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1656er Jahre Chronik
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Chronik 1656 - Päpstliche Vetternwirtschaft

Da hatte man ihn im Vorjahr zum neuen Papst gewählt und zu Amtsbeginn galt er – Papst Alexander I. (1599-1667) – noch als ein entschiedener des Nepotismus. Er lehnte Vetternwirtschaft ab, was seine Vorgänger nachweislich nicht getan hatten. Doch schon im Jahr 1656 änderte sich die päpstliche Einstellung und traf im Kardinalskollegium auf verständige Ohren. Die Kardinäle waren durchaus damit einverstanden, das Alexander I. seinen Bruder Mario und auch gleich seine drei Neffen Agostino, Flavio und Sigismondo nach Rom berief. Dort sollten seine Verwandten, die er ursprünglich nicht bevorzugen wollte, eine attraktive kirchliche Laufbahn einschlagen. Der Neffe Flavio Chigi (1631-1593) durfte mit einer Kardinalswürde rechnen, die er im Folgejahr auch bekam und damit verbunden, in die Funktion des päpstlichen Kardinalnepoten eintrat, um die Familiengeschäfte im Kirchenstaat zu führen. Das bedeutete u. a., dass er sich aus der päpstlichen Schatulle bedienen konnte, was er auch tat und einige Ortschaften aufkaufte von Herzögen, die verschuldet waren. Auch der Papst-Neffe Sigismondo Chigi (1649-1678) sollte nicht zu kurz kommen. Er war 1656 zwar noch zu jung, um Kardinal zu werden, aber 1667 bekam er diese Würde schließlich doch. Der dritte Neffe wurde im weltlichen Bereich mit mehreren Fürstentümern beschenkt, heiratete und begründete die bis heute existierende Fürstenfamilie Chigi. Er konnte es sich mittlerweile leisten, selbst neue Güter und Paläste zu kaufen und der Palast an der Piazza Colonna in Rom, der heute Palast Chigi heißt, ist immerhin seit 1961 der Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten. In England hatte im Jahr 1656 der Lordprotektor Oliver Cromwell (1599-1658) den Judenbann aufgehoben. Der war im Jahr 1290 von Edward I. (1239-1307) verhängt worden. Nachdem Cromwell den Bann aufgehoben hatte, durften Juden sich wieder unbehelligt in England und auch in den britischen Kolonien niederlassen. Cromwell war eine Persönlichkeit, die noch heute in der englischen Geschichte als umstritten gilt. Während ihn einige Historiker als Diktator und Königsmörder einstufen, weil er Karl I. (1600-1649) hinrichten ließ, sehen andere ihn als eine Freiheitshelden an. Jedenfalls wurde Cromwell im Jahr 2002 bei einer BBC-Umfrage unter die 100 Greatest Britons gewählt. Im schwedischen Stockholm wurde 1656 die „Palmstruchaka banken“ gegründet, die Erwähnung findet, weil sie wenige Jahre später, 1661 nämlich, die ersten Banknoten herausgab. Derweil war der niederländische Maler Rembrandt van Rijn (1606-1669), der bedeutendste und bekannteste der Barockzeit, nicht mehr in der Lage, seine Rechnungen zu bezahlen. Er musste seine Zahlungsunfähigkeit erklären.
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