Was war wann? 1900 >> Das Jahr 1663
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Chronik 1663 - Eroberungen, englische Handelspolitik, barocke Architektur

Gleich zu Beginn des Jahres 1663 fand in Regensburg ein Reichstag statt. Aus dem ging der „Immerwährende Reichstag“ hervor. Das war nicht etwa eine Dauertagung, sondern die Bezeichnung für die Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich, ähnlich wie „Bundestag“. Diese Ständevertretung, die 1663 aus dem Reichstag hervorging, gab es bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor 1663 hatte der Reichstag in verschiedenen Städten und ganz unregelmäßig getagt. Seit 1594 tagte er ausschließlich in Regensburg und seit dem Jahr 1663 löste er sich nicht mehr auf, er war sozusagen „immerwährend“ vorhanden. In Osteuropa spitzte sich die politische Lage dramatisch zu, so dass es im Herbst zum 4. Österreichischen Türkenkrieg kam, der 1663/1664 die osteuropäische Region beherrschte. Dabei hatte der osmanische Großwesir Köprülü Fâzil Ahmed Pascha (1635-1676) die ungarische Festung Neuhäusel erobert. Es folgten noch andere Festungen in dem Eroberungszug gegen den habsburgischen Teil Ungarns. In England eroberte man sich auf andere Art Weltgeltung. Dort war 1663 vom Parlament die zweite Navigationsakte beschlossen worden, ein Gesetz, dass festlegte, dass Güter für die nordamerikanischen Kolonien ausschließlich auf englischen Schiffen und von England aus transportiert werden durften. Mit diesem und weiteren Navigationsakten gelang es England, die Vorherrschaft im Welthandel zu erreichen. Etwa zwei Jahrhunderte lang bestimmten diese Gesetze die britische Handelspolitik. In München wurde im Jahr 1663 der Grundstein für die katholische Stiftskirche St. Kajetan gelegt. Sie wurde bekannt als Theatinerkirche und bestimmt noch heute architektonisch das Ensemble des Odeonaplatzes in der Innenstadt der bayerischen Metropole. Sie entstand, weil Henriette Adelheid von Savoyen (1636-1676), die Gemahlin von Kurfürst Ferdinand Maria (1636-1679) das Gelübde abgelegt hatte, als Dank für die Geburt eines Erbprinzen die „schönste und wertvollste Kirche“ errichten zu lassen. Die sollte dann eine Hof- und Stiftskirche für die Theatiner, die Angehörigen eines katholischen Männerordens, werden. Als nun der Kronprinz und spätere Kurfürst Max Emanuel (1662-1726) geboren war, wurde der aus Bologna stammende Baumeister Agostino Barelli (1627- um 1687) nach Bayern geholt. Er entwarf die Theatinerkirche im italienischen Spätbarockstil und sie wurde tatsächlich eine der schönsten der Stadt. Barelli hatte sich die Mutterkirche der Theatiner in Rom, Sant’Andrea della Valle, zum Vorbild genommen. Allerdings wurde der Baumeister dem Bauleiter Spinelli unterstellt, weil Barelli selbst einiger Kunstfehler bezichtigt wurde. Dennoch entstand eines der frühesten Barock-Bauwerke nördlich der Alpen, wobei in den Jahren 1663 bis 1674 unter Barelli vorerst nur der Rohbau fertig wurde. Die Schäden, die durch den Zweiten Weltkrieg angerichtet wurden, konnten beseitigt werden und noch heute ziert das Gebäude als eine attraktive Sehenswürdigkeit die Münchener Altstadt.
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