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Info Vatikan
Spricht man von "Vatikan", so subsumieren sich unter diesem Oberbegriff mehrere Bedeutungen. So bezeichnet der Name einen Hügel in der Nähe des rechten römischen Tiberufers, den Heiligen Stuhl, worunter der Papst und seine ihm zugehörigen Dienststellen zu zählen sind, gemeint sein kann aber auch die Vatikanstadt in Italien, die als unabhängiger Staat seit dem Jahre 1929 fungiert.
Ersichtlich wird aber bei diesen Begriffsbedeutungen, dass sie alle einander bedingen, der Vatikanstaat als solcher kann nur existieren, sofern der Papst dessen Oberhaupt ist. Beim Staat Vatikanstadt handelt es sich um einen sogenannten Zwergstaat, de facto ist es sogar der kleinste anerkannte und unabhängige Staat der Welt, dessen Fläche sich gerade einmal auf 0,44 Quadratkilometer beläuft und der nur an die etwa tausend Einwohner zählt.
Verfassungsrechtlich handelt es sich dabei um eine Wahlmonarchie, der Papst, welcher von den Kardinälen gewählt und somit ins Amt gesetzt wird, steht dem Vatikan als Oberhaupt vor, sein Amt hat er ab dem Zeitpunkt der Wahl für die Dauer seines Lebens inne.
Zum Vatikanstaat gehören bedeutende Bauwerke und Bereiche der Stadt Rom, beispielsweise der Petersdom, die berühmte, in ihrem Innenraum von großen Künstlern wie beispielsweise Michelangelo, Botticelli oder Perugino ausgestaltete und bemalte Sixtinische Kapelle, ebenso ist der Petersplatz zum Territorium des Zwergstaates zu zählen. Auch die Paläste und Gärten, die von den vatikanischen Mauern umschlossen sind, müssen zum Bereich des Vatikanstaats dazugerechnet werden.
Ursprünglicher Sitz der Päpste der katholischen Kirche war bis ins 14. Jahrhundert hinein der Lateranpalast, der Name "Vatikan" bezeichnete lediglich den eingangs erwähnten Hügel nahe des rechten Tiberufers. Bereits beim Untergang des großen Römischen Reiches hatten die Päpste nach der nicht nur geistlichen, sondern auch weltlichen Herrschaft über das römische Territorium verlangt, was ihnen durch diverse Schenkungen auch garantiert worden war. Residenz war der Lateranpalast, erst im Mittelalter schließlich zog das Oberhaupt der Kirche im Zuge seines Amtes um und residierte am Vatikanischen Hügel. Im Jahr 1589 wurde der Apostolische Palast erbaut, der noch in der heutigen Zeit wichtige Verwaltungsinstanzen wie auch die private Wohnung des Heiligen Vaters enthält. Zug um Zug wurde der Vatikanstaat ausgebaut und seine Macht wurde gefestigt.
Die politischen Unruhen und Revolutionen des 19. Jahrhunderts erschütterten nicht nur Italien, sondern auch den Vatikanstaat, erst im Jahre 1929 schließlich kam es wieder zur Festigung des Vatikans als souveräner Staat, was in den Lateranverträgen zwischen dem Königreich Italien und der Instanz des Heiligen Stuhls festgeschrieben wurde.
Die päpstliche Autorität, also die Instanz des Heiligen Stuhls, ist wiederum souverän, und wird als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt bezeichnet und betrachtet; gleichwohl der Papst Oberhaupt des Vatikanstaates ist, ist der Heilige Stuhl als solcher als Instanz vom Vatikanstaat zu trennen. Es handelt sich also im Falle des Staates Vatikanstadt und des Heiligen Stuhls um eine doppelte völkerrechtliche Souveränität.
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