Was war wann? 1900 >> Das Jahr 1661
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Chronik 1661 - Der Sonnenkönig Ludwig XIV. zeigte, was Alleinherrschaft war

England sollte wieder einen König haben. Darüber herrschte schon im Vorjahr bei der Rückkehr von Karl II. (1630-1685) Einigkeit. Und in jenem Jahr 1661 fand mit großem Pomp die Krönungszeremonie in der Londoner Westminster Abbey statt. Allerdings waren während der Zeit des Commonwealth of England schon zum zweiten Mal die Kronjuwelen verloren gegangen. Zur Krönung musste also ein neuer Kronschatz angefertigt werden. Das stand dem König zu, denn immerhin ging er in die Geschichte ein, als der letzte englische König, der eine absolute Monarchie ins Leben rief. Dass er charismatisch über sein Land regierte, ist etwas, was sich erst während seiner Regierungszeit herausstellte, aber genau das wurde der Nachwelt hinterbracht und auch in einer Lobdichtung besungen. Schon im Jahr 1660, als er gerade die Königswürde an sich wiederbekommen hatte. Im Jahr 1661 war der Lordprotektor Oliver Cromwell (1599-1658), der versuchte hatte, England dauerhaft in eine Republik zu verwandeln, schon zwei Jahre tot. Doch Ruhe in seinem Grab fand er nicht. Im Januar 1661 wurde zusammen mit zwei seiner Gefährten aus der Westminster Abbey ausgegraben und posthum in einer symbolischen Hinrichtung öffentlich als Königsmörder von Karl I. (1600-1649), dem Vater des neuen Königs, exekutiert. Die Köpfe der drei wurden zur Abschreckung gegenüber der Westminster Hall aufgestellt. Man hatte sie auf Stangen aufgespießt. Angeblich geriet Cromwell Kopf in die Hände von Sammlern, die mit dem Vorzeigen Geld einnahmen. In Frankreich nahm, kaum dass sein Minister, Kardinal Jules Mazarin (1602-1661) gestorben war, Ludwig XIV. () sämtliche Regierungsbelang in die eigenen Hände. Und da er seinen früheren Finanz-Oberaufseher Nicolas Fouquet (1615-1680) aufständischer Bestrebungen verdächtigte, ihm dessen zur Schau gestellter Reichtum missfiel ebenso wie dessen Verstärkung von Festungen, ließ er ihn im September 1661 verhaften. Die Ambitionen Fouquets auf ein höheres Amt waren damit hinfällig geworden. Der langwierige Prozess dauerte fast drei Jahre. Fouquet hatte die öffentliche Meinung zwar auf seiner Seite, aber Ludwig XIV. war gnadenlos. Als Fouquet zu Verbannung verurteilt wurde, setzte sich der Monarch in einem absolutistischen Akt darüber hinweg, wandelte das Urteil in lebenslange Haft um. So konnte der Verurteilte am wenigsten Schaden anrichten oder gar etwas ausplaudern, was er an Wissen während seiner Zeit am Hofe angehäuft hatte. In das Jahr 1661 fällt auch der diplomatische Zwischenfall, der sich in London zugetragen hatte und der als „Londoner Kutschenstreit“ in die Geschichte einging. Der Rangstreit zwischen Frankreich und Spanien, der nie ganz aufgehört hatte, eskaliert anlässlich des Einzugs des neuen schwedischen Botschafters Per Brahe () in die englische Hauptstadt. Tatsächlich ging es um den Vorrang der Kutschen, die an der Spitze des Zuges laut Protokoll fahren durften. Auf dem Weg nach Whitehall kam es zum Eklat, bei dem es Tote und Verletzte gab. Die Beleidigung, die die Spanier den Franzosen zufügten, war vom „Sonnenkönig“ provoziert und gezielt herbeigeführt worden. Er wusste, dass die Spanier seiner Kriegsdrohung nichts als eine Entschuldigung entgegensetzen konnten. Mit diesem ersten Auftritt in Alleinherrschaft hatte Ludwig XIV. seine absolute Herrschaft eindrucksvoll untermauert.
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