden Parlamentswahlen statt. Die seit 1929 allein regierende Partei der institutionellen Revolution (PRI) verlor die absolute Mehrheit. Bei den Bürgermeisterwahlen in Mexiko Stadt gewann Cuauhtémoc Cárdenas, der Kandidat der oppositionellen PRD war.
6. Juli
In der nordirischen Stadt Portadown zogen rund 1200 Mitglieder des protestantischen Oranier-Ordens unter Polizeischutz durch das katholische Viertel der Stadt.
6. Juli
Beim Tennisturnier von Wimbledon gewann der Weltranglistenerste im Tennis, Pete Sampras aus den USA zum vierten Mal den Titel.
7. Juli
In Kambodscha gewann der Führer der Ex-Kommunisten, Hun Sen, im Kampf um die Macht in dem Land, die Oberhand gegen die Royalisten.
7. Juli
In Frankfurt am Main wurden zum ersten Mal Aktien eines deutschen Fernsehsenders notiert, nämlich die Pro-7-Vorzugsaktie.
8. Juli
In Madrid fand ein Gipfeltreffen der NATO-Staaten statt. Polen, Tschechien Ungarn wurden zu Verhandlungen über einen Beitritt zur NATO im Jahr 1999 eingeladen.
9. Juli
Im Rahmen des Gipfeltreffens der NATO-Staaten wurde eine Kooperationscharta mit der Ukraine unterzeichnet. Zum größten Teil entspricht sie den Vereinbarungen, die die NATO mit Russland getroffen hatte.
9. Juli
In Mazedonien kam es zu Unruhen in Gostivar und Tetovo.
10. Juli
Britische Truppen der Bosnien-Friedenstruppe SOFOR spürten gezielt nach mutmaßlichen Kriegsverbrechern. In Prijedor im Nordwesten Bosniens, wurde der serbische Polizeichef der Stadt, Simo Drljaca, getötet, als die Soldaten versuchten, ihn festzunehmen.
11. Juli
In Pattaya in Thailand kamen 91 Menschen bei einem Feuer in einem Luxushotel ums Leben. Weil die Hotelleitung sich vor Zechprellern hatte schützen wollen, waren die Notausgänge des Hotels versperrt.
12. Juli
In Berlin kamen etwa eine Million Techno-Fans zur neunten Love Parade.
12. Juli
Um gegen die musikalische Ausgrenzung und Kommerzialisierung der Love Parade zu protestieren, entstand die Hate Parade, die sich später zur Demonstration F*** Parade entwickelte.
12. Juli
Die deutsche Frauen Fußball Nationalmannschaft wurde in Oslo durch ein 2:0 über Italien Europameister.
13. Juli
In San Sebastian war vor drei Tagen der Kommunalpolitiker Miguel Angel Blanco Garrido von der baskischen Untergrundorganisation ETA entführt worden. Der Politiker starb an den dabei erlittenen Schussverletzungen.
14. Juli
In Den Haag verurteilte das UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien den bosnischen Serben Du Tadic wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft. Tadic war 1994 in München festgenommen worden.
14. Juli
Zwischen Deutschland und Polen wurde ein Kulturabkommen getroffen, das am 4. Januar 1999 in Kraft trat.
15. Juli
In der Bundesrepublik Jugoslawien wurde der bisherige serbische Staatschef Slobodan Miloševic zum Präsidenten gewählt.
15. Juli
Der gesuchte Serienmörder Andrew Phillip Cunanan erschoss den italienischen Modeschöpfer Gianni Versace vor seinem Haus in Miami Beach.
16. Juli
Um den Bestand von Kernkraftwerken in Deutschland zu sichern, billigte das Bundeskabinett eine Novelle zum Atomrecht, obwohl die Opposition heftig dagegen protestierte.
17. Juli
In Innsbruck trafen sich der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, der Ministerpräsident von Italien Romando Prodi und der österreichische Regierungschef Viktor Klima. Sie vereinbarten die österreichischen Grenzkontrollen zu den beiden Nachbarstaaten mit Wirkung vom 1. April 1998 abzuschaffen.
