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Das Literaturjahr 2020

Seit seinem Debütwerk im Jahr 2006 hält der Autor und Journalist Sebastian Fitzek die deutschen Bestsellerlisten mit seinen psychologischen Thrillern im Atem. 2020 gelang ihm ein weiteres kompromissloses und weit beachtetes Werk: Der Heimweg. Im Oktober erschienen, erzählt der Roman von einer nervenaufreibenden Nacht, in welcher der ehrenamtliche Servicemitarbeiter eines Begleittelefons eine Frau vor ihrem Verfolger zu retten versucht. Nichts für schwache Nerven!

Dass der bekannte Unternehmer Dirk Rossmann, Gründer der Rossmann-Drogeriekette, irgendwann zu den Autoren fiktionaler Werke zählen würde, konnte man vor 2020 kaum erahnen. Doch 2020 ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Jahr. In „Der neunte Arm des Oktopus", erschienen im November 2020, erzählt er aus einer dystopischen aber nicht ganz unwahrscheinlichen Zukunft, in welcher der Klimawandel die Erde im Griff hat. Nur ein Verbund aus den Supermächten USA, China und Russland kann das hoffnungslose Szenario noch abwenden. Der Ökothriller zeichnet das düstere Szenario nach.

Mit Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, gelang dem schwedischen Autoren Jonas Jonasson 2011 ein erster internationaler Buchhit. 2020 erschien sein Werk „Der Massai", der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte. Erzählt wird von einer interkulturellen Begegnung zwischen einem Massai aus Kenia und einem Galeristen aus Schweden. Dabei zeichnet sich das Werk durch seinen zugänglichen und humorvollen Schreibstil aus.

Wenn ein neues Werk von Ken Follett veröffentlicht wird, sind die Augen der internationalen Buchwelt auf die neue Publikation gerichtet. Follett konnte mit monumentalen Werken wie „Die Säulen der Erde" (1990), Die „Pfeiler der Macht" (1994) und „die Tore der Welt" (2007) ein eingeschworenes Lesepublikum für sich gewinnen. 2020 präsentierte Follett mit "Kingsbridge: Der Morgen einer neuen Zeit" die viel beachtete Vorgeschichte zu seinem Weltbestseller „Die Säulen der Erde".

Was die internationalen Preisverleihungen anbelangt: Den Nobelpreis der Kategorie erhielt 2020 die US-amerikanische Dichterin Louise Glück für ihr Werk. Gelobt wurde ihre individuelle poetische Stimme, die in ihren lyrischen Werken seit den 60er-Jahren zu lesen sind. In Deutschland sind Gedichtsammlungen wie „Averno" (2007) und „Wilde Iris" (2008) erschienen.

Der Deutsche Buchpreis ging 2020 an Anne Weber mit ihrem Werk „Annette, ein Heldinnenepos". In biographischen Zügen wird hier das Leben der französischen Résistance-Kämpferin und Neurologin Anne Beaumanoir nachgezeichnet. Zu deren Glanztaten zählt die Rettung des Lebens zweier jüdischer Jugendlicher. Wer sich für unvergessliche Lebensgeschichten interessiert, sollte sich Annette, ein Heldinnenepos nicht entgehen lassen.

International sorgte 2020 „Deacon King Kong" von James McBride für Furore. Bereits 2013 erhielt er den US-amerikanischen National Book Award für sein Werk „The Good Lord Bird". In „Deacon King Kong" katapultiert McBride den Leser in das Brooklyn der späten 60er. Dabei taucht der Autor mit satirischer Erzählstimme in die lokale Historie New Yorks ein – und zeichnet mit sprachlichem Geschick ein lebhaftes Panorama der Zeit. Dabei spielen auch aktuelle Themen der US-amerikanischen Gesellschaft eine fundamentale Rolle.

In den internationalen Bestsellerlisten fand sich auch Emily St. John Mandel wieder. Bereits 2014 gelang ihr mit „Station Eleven" ein preisgekrönter Bestseller. In ihrem neuen Werk „The Glass Hotel" erzählt sie von den düsteren Seiten der Finanzbrache in Manhattan. Es entspinnt sich ein packendes belletristisches Werk im Spannungsfeld zwischen Geld und Moral.

Im Segment der Sachbücher machte das einstige Präsidentenpaar Michelle und Barack Obama auf sich aufmerksam. Mit Michelle Obamas „Becoming: Meine Geschichte und Barack Obamas". Ein verheißenes Land sind 2020 zeitgeschichtlich bedeutende biographische Werke aus dem Leben der Präsidentenfamilie erschienen. Dabei ist bei Lesern ein wenig Ausdauer gefragt: während Michelle Obamas Werk über 500 Seiten zählt, knackt Barack Obama mit seiner Biographie die 1000-Seiten Marke.

Damit sind allerdings die literarischen Höhepunkte 2020 noch nicht abgearbeitet: weiterhin gelangen dem bereits im Vorjahr veröffentlichten Krimi-Werk „Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens in diesem Jahr ordentlich Verkäufe. Ebenso sorgten Don DeLillo mit seiner Publikation „Die Stille", Marc-Uwe Kling Mit „Quality Land 2.0" sowie Charlotte Link mit „Ohne Schuld" für nennenswerte Publikationen. Das turbulente Jahr 2020 hatte zumindest für Leser einige Höhepunkte zu bieten.

Bestseller 2020

Literatur Bestseller 2020