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Im Filmjahr 1953 wurden viele
Kinos vom „Trümmerpalast“ zu echten
Lichtspielhäusern des Wirtschaftswunders. Die
Menschen wollten sich endlich wieder amüsieren und
auch informieren. Das Kino war zu dieser Zeit
schließlich auch (noch) der Fernseh-Ersatz. Das
eigene TV war zwar unaufhaltsam auf dem Vormarsch –
aber wirklich leisten konnte sich den Anfang der
1950er noch nicht jeder. Zu sehen war u.a. der
Kinofilm „Schnee am Kilimandscharo“ – der auf einer
Erzählung von Ernest Hemingway basiert. Die
verschiedenen Rollen des Films waren mit echten
Stars besetzt: wie z.B.
Gregory Peck, Susan Hayward,
Ava Gardner und die deutsche
Hildegard
Knef. Die Geschichte dreht sich um den
Schriftsteller Harry Street. Eigentlich will dieser
das Rätsel eines Freundes auflösen! Seine Frage
lautete: Weshalb liegt am Gipfel des Kilimandscharo
ein erfrorener Leopard!? Dafür begibt sich Street
direkt vor Ort. Doch dann wird er von einem
gefährlichen Virus infiziert, leidet unter sehr
starken Fieberschüben und kämpft sogar um sein
Leben. Während seines Leidens denkt der
Schriftsteller an glückliche und auch scherzhafte
Momente seines Lebens zurück. Die Presse meinte
damals, dass der Film zwar publikumswirksam
inszeniert sei, er aber doch sehr weit von der
Hemingway-Erzählung entfernt wäre! Es gab
andererseits auch positive Meinungen zu „Schnee am
Kilimandscharo“ – z.B., dass „bemerkenswert dicht
und anregend“. Na, also!
Im Kinojahr 1953 gab es übrigens wenig freie Plätze
in den meist neu aufgebauten Lichtspielhäusern
Deutschlands. Und hier lief einer der Filme, die mit
der Zeit zu echten Klassikern geworden sind: „Zwölf
Uhr mittags“. Die Regie des Schwarz-Weiß-Westerns
führte damals Fred Zinnemann. Der Film erzählt die
Geschichte von Marshal Will Kane, der sich alleine
gegen seinen Erzfeind Frank Miller und dessen
Verbrecherbande durchsetzten will. Kane ist für die
Kleinstadt Hadleyville verantwortlich - als er
jedoch heiratet, hängt er seinen Job an „den Nagel“.
Grund dafür: die ständigen Bitten seiner Frau. Doch
dann erfährt er von der Begnadigung des Banditen
Frank Miller. Den hatte Kane fünf Jahre zuvor
persönlich ins Gefängnis gebracht. Jetzt aber will
sich Miller an Kane rächen und kündigte an, mit dem
12-Uhr-Zug direkt in die Stadt zu kommen. Kane ist
sich nicht sicher, was er machen soll. Eines will er
auf keinen Fall: immer wieder vor Miller weglaufen
zu müssen! Deshalb versucht er, innerhalb der Stadt
Hilfe zu bekommen. Doch auf einmal ist keiner in der
Lage dazu. Dann steht Kane vor der Wahl: bleibt er
in der Stadt und kämpft!? Oder geht „flieht“ er
gemeinsam mit seiner Frau!? Er entscheidet sich
dafür, in der Stadt zu bleiben und sich dem Killer
zu stellen. Nur, hat er gegen ihn – und seiner Bande
- überhaupt eine Chance!? Der Film „Zwölf Uhr
mittags“ bekam viele Kritikerpreise und „rechnete“
sich auch finanziell großartig. Zu dem wurde er mit
einem Golden-Globe-Award und vier Oscars
ausgezeichnet: u.a. bekam der Schauspieler Gary
Cooper eine der begehrten goldenen Statuen - als
„Bester Hauptdarsteller“.
Aus gutem deutschem „Hause“ stammt der Film „Keine
Angst vor großen Tieren“ – der ebenfalls im Kinojahr
1953 zu erleben war. In der Geschichte des Films
geht es um Emil Keller (gespielt von
Heinz Rühmann).
