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1658er Jahre Chronik
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Chronik 1658 - Erstes Schulbuch, der Erste Rheinbund und beeindruckendes Medizinwissen

Nachdem im September 1658 Oliver Cromwell (1599-1658) gestorben war, der als Lordprotektor von England, Schottland und Irland während der kurzen republikanischen Periode der britischen Geschichte zu einem umstrittenen Ruhm gekommen war, übernahm nun sein Sohn, Richard Cromwell (1626-1712), dieses Amt. Seine beiden älteren Brüder waren bereits gestorben, deshalb war Richard zum Lordprotektor ausgerufen worden. Allerdings war dieser der Aufgabe nicht gewachsen, weshalb er das Amt auch nach einigen Monaten wieder aufgab, obwohl er zuvor bereits als Abgeordneter im Parlament tätig gewesen war. Doch ihm fehlte nicht nur die Erfahrung seines Vaters, sondern auch der Wille, diese Position sinnvoll auszufüllen. Im Heiligen Römischen bekam Leopold I. (1640-1705), der König von Böhmen, Ungarn, Kroatien und Slawonien die Kaiserwürde nach langwierigen Verhandlungen mit den Kurfürsten und konnte sich gegen den französischen König Ludwig XIV. (1638-1715) durchsetzen. Der hatte sich nämlich ebenfalls zur Wahl gestellt. Ebenfalls im Sommer des Jahres 1658 wurde auf Initiative des Erzbischofs von Mainz und Reichserzkanzler Johann Philipp von Schönborn (1605-1673) der Erste Rheinbund, auch Rheinische Allianz genannt, gegründet. Das überkonfessionelle Defensivbündnis geistlicher und weltlicher Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit Stoßrichtung gegen den römisch-deutschen Kaiser war letztendlich ein Militärbund, in dem man sich Schutz leistete und im Kriegsfalle militärische Unterstützung zusicherte. Frankreich trat dem Bund noch im August 1658 bei, somit gehörten dem Rheinbund beide Garantiemächte des „Westfälischen Friedens“ an, da auch Schweden für seine deutsche Besitzung Bremen-Verden und später auch für Schwedisch-Pommern, dem Bündnis angehörte. In Nürnberg gab es eine kulturelle Neuheit, die weit bis in das 19. Jahrhundert hinein den deutschen Wortschatz geprägt hatte – das erste Schulbuch, das zugleich ein Bilderlexikon war, „Orbis sensualium pictus“. Herausgegeben hatte es der Philosoph und Theologe, der Pädagoge und Bischof der Unität der Böhmischen Brüder von Johann Amos Comenius (1592-1670). Bearbeitet hatte es der deutsche Dichter Sigmund von Birken (1626-1681), der damit dem Werk seinen nachhaltigen sprachlichen Charakter verliehen hatte. Erstmalig und mit sehr nützlicher nachhaltiger Wirkung hatte der Niederländer Jan Swammerdam (1637-1680) die von ihm unter dem Mikroskop beobachteten roten Blutkörperchen beschrieben. Der Anatom und Naturforscher gilt als Begründer der entwicklungsbiologischen Theorie, kurz gesagt, der Präformationslehre. Und weil ein ganz besonderer Saft ist, hatte sich Johann Jakob Wepfer (1620-1695), der Schweizer Pathologe und Pharmazeut damit beschäftigt. Er beschrieb erstmals die Blutversorgung des Gehirns und veröffentlichte 1658 eine Sammlung klassischer Behandlungsmöglichkeiten für Schlaganfälle, die den Titel trug „Apoplexie“. Wepfer war der erste Arzt, der den Zusammenhang zwischen Schlaganfall und einer Blutung im Gehirn vermutete. Er erwähnte die Möglichkeit, dass die Verstopfung einer Hauptpartie des Gehirns die Symptome auslösen könnte. Faszinierend, wie weit unsere heutigen medizinischen Kenntnisse zurückreichen
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