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Charles Dickens Lebenslauf

Wenn der Name Charles Dickens fällt, treten mit diesem auch die zahlreichen, traurigen Gesichter schwer arbeitender Waisenkinder hervor. Kein anderer Schriftsteller hat sich seiner Zeit so kritisch gewidmet, die Missstände so eindrucksvoll ins Bild gesetzt, um damit etliche Leserherzen zu bewegen. Dabei sind die Erfahrungen, die in Werke wie „Oliver Twist“ oder „David Copperfield“ eingeflossen sind, auch die eigenen des Schriftstellers, dessen Vater im Schuldengefängnis saß und den noch sehr jungen Dickens dazu zwang, als einziger der Familie, der außerhalb lebte, den Unterhalt zu verdienen.
Charles Dickens war das zweite Kind von John und Elizabeth Dickens, die insgesamt acht Kinder
bekamen. Er wurde am 7. Februar 1812 in Landport bei Portsmouth geboren. Seine Kindheitsjahre verbrachte er in Kent, besuchte auch eine Weile die private „William Giles' School“, bis die Familie 1922 nach London umzog.
Bis dahin lebte die Familie Dickens in relativem Wohlstand, bis sich der Vater so sehr verschuldete, dass er dafür in Schuldhaft geriet. Nicht nur er musste ins Gefängnis, sondern mit ihm die ganze Familie. Charles blieb als einziges Kind davor bewahrt, musste allerdings nun den Unterhalt bestreiten. Dafür unterbrach er die schulische Ausbildung an der „Welingten House Academy“ und schlug sich als gerade einmal Zwölfjähriger mit Hilfsarbeiten durch, darunter auch die berüchtigte, in „David Copperfield“ eingegangene Arbeit in einer Firma für Schuhcreme. Zwischendurch konnte er den Schulbesuch immer einmal wieder aufnehmen und fortsetzen, allerdings nicht beenden. Auch die Begegnungen mit dem Vater im Schuldengefängnis flossen in „David Copperfield“, der als die Figur des Mr. Micawber erscheint und von Dickens satirisch betrachtet wird.
1827 erhielt Dickens eine Anstellung als Rechtsanwaltsgehilfe und wechselte den Beruf 1829, um Gerichtsstenograf zu werden, und noch einmal 1832, um zunächst als Parlamentsberichterstatter zu arbeiten und schließlich verschiedene journalistische Arbeiten für Zeitschriften zu tätigen. Er legte sich während dieser Zeit auch ein Pseudonym zu, nannte sich „Boz“ und publizierte im „Monthly Magazine“ erste literarische Texte.
Während es beruflich aufwärts ging, musste Charles Dickens in der Liebe einige schmerzliche Erfahrungen wegstecken. So machte er Maria Beadnell einen Heiratsantrag, der durch ihre Eltern vereitelt wurde. Umso intensiver verfolgte Dickens seine berufliche Laufbahn. Gerade das Jahr 1936 war das Erfolgsjahr für Dickens, und zwar in zweierlei Hinsicht. Er verliebte und verheiratete sich mit
Catherine Hogarth, gleichzeitig schaffte er seinen Durchbruch als Schriftsteller mit dem Fortsetzungsroman „The Pickwick Papers“.
Dickens war immer ein Menschenbeobachter und verstand es, darüber zu schreiben, was er erblickte, ob es Leid oder Freuden waren. Hauptsächlich aber wollte er seine Zeit festhalten und auf die Ungerechtigkeit im einfachen Volksleben verweisen. Gerade die Kinder erschienen ihm als Opfer einer gefräßigen Gesellschaft. Es war typisch für ihn, dass er an mehreren Werken gleichzeitig arbeitete. Die Geburt seines ersten Kindes fiel in das gleiche Jahr, in dem auch „Oliver Twist“ als Fortsetzungsgeschichte im „Bentley's Miscellany“ erschien. Dickens sollte mit seiner Frau insgesamt zehn Kinder bekommen, bevor er sich 1858 von ihr trennte, um mit der Schauspielerin Ellen Ternan zusammenzuleben. 1839 erschien auch „Nicholas Nickelby“.
1842 unternahm er viele Reisen, so durch Kanada und die Vereinigten Staaten, während die „American Notes“ entstanden und erschienen, was eine heftige Protestwelle der Amerikaner auslöste. Dickens erlag in Amerika keineswegs dem Trug der Freiheit, erblickte stattdessen Sklaverei und Klassendenken.
Er erweiterte seinen Horizont auch durch seine ausgedehnten Aufenthalte in Italien, Frankreich und der Schweiz. 1849 erschien sein Werk "David Copperfield" und brachte ihm mit dem Erfolg auch viel Geld ein. So konnte er sich einen Kindheitstraum erfüllen und nach Grad's Hill Place in Rochester übersiedeln.
Sein letzter und vollständiger Roman „Our Mutual Friend“ birgt eine tragisches Grunderlebnis. Dickens überlebte 1865 ein schweres Eisenbahnunglück und rettete dieses Manuskript aus dem Zug, konnte sich von diesem Erlebnis aber nicht mehr erholen und durchlebte eine schwere seelische Erschütterung. Gegen ärztlichen Rat reiste er nach Amerika und England, um öffentliche Lesungen zu halten und erlitt einen Schlaganfall. Bei seiner Rückkehr erlag er einem zweiten.
Charles Dickens starb am 9. Juni 1870 auf seinem Landsitz.
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