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Schlager der 30er Jahre

Die Beliebtheit solcher Schlager, die witzig und unterhaltsam waren, frivol und leichtlebig, eine Richtung, die sich in den 20er Jahren in Deutschland hervorragend etabliert hatte, konnte sich in den 30er Jahren nicht mehr aufrechterhalten. Obwohl Liane Haid noch von ihrem kleinen Gardeoffizier sang oder Siegfried Arno mit seinem Lied „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’“ das Augenzwinkern nicht unterdrücken konnte, war die Tendenz musikalischer Veränderungen längst gegeben.
Mit der Machtergreifung der Nazis und ihrem Oberhaupt und Führer Adolf Hitler, die sich gemeinsam und rigoros der Aufgabe einer moralisch deutschen Säuberung widmeten, veränderte sich die Musik und mit ihr der Musikgeschmack, mochten die Sterne auch noch so leuchten, wie es Ralph Maria Siegel 1930 sang.
Die Frivolität des Schlagers wurde bald schon untersagt, viele Lieder wurden verboten. Durch den aufkommenden Faschismus und damit einhergehenden Rassismus erhielten etliche Musiker zunächst Auftrittsverbot, wurden später verfolgt oder mussten in die Emigration flüchten, insbesondere, wenn sie jüdischer Herkunft waren. Viele Lieder, die weiterhin gespielt wurden, unterlagen einer strengen Zensur. Ganze Passagen fielen dem Schnitt zum Opfer, vor allem zweideutige, weil sie damit für die Nazis „anzüglich“, frivol oder humorige Auszüge hatten. Gruppen, wie die „Comedian Harmonists“, die große Erfolge gefeiert hatten, mussten sich unter diesen Bedingungen auflösen, obwohl ihr „Kleiner, grüner Kaktus“ weiterhin gespielt wurde.
Dagegen blieb der Schlager musikalisch weiterhin durchaus wirkungsvoll, das wussten auch die Nazis, die sich den Geschmack an dieser Musik zunutze machten und Textinhalte zu Propagandazwecken umfunktionierten. Während etliche Komponisten und Musiker das Land verlassen mussten, waren andere nur zu gerne bereit, dem Führer die geeigneten Kompositionen zu liefern. Alles war erlaubt, das dem „arischen Humor“ entsprach. Musiker und Schauspieler wurden zum Zweck der propagandistischen Vermarktung eingespannt.
Als 1939 der Krieg ausbrach waren Soldatenlieder der Renner, Schlager, die Mut machten und zum Durchhalten aufforderten. Ganz neue Versionen wurden komponiert, mit Inhalten wie „Davon geht die Welt nicht unter“ oder Zarah Leanders „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“. Marlene Dietrich erschien mit „Ich bin die fesche Lola“ und „Nimm dich in Acht vor blonden Frauen“. Lale Andersen sang in den 30ern ihren Schlager „Lili Marleen“, doch aufgrund des bald schon unheilvollen Inhalts wurde selbst dieses Lied in Deutschland verboten.
Natürlich konnte nicht alles zensiert oder „aus der Welt geschafft“ werden, ein gewisser Spielraum wurde toleriert. Der „Volksempfänger“, der sich im Deutschen Reich hervorragend durchsetzte, um seine Botschaft zu verkünden und das Volk unter Kontrolle zu halten, spielte nur zu gerne deutschen Schlager, hauptsächlich wenn sie vom Geschehen ablenkten.
Hans Albers sang „Flieger, grüß’ mir die Sonne“ oder „Komm’ auf die Schaukel, Luise“. Jan Kiepura trat mit dem Lied „Heute Nacht oder nie“ auf und Lilian Harvey verkündete: „Wir zahlen keine Miete mehr“.
Auch Heinz Rühmann erfüllte die Aufgabe der Propaganda nur allzu gut, zeigte sich mit Liedern wie „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“ und „Das kann einen Seemann nicht erschüttern“.
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