Was war wann? 1900 >> Das Jahr 1668
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Chronik 1668 - Die Unabhängigkeit Portugals, Schiffsunglück und Dichtertod

England und die Niederlande hatten im Vorjahr gerade ihre eigenen kriegerischen Auseinandersetzungen auf See gegeneinander beendet, da sahen sie sich nun, im Jahr 1668, gezwungen, mit Schweden eine Tripel-Allianz zu bilden. Frankreich hatte den Devolutionskrieg vom Zaun gebrochen, war in die spanischen Niederlande eingedrungen und diesem Geschehen musste das Dreierbündnis Einhalt gebieten. Es gelang schließlich auch durch den „Frieden von Aachen“, der dann auch die Rückgabe der Franche-Comté an Spanien festlegte. Und noch ein Krieg konnte beendete werden, der Restaurationskrieg zwischen Spanien und Portugal. Als der „Friede von Lissabon“ unterzeichnet war – der Restaurationskrieg hatte immerhin schon im Jahr 1640 begonnen – erkannte Spanien endlich die portugiesische Unabhängigkeit an und verzichtete auf seine Ansprüche auf den portugiesischen Thron. Das Königreich Portugal war seit 1580 in Personalunion mit dem spanischen Königreich verbunden gewesen. Und nun – am 13. Februar 1668 – hatte das Land seine so schwer erkämpfte Souveränität erhalten. Der Auslöser für den Tod von 930 Menschen war zwar kein Krieg, aber eine Katastrophe schrecklichster Art war dieses Ereignis dennoch, und zwar das schlimmste in der Geschichte der Schifffahrt Brasiliens: Nahe Salvador da Bahia war die portugiesische Galeone „Santissimo Sacramento“ auf ein Riff gelaufen und das Schicksal hunderter Menschen besiegelt. Für den deutschen Jesuiten und neulateinischen Dichter Johann Jacob Balde war 1668 ebenfalls das Todesjahr. Der 1604 im Elsass geborene spätere Hofprediger und Beichtvater am Hofe des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm (1615-1690) starb am Hofe seines Brotgebers. Trotz aller Probleme, mit denen sich Balde mit der Ordenszensur der Jesuiten herumschlagen musste, wurden seine neulateinischen Dichtungen über die Landesgrenzen Bayerns hinaus bekannt. Ein Zeitgenosse und angesehener protestantischer deutscher Dichter und Schriftsteller des Barock, Sigmund von Birken (1626-1681), bezeichnete Johann Jacob Balde voller Verehrung als den „deutschen Horaz“, der in der Lyrik das Höchste geleistet hat. Eine Büste des Dichters J. J. Balde steht heute in der Ruhmeshalle in München. Und im Münchener Stadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ist ein Platz nach ihm benannt worden. Der Tod des Dichters sorgte nicht für allzu viel Wirbel, wenngleich ihm damit Unrecht getan wurde. Große Schlagzeilen, zumindest in der französischen Hauptstadt Paris, machte die Uraufführung, der Komödie „Der Geizige“ („L’Avare ou l’École du mensonge“) von Molière (1622-1673) im Théâtre du Palais Royal. Molière, der in kurzer Zeit zahlreiche Stücke auf die Bühne brachte, hatte die Handlung seiner Komödie in der Mitte des 17. Jahrhunderts angesetzt. Letztendlich setzte er seinen Zuschauern einen Spiegel vor, denn dieses und viele andere Werke Molières hatten zeit- und sozialkritischen Charakter. Einen spannenden Einblick in jene Zeit erhält der Zuschauer des 21. Jahrhunderts, denn die Werke des Franzosen stehen immer noch auf den Spielplänen der Theater, nicht nur in Frankreich.
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