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Biografie Lino Ventura Lebenslauf Lebensdaten

Der italienische Schauspieler Lino Ventura ist am 14.07.1919 in Parma/Italien geboren worden. Sein eigentlicher Name lautet: Angiolino Giuseppe Pasquale Borrini. Als der kleine Lino neun Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Frankreich (1927) – sie lebten dort in Paris. Ganz ehrlich, die Schule war nichts für Klein-Lino. Dafür begann er aber eine Lehre als Mechaniker. Später arbeitete er als Hoteljunge – Mechaniker – Handelsvertreter und auch als Büroangestellter. 1942 heiratete Lino seine Jugendliebe Odette Lecomté. Und seine zweite Leidenschaft war damals der Ringsport – er wurde sogar Profi-Ringer. Lino war richtig gut darin und wurde 1950 sogar Europameister im Ringen. Dann verunfallte er beim Sport, verletzte sich heftig an der Hüfte: dies bedeutete das AUS für seine Profikarriere. Der Wechsel zur Schauspielerei funktionierte (fast) reibungslos: bereits 1953 spielte Lino Ventura in dem französischen Kriminalfilm „Wenn es Nacht wird in Paris“ mit – u.a. neben Jean Gabin und Jeanne Moreau. Und das immerhin ohne große Schauspielausbildung – er spielte darin einen eher schweigsamen Unterweltler. Übrigens: Jean Gabin und Lino freundeten sich in dieser Zeit direkt an. Die beiden wurden richtige Freunde und Gabin selbst sollte ihn auch in nächster Zeit immer wieder als Schauspieler protegieren. Kein Wunder – Lino war von der Schauspielerei begeistert - man könnte sogar sagen, der Ex-Profisportler hatte „Blut geleckt“. Danach nahm der (Jung)Schauspieler weitere Angebote an. Der Film „Der Mörder kam um Mitternacht“ machte Lino Ventura im Jahre 1959 zu einem Charakterdarsteller. Seine sportliche Figur machte auch am Dreh-Set immer wieder Eindruck – dementsprechend waren auch die anfänglichen Rollen-Angebote: Lino spielte z.B. sehr oft Polizisten oder harte Gangster. In den 1960er Jahren erweiterte sich das Spektrum allerdings – Lino war drauf und dran, zu einem der populärsten Schauspieler Frankreichs und sogar Europas zu werden. Glückwunsch – eine echte Leistung! Ventura stand immer wieder mit den größten Schauspiel-Stars des französischen Kinos Seite an Seite vor den Kameras. Darunter waren u.a. Alain DelonJean-Paul Belmondo oder auch Simone Signoret. Es entstanden Filme wie „Fahrstuhl zum Schafott“ (1957) und „Der Panther wird gehetzt“ (1963) – „Die Abenteuer“ (1966) oder „Armee im Schatten“ (1969).

Im selben Jahr wurde auch der Film „Der Clan der Sizilianer“ produziert – hier agierte Lino neben Alain Delon und seinem „Förderer“ Jean Gabin. Das Jahr 1966 wird für Lino Ventura ein ganz besonderes: seine Frau schenkt ihm eine kleine Tochter – mit dem Namen Linda. Leider stellt sich heraus, dass sie geistig behindert ist. Daraufhin gründete Lino eine Vereinigung (Bohrer-Schnee), die sich zum Ziel gesetzt hatte, diesen jungen Kindern zu helfen und sich für die Forschung dieser und ähnlicher Krankheiten einzusetzen. Trotz dieses Schicksalsschlages drehte Lino unbeirrt weiter. Es entstehen Film-Hits wie: „Die Filzlaus“ (1973) – „Die Macht und ihr Preis“ (1976) – „Der Schrecken der Medusa“ (1978) oder „Das Verhör“ (1981). Lino Ventura spielte in der Regel Charaktere, die wortkarg waren, aber auch entschlossen und intelligent. Seine Ausstrahlung – sein Charisma „strahlte“ auch auf seine Rollenfiguren über und zeigte Menschlichkeit und Sensibilität. Und das alles unter einer eher „rauen“ Schale. Eine seiner Eigenschaften war es, seine Rollen mit einem gewissen subtilem Humor zu bereichern – und diesen trieb er ganz bewusst und gekonnt auf die Spitze! Lino Ventura war ein Charakterkopf mit altmodisch-unbeirrbaren Ansichten. Auch Schauspielgrößen wie Richard Burton oder auch Jack Nicholson zollten Ventura größtem Respekt. Er verstarb im Jahre 1987 an einem Herzanfall – im Alter von 68 Jahren. Aktuelle Umfragen hatten zu dieser Zeit ergeben, dass er populärster Darsteller seines Heimatlandes gewesen war. Als er in Paris beerdigt wurde, folgten Tausende Fans und Freunde seinem Sarg.
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