18. Juli
In St. Etienne baute der Spitzenreiter der Tour de France, der deutsche Telekom-Profi Jan Ullrich, seinen Vorsprung in der Gesamtwertung durch einen Sieg im 55-km-Zeitfahren auf 5,42 min aus. Beim Zeitfahren überholte Ullrich sogar den drei Minuten vor ihm gestarteten Franzosen Virenque.
19. Juli
In Liberia gewann der frühere Milizenchef Charles Taylor die Präsidentenwahlen.
19. Juli
In St. Georgen bei Salzburg wurde von dem Künstler Gunter Demnig er erste von inzwischen über 20.000 Stolpersteinen zum Gedenken an die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert oder vertreiben wurden.
20. Juli
In Belfast in Nordirland trat ein von der katholischen Untergrundorganisation Irish- Repulbikanische Armee (IRA) verkündetet Waffenstillstand in Kraft. Die IRA hatte bereits im Jahr 1994 einen Waffenstillstand ausgerufen, der aber nach 17 Monaten wieder gebrochen wurde.
21. Juli
In München wurde angekündigt, dass die beiden Großbanken Bayerische Hypotheken- und Wechselbank AG und die Bayerische Vereinsbank AG fusionieren wollten.
22. Juli
In Rom wurden die beiden ehemaligen SS-Offiziere Erich Priebke und Karl Hass wegen Kriegsverbrechen zu Haftstrafen verurteilt.
22. Juli
Zwischen Deutschland und Litauen wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen.
23. Juli
In Brieskow-Finkenheerd an der Oder kam es wegen des Hochwassers zu einem ersten Deichbruch.
23. Juli
Bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten albanischen Parlaments in Tirana trat der bisherige Staatspräsident Sali Berisha zurück, weil seine Demokratische Partei bei der Wahl unterlegen war.
23. Juli
Laos wurde Mitglied der Assoziation Südostasiatischer Staaten (ASEAN).
24. Juli
In Düsseldorf forderte eine Explosion in einem Wohnhaus sechs Todesopfer.
25. Juli
Im kambodschanischen Dschungel bei Along Ven fand ein Schauprozess statt. Ein von den Roten Khmer zusammengestelltes Volkstribunal verurteilte den früheren Rote-Khmer Führer Pol Pot zu lebenslanger Haft.
25. Juli
In Indien wurde mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein kastenloser Inder Staatspräsident.
26. Juli
In Ostende in Belgien fand eine Luftfahrtschau statt. Dabei stürzte bei einem waghalsigen Flugmanöver ein jordanischer Pilot mit einem Doppeldecker-Leichtflugzeug ab. Bei dem Unfall starben neun Menschen und 56 Menschen wurden verletzt.
26. Juli
In Leverkusen wurde der FC Bayern München der erste Gewinner des neu geschaffenen DFB-Liga-Pokals. Im Finale siegte der FC Bayern München mit 2:0 über den VfB Stuttgart.
27. Juli
In Paris gewann Jan Ullrich als erster Deutscher die Tour de France.
28. Juli
Der seit zweieinhalb Jahren andauernde Streit zwischen US-Präsident Bill Clinton und der republikanischen Mehrheit im Kongress endete mit einer Einigung auf Steuersenkungen und einen ausgeglichenen Etat bis zum Jahr 2002.
29. Juli
Das Verwaltungsgericht Wiesbaden stoppte als erstes deutsches Gericht die Einführung der neuen Rechtschreib-Regeln und untersagte die Einführung an hessischen Schulen.
30. Juli
In Jerusalem kamen in einem Marktviertel bei zwei Selbstmordanschlägen 16 Menschen ums Leben, darunter auch die beiden Attentäter. Zu den Anschlägen bekannte sich die islamisch-fundamentalistische Untergrundorganisation Hamas.
30. Juli
Der 92-fache Nationalspieler Jürgen Kohler von Borussia Dortmund wurde von den deutschen Sportjournalisten zum Fußballer des Jahres 1997 gewählt.
30. Juli
In Sunderland in Großbritannien wurde das für Fußballspiele neu erbaute Stadium of Light feierlich eröffnet.
31. Juli
In einem Skigebiet im Südosten Australiens bei Thredbo Village wurden bei einem Erdrutsch 20 Menschen verschüttet. Ein Mann wurde drei Tage später lebend geborgen.

Juli 1997 in den Nachrichten

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