Er ist eher ein schüchterner und gutmütiger Kerl,
der von vielen gerade deshalb auch ausgenutzt wird.
Und auf einmal soll der eifrige technische Zeichner
eine mysteriöse Erbschaft gemacht haben!? Da wittern
natürlich einige im Umfeld von Keller das große Geld
- und davon wollen sie etwas abhaben. Wie z.B. der
Bruder der Vermieterin, Herr Schimmel (gespielt von
Gustav Knuth), der seine hässliche Nichte kurzerhand
mit Emil verkuppeln will. Nur: das angebliche Erbe
besteht in Wirklichkeit nicht aus Geld und Reichtum,
sondern aus drei Löwen. Und Emil Keller selbst soll
diese auch noch dressieren. Ob er es schafft, seine
anfängliche Angst vor großen Tieren zu überwinden!?
Außerdem bleibt die Frage, was die anderen dazu
sagen werden!? Übrigens: für Rühmann-Fans ist der
Film absolut empfehlenswert – schließlich hält er
einige (nette) Gags für seine Zuschauer bereit!
Das Kinopublikum hatte im Filmjahr 1953 zu dem das
große Vergnügen, einen der bekanntesten
Hollywoodfilme der Geschichte sehen zu können: Vom
Winde verweht! Das Werk ist übrigens – so ganz
nebenbei – eines der kommerziell erfolgreichsten
überhaupt – und das sogar bis heute. Die Geschichte
findet in den Zeiten des US-amerikanischen
Bürgerkrieges statt. Die schöne und egozentrische
Scarlett O`Hara (gespielt von Vivien Leigh) ist Hals
über Kopf in Ashley Wilkes (Leslie Howard)
verknallt. Doch der heiratet eine andere: die
gutherzige Melanie (Olivia de Havilland). Scarlett
ist gekränkt und unglücklich zugleich – kurz darauf
sucht sie sich den etwas unscheinbaren Charles als
Ehegatten aus. Doch der fällt während des Krieges
und Scarlett steht wieder alleine da. Ihr Ziel ist
das Südstaaten-Gut Tara. Hier war sie aufgewachsen
und erlebte als Kind die glücklichsten Zeiten ihres
Lebens. Aber wie das Leben so spielt: Eines Tages
lernt Scarlett den „Womanizer“ Rhett Butler
(gespielt von
Clark Gable) kennen. Und der will das
Herz der Lady erobern. Ob er das schafft!? Übrigens:
das gigantische Südstaaten-Epos ist heute ein
Klassiker – damals wurde „Vom Winde verweht“ mit
insgesamt 10 Oskars ausgezeichnet. Mehr geht fast
gar nicht, oder!?
Aber – das Filmjahr 1953 hielt noch einen weiteren
Klassiker bereit: Der Untergang der Titanic.
Eigentlich sollte die ja unsinkbar sein –
schließlich galt sie als sicherstes Schiff der Welt.
Doch am Ende ging sie dann unter – und das auch noch
während ihrer glorreichen Jungfernfahrt! Der Film
zeigt die Ereignisse des Unglücks, die sich beim
Untergang des britischen Luxusliners im
April 1912
zugetragen haben. Dabei geht es u.a. um Julia Sturges, die unglücklich verheiratet ist. Sie ist
mit ihren beiden Kindern an Bord der Titanic und
möchte nach Amerika reisen. Hier will sie sich auch
darüber klar werden, wie es mit ihrer Ehe
weitergehen soll. Nur, der Ehemann hat sich
(heimlich) ebenfalls auf das Schiff geschlichen.
Dann geschieht das Unfassbare: die Titanic rammt
einen Eisberg und innerhalb von Sekunden spielen die
Eheprobleme keinerlei Rolle mehr im Leben von Julia.
Jetzt geht es um das nackte Überleben. Das
Hollywood-Drama von Regisseur Jean Negulesco wurde
damals mit einem Oscar für das „Beste Drehbuch“
ausgezeichnet – dazu kam eine weitere Nominierung
für die „Beste Ausstattung“. Die Presse war damals
von dem Schwarz-Weiß-Film begeistert – monierte
aber, dass die wahre Geschichte der Titanic in
diesem Streifen nur sehr wenig Platz gefunden hatte. |