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Enid Blyton Lebenslauf

Die am 11. August 1897 im Londoner Stadtbezirk Dulwich geborene Enid Mary Blyton war nicht nur eine der berühmtesten, sondern auch eine der produktivsten Kinderbuchautorinnen des 20. Jahrhunderts. Auf der Veröffentlichungsliste der Vielschreiberin, die täglich angeblich 10.000 Wörter zu Papier gebracht haben soll, wurden 753 Bücher mit einer Gesamtauflage von weit mehr als einer halben Milliarde verkaufter Exemplare eingetragen.
Die Tochter von Thomas Carey Blyton (1870-1920) und Theresa Mary Harrison (1874-1950) war das älteste von drei Geschwistern. Der Vater, ein Händler für Besteckwaren, wurde von der jungen Enid angehimmelt. Zur Mutter hatte sie ein eher distanziertes Verhältnis, das sich noch mehr eintrübte, als der Vater die Familie verließ, um mit einer anderen Frau zusammen zu leben. Der Wegzug des Vaters hatte nach Ansicht einiger Biographen eine nachhaltige Traumatisierung bei Enid Blyton bewirkt, die eine lebenslange Störung der emotionalen Entwicklung zur Folge gehabt haben soll.
Von 1907 bis 1915 besuchte Enid Blyton die St. Christopher's School im Londoner Vorort Beckenham. Sie war eine ausgezeichnete Schülerin und fiel durch ihr phänomenales Gedächtnis auf. Nach der Schule machte sie eine Lehrerinnen-Ausbildung und unterrichtete ab 1919 an Londoner Schulen. In ihrer Freizeit schrieb sie. 1922 erschien ihr erstes Buch: „Child Whispers“, eine Sammlung von 28 Kindergedichten, die vom Publikum wohlwollend angenommen wurde.
Zwei Jahre später heiratete Enid Blyton den leitenden Verlagsangestellten Hugh Alexander Pollock (1888-1971) und widmete sich hauptberuflich der Schriftstellerei. Das Paar bekam zwei Kinder: Gilian (1931-2007) und Imogen (geb. 1935). Die Ehe wurde 1941 geschieden und Enid Blyton heiratete nach etlichen Affären Kenneth Fraser Darrel Waters, einen Arzt. Diese Ehe verlief ausgesprochen harmonisch. Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1967 verschlechterte sich der Gesundheitszustand der an der Alzheimer-Krankheit leidenden Enid Blyton rapide. Am 28. November 1968 starb sie in einem Londoner Krankenhaus.
Enid Byton, die oft unter dem Pseudonym „Mary Pollock“ veröffentlichte, hatte mit ihren Kinderbüchern nicht nur in Großbritannien Erfolg. Auch in Deutschland fanden die seit 1950 ins Deutsche übersetzten Werke eine große, mehrere Generationen umfassende Leserschaft. Die bekanntesten Enid-Blyton-Reihen waren die 22 Bücher der zwischen 1953 und 1966 erschienenen „Fünf Freunde“-Serie (Originaltitel: „Famous Five“) und „Hanni und Nanni („St. Clare´s“, sechs Bände, 1941 bis 1945). Die „Hanni und Nanni“-Bände wurden für den deutschen Markt erheblich verändert. So wurden die im Original „Patricia und Isabel O’Sullivan“ genannten Hauptfiguren, ein Teenie-Zwillingspaar, eingedeutscht und die ursprünglich im anglikanischen Internatsmilieu der 1940er Jahre in Cornwall angesiedelten Handlungen wurden in ein deutsches Internat der 60er Jahre verlagert. Zudem wurden in den 1970er und 1980er Jahren insgesamt 27 neue deutsche „Hanni und Nanni“-Bände, die nicht mehr auf den Originalwerken basierten, veröffentlicht. Als die „Fünf Freunde“ wurden vier Kriminalfälle lösende Kinder und ihr Hund Timmy bekannt, Auch hier gab es nach Enid Blytons Tod zahlreiche von deutschen Auftragsautoren geschriebene Nachfolgebände.
Weitere bekannte Enid-Blyton-Kinderbuchserien waren unter anderem „The Secret Seven“ (1949-1963), „The Barney Mysteries“ (1949-1961), „Lissy“ (1940-1952) und „Dolly“ (1946-1951).
In den 1970er-Jahren wuchs die pädagogische und literaturwissenschaftliche Kritik an bestimmten Stereotypen, dem schlichten Gut-Böse-Muster der Geschichten sowie vereinzelt auftretenden Rassismen in Enid Blytons Büchern. Viele Werke wurden entsprechend verändert. Zum Beispiel wurde das als abwertend empfundene „Gypsies“ durch „Travelling People“ ersetzt und in modifizierten Blyton-Büchern wurden Schüler nicht mehr vom Lehrer geschlagen.
2009 sorgte ein biographischer BBC-Fernsehfilm mit Helena Bonham Carter in der Rolle der Erfolgsautorin für Kontroversen. Die TV-Macher hatten Enid Blyton vor allem als Exzentrikerin und kindische Neurotikerin dargestellt, die sich geweigert hatte, erwachsen zu werden.
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