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Chronik 1851 - Die 1. Weltausstellung, Staatsstreich in Frankreich und die Kältemaschine

London machte in jenem Jahr 1851 Furore mit seiner 1. Weltausstellung. Die „Great Exhibition“ war eine Industrieausstellung, die von Mai bis Oktober 1851 im Londoner Hyde Park stattgefunden hatte. Mit 17.062 Ausstellern aus 28 Ländern war die Beteiligung so hoch, dass die Industrieausstellung bald als „World’s Fair“ bezeichnet wurde und dieser Name blieb erhalten. Auf 10,5 Hektar Ausstellungsfläche wurden industrielle Güter und handwerkliche Produkte aller Art präsentiert. Es wurden Maschinen gezeigt und Produktionsmethoden. Bodenschätze und Werke der Bildenden Kunst waren ebenso vertreten. Neuheiten wie der Telegraf und der erste Plastikstuhl aus vulkanisiertem Kautschuk konnten bestaunt werden. Das Ausstellungsgebäude der 1. Weltausstellung wurde zum Wahrzeichen, wenngleich gerade die Wahl des Gebäudes die „Great Exhibition“ fast zum Scheitern gebracht hätte. Es waren so viele Entwürfe eingegangen, dass das Baukomitee letztendlich nur den eigenen akzeptierte, der aber bei der Veröffentlichung heftig debattiert wurde, weil er zu massig war und den Hyde Park verschandeln würde. Andererseits hätte die Verschiebung der Ausstellung einen Image-Verlust für England bedeutet. Gerade zum rechten Zeitpunkt tauchte ein Entwurf von Joseph Paxton (1803-1865) auf, der als Gartenarchitekt wusste, wie man Gewächshäuser baute. Sein Entwurf war im Stil der Gusseisen-Architektur ganz aus Glas und Gusseisen gehalten. Der englische Bauingenieur und Unternehmer Charles Fox (1810-1874), der diesen Entwurf in 17 Wochen aus vorgefertigten Bauteilen realisieren konnte, erwarb sich durch den Bau des Kristallpalastes enormes Ansehen. Nachdem die Ausstellung am 15. Oktober 1851 beendet worden war, brach man das Gebäude ab und baute die Fertigteile in Sydenham neu auf und brachte ein Museum darin unter. Im Jahr 1936 brannte der „Crystal Palace“ schließlich vollends ab. Einige Zeit nach dem Ende der Weltausstellung macht Frankreich Schlagzeilen. Dort ließ sich Präsident Charles-Louis-Napoleon Bonparte (1808-1873) – Napoleon III. – durch einen Staatsstreich mit diktatorischen Vollmachten ausstatten. Er hatte der aus einer Volkswahl hervorgegangenen Präsidentschaft eine Diktatur errichtet. Sie dauerte nur ein Jahr und mündete in das Zweite Kaiserreich. Daraufhin trat in Großbritannien der Außenminister Henry John Temple, 3. Viscount Palmerston (1784-1865) zurück. Es blieb ihm nichts anderes übrig, nachdem er offiziell den Staatsstreich des französischen Präsidenten gebilligt hatte. Sein Rücktritt war nicht ganz freiwillig. Ungeachtet der Ereignisse in Europa erhielt der US-amerikanische Arzt, Wissenschaftler und Erfinder, John Gorrie (1802-1855) ein Patent auf seine Kältemaschine. Mit dieser Maschine, die zum Kühlen von Räumen dienen sollte, hatte John Gorrie keinen wirtschaftlichen Erfolg. Er wurde dafür verlacht.
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