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Öffentliche Schulen für die männliche Oberschicht

Die 1860er Jahre waren in Deutschland von vielen Kleinkriegen geprägt, weshalb diese Zeit auch großen Schwankungen unterworfen war. Gleichzeitig hatte das damalige Wirtschaftswachstum ebenfalls einige positive Effekte, die auch die Bildungspolitik nachhaltig beeinflussten.
Im Jahr 1864 brach ein Krieg zwischen den Ländern Dänemark und Deutschland aus. Dabei handelte es sich um eine militärische Auseinandersetzung um Schleswig- Holstein. Die kriegerische Auseinandersetzung endete mit der Niederlage Dänemarks, was dem damaligen Deutschland, neben den Ländereien im Norden, eine große Fülle an Kulturgütern einbrachte.
Dies hatte mitunter den Vorteil, dass von diesem Zeitpunkt an ein kleiner Teil der finanziellen Mittel des
Staates auch in den Ausbau von Bildungseinrichtungen investiert werden konnte. Dies führte zur Eröffnung einiger öffentlicher Schulen. Diese wurden allerdings eher von der männlichen Oberschicht besucht. Obwohl den Bürgern, unabhängig von Klasse und Herkunft, gleiche Aufstiegschancen garantiert wurden, genossen zumeist nur reichere Leute eine höhere Bildung.
Ein weiteres Merkmal dieses Jahrzehnts war, dass die meisten öffentlichen Einrichtungen lediglich dem männlichen Geschlecht vorbehalten waren. Mädchen wurden entweder in Privatschulen, zu Hause oder oftmals gar nicht unterrichtet. Dies hatte zur Folge, dass diese auf ihre Familie oder Ehemänner angewiesen waren, um zu überleben. In ärmeren Kreisen führten Frauen allerdings trotzdem einfache manuelle Tätigkeiten durch, für welche kein großes Vorwissen erforderlich war.
Im Jahr 1866 erschütterte ein weiterer Krieg das Land. Der so genannte "Deutsche Krieg" spielte sich diesmal jedoch zwischen Preußen und Österreich ab. Diese kriegerische Auseinandersetzung stellte eine Folge des "Deutsch- Dänischen Kriegs" dar. Die Ursache war ein Streit über die Verwaltung der Ländereien in Schleswig- Holstein. Abermals ging das damalige Deutschland als Sieger hervor.
Eine der weitest reichenden Folgen jenes Krieges war, dass Otto von Bismarck große innenpolitische Erfolge feierte und somit sein Einfluss auf die deutsche Gesellschaft immer größer wurde.
Dies wirkte sich auf das Bildungsniveau der ärmeren Bevölkerungsschichten eher schlecht aus, da der zukünftige Reichskanzler eine stark nationalistische Einstellung vertrat und einer Gleichstellung der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten negativ gegenüber stand. Aus diesem Grund änderte sich in den 1860er Jahren nicht viel an der Situation der Arbeiter, welche trotz des Wirtschaftswachstums, nach wie vor, über ein relativ niedriges Bildungsniveau verfügten.

Im Großen und Ganzen können die Jahre zwischen 1860 und 1870 als ein sehr unruhiges Jahrzehnt bezeichnet werden. Dies lag nicht zuletzt an den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen im damaligen Deutschland. Trotz der Siege waren die Auswirkungen auf die Bildungspolitik jedoch eher negativer Art, so dass in Richtung Bildungsniveau keine größeren Fortschritte zu verzeichnen waren.

Bücher zur Bildung der 1860er Jahre

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