Was war wann? 1600 >> Das Jahr 1664
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Chronik 1664 - New York entstand nicht durch die feine englische Art

Unumschränkt herrschte der französische König Ludwig XIV. (1638-1715) in seinem Land, vergrößerte seine Armee, die so enorm wuchs, dass sie zu jener Zeit das größte Heer der Welt darstellte. Er erteilte zudem seinem Finanzminister Jean-Baptiste Colbert (1619-1683) das Privileg, die Französische Westindienkompanie zu gründen. Vorbild war die Niederländische Ostindien-Kompanie. Ziel der von Colbert gegründeten Kompanie war es, den Handel mit den französischen Besitzungen in Amerika voranzutreiben und zu erweitern. Das Privileg, das der König Colbert erteilt hatte, beinhaltete unter anderem das Monopol auf den Handel, das Besitzrecht auf eroberte Gebiete, das Recht zur Ausrüstung von Handels- und Kriegsschiffen, zur Aufstellung eigener Truppen, das Recht zum Schlagen eigener Münzen sowie eine eigene Gerichtsbarkeit. Doch der König befasste sich nicht nur mit Politik und Wirtschaft. Er verstand es auch, pompös zu feiern. Er war längst ein respektabler Monarch geworden. Im Mai fand im Schloss Versailles das erste große Fest des Königs mit seinem Hofstaat statt. Es dauerte mehrere Tage. In England war Charles II. (1630-1685) auch emsig bemüht, seine Macht zu präsentieren. Er verschaffte beispielsweise seinem Bruder James (Jacob II.), dem Herzog von York (1633-1701) und Oberbefehlshaber der englischen Flotte, die gesamte niederländische Atlantikküste Nordamerikas als Besitz. Er verschenkte, was ihm nicht gehörte. Es war die Kolonie Nieuw Nederland der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Die Entscheidung des Königs, die er ohne Absprache mit den Niederlanden getroffen hatte, beschwor unverzüglich Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern herauf. Die Stadt, die seit 1624 bis zu jenem Jahr 1664 Verwaltungssitz der niederländischen Kolonie Nieuw Nederland auf dem weitläufigen Gebiet rund um das heutige Manhattan gewesen war, wurde am 27. August 1664 von einer britischen Expedition unter Richard Nicolls (1624-1672) eingenommen. Die Niederländer ergaben sich kampflos. Die Engländer markierten ihren neuen Besitz gleich mit einer Namensänderung. Sie benannten Neu-Amsterdam in New York um. Nun wurde es dem Bruder des englischen Königs, dem Herzog von York offiziell zugesprochen. Ganz sicher war das nicht die „feine englische Art“. Am Tag der Eroberung von New-Amsterdam verstarb in der spanischen Hauptstadt Madrid der Hofmaler von Philipp IV. (1605-1665) – Francisco de Zurbarán. Seine Werke sind heute in renommierten Museen in der ganzen Welt verteilt zu betrachten. Viel mehr als andere berühmte Maler seiner Zeit wie Diego Velázquez (1599-1660) oder Bartolomé Esteban Murillo (1618-1682) war Zurbarán ein Künstler, der das asketisch-religiöse Element des spanischen Volkes ausdrückte. Vor allem malte er Legendenzyklen, Andachtsbilder, Porträts und Bilder von Kartäusern.
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