Was war wann? 1900 >> Das Jahr 1669
1669er Jahre Chronik
Geburtstage
 
1660 1661 1662 1663 1664 1665 1666 1667 1668 1669

Chronik 1669 - Papst-Tod, Hugenotten-Verfolgung und der todbringende Ätna

In den zwei Jahren seines Wirkens hatte Papst Clemens IX. (1600-1669) umgehend nach seinem Amtsantritt seine Familienmitglieder mit Ämtern versorgt. Seinem Motto gemäß, Frieden zu stiften und Milde walten zu lassen, wurde er auf seine Weise jedoch auch gerecht. Er ordnete die Finanzen des Vatikans, sorgte für Steuerermäßigungen und lud fast täglich arme oder kranke Römer in seinen Palast zum Essen, bediente seine Gäste selbst, ging zu Kranken, und zelebrierte zahlreiche Messen persönlich. Seinen Warnungen, den europäischen Fürsten die Gefahr einer Türken-Invasion deutlich zu machen, schenkte niemand Gehör und so fiel die Stadt Candia auf der Insel Kreta im September 1669 in die Hände der Osmanen. Bauvorhaben konnte er nur noch planen, maximal deren Beginn erleben, in Vollendung sah er keines seiner Gebäude. Er starb am 9. Dezember 1669. Wenige Tage nach dem Tod des Papstes trat das Konklave zusammen, doch bis zum Ende des Jahres 1669 war die Wahl eines Nachfolgers noch nicht abgeschlossen. In Frankreich hatte derweil Ludwig XIV. (1638-1715) angefangen, die Verfolgung der Hugenotten, wie die französischen Protestanten seit etwa 1560 genannt worden, wieder aufzunehmen. Der Glaube der Hugenotten war stark vom Calvinismus, der Lehre von Johannes Calvin (1509-1564), beeinflusst. Eigentlich hatte das „Edikt von Nantes“ aus dem Jahr 1598 den französischen Protestanten die Ausübung ihres Glaubens gestattet. Aber nun war Ludwig XIV. damit befasst, eine strikte Katholisierung in seinem Land durchzusetzen. Da war für die Hugenotten kein Platz mehr. Doch den Höhepunkt erreichte die Verfolgung erst in den 1680er Jahren. Das Jahr 1669 war lediglich der Anfang. Schlimmes war zu Beginn des Jahres in Italien geschehen. Der Vulkan Ätna war ausgebrochen, dessen Eruptionen von März bis Juli anhielten. Gewaltige Lavamassen, die nach zwei Tagen aus dem Ätna quollen, vernichteten zuerst das Dorf Guardia und wurden zu einer Bedrohung für weitere Ortschaften. Die Stadt Catania wurde während des Vulkanausbruchs fast vollständig zerstört. Diese Katastrophe mit ihrem verheerenden Ausmaß wird als historisch größte ihrer Art angesehen. Das am Meer gelegene Castello Ursino wurde von den Lavamassen umströmt. Seither liegt es mehrere hundert Meter landeinwärts. Der Ätna ist bis heute ein dauerhaft aktiver Vulkan, der auch im 21. Jahrhundert durch Ausbrüche die Menschen in Atem hält.
<< Das war 1668

Das war 1670 >>

Ereignisse & Schlagzeilen 1669