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Chronik 1855 - Thronwechsel in Russland, Entdeckungen und Eroberungen

Während in Russland noch der Krimkrieg (1853-1856) tobte, ein militärischer Konflikt von europäischem Ausmaß, gab es einen Wechsel auf dem Zaren-Thron. Kaiser Nikolaus I. (1796-1855) war am 2. März gestorben. Nun folgte ihm sein Sohn auf den Thron und übernahm als Alexander II. (1818-1881) die Macht in Russland. Derweil waren in der englischen Grafschaft Devon seltsame Dinge beobachtet worden, die die Bevölkerung in große Angst versetzten. Am Morgen des 9. Februar waren nach heftigen Schneefällen Spuren im Schnee entdeckt worden. Die hatten die Form gespaltener Hufe und konnten – wie es abergläubische Menschen sofort zu wissen meinten – nur vom Satan selbst verursacht worden sein. Seltsam waren die Spuren tatsächlich. Dieses Vorkommnis, das auch als „Rätsel von Devonshire“ benannt wurde, versuchte man mit so mancher Theorie zu erklären. Einzelne Fakten aber wurden immer wieder angezweifelt. Bis heute weiß niemand, wessen Spuren im Schnee damals als Zeichnung für die Nachwelt aufgezeichnet worden waren. Angeblich seien die Spuren über lange Strecken schurgerade verlaufen. Das ändert nichts an der Rätselhaftigkeit, die die Menschen noch lange nach 1855 beschäftigte. Für klare Aussagen wurde in London in jenem Jahr 1855 die Tageszeitung „The Daily Telegraph“ gegründet. Diese britische Tageszeitung hat noch heute ihren Sitz in der Hauptstadt Großbritanniens. Der südafrikanische Touristenort Livingstone in Simbabwe, heißt nicht von ungefähr so. Dort, wo sich die Victoriafälle am Südufer des Sambesi befinden, kam als erster Europäer der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone (1813-1873) hin. Er erreichte die Wasserfälle auf einer Reise, bei der er von 1853 bis 1856 ganz Südafrika durchquerte. Dabei erreichte er im November 1855 die Victoriafälle des Sambesi. Ein Anderer brach ebenfalls im Jahr 1855 auf, allerdings um zu erobern. William Walker (1824-1860) war ein US-amerikanischer Abenteurer und Söldner. Außerdem war er Arzt, Anwalt und Journalist. Er hatte es sich in seiner Zeit in San Francisco in den Kopf gesetzt, Teile Lateinamerikas zu erobern und von weißen Nordamerikanern beherrschte Staaten zu gründen. Als in jenem Jahr 1855 in Nicaragua der Bürgerkrieg ausgebrochen war, wurde er von der liberalen Kriegspartei zu Hilfe gerufen. Ungeachtet des Verbots der US-Behörden stach Walker im Mai mit einer Söldnertruppe von 57 Mann in See. In Nicaragua übernahm er tatsächlich die Macht, zudem den Oberbefehl über die Armee und herrschte durch die Marionettenregierung von Patricio Rivas (1810-1867). Er setzte ihn als „Supremo Director“ ein und zu Beginn seiner Amtszeit unterstützte er ihn auch. Im Folgejahr wurde Walker dann durch den US-Präsidenten Franklin Pierce (1804-1869) als legitimer Herrscher von Nicaragua anerkannt. Seine Eroberungsidee kostete ihn allerdings schon bald das Leben. William Walker wurde 1860 durch ein Erschießungskommando hingerichtet.
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