Was war wann? 1900 >> Das Jahr 1653
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Chronik 1653 - Der Beginn preußischer Ordnung und die ersten Briefmarken in Paris

Im Heiligen Römischen Reich gab es 1553 eine Krönungszeremonie. In Regensburg wurde Ferdinand IV. (1633-1654) aus dem Haus Habsburg zum römisch-deutschen König gekrönt. Er hat das Reich jedoch nie regiert und war auch nur kurze Zeit auf dem Thron gewesen, denn ein Jahr nach seiner Inthronisierung starb der Habsburger an den Pocken. In Brandenburg legte derweil ein Mann den Grundstein für den späteren Aufstieg Brandenburg-Preußens zu einer Großmacht und machte das Haus Hohenzollern zu einem der führenden deutschen Herrscherhäuser – Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688), Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Herzog von Preußen. Diesem pragmatisch-entschlossenen Manne war eine sehr reformfreudige Regierungspolitik eigen. Im Jahr 1553 schaffte er in Brandenburg-Preußen ein vereinheitlichtes Beamtentum. Preußische Ordnung war im Werden. Dabei hatte Friedrich Wilhelm, der später den Beinamen der „Große Kurfürst“ bekam, ein zerrüttetes Land übernommen, als er 1640 die Herrschaft als Nachfolger seines Vaters, dem Kurfürsten Georg Wilhelm (1595-1640), antrat. Zudem war Preußen damals von den schwedischen Truppen besetzt gewesen. Der Dreißigjährige Krieg war ja noch in vollem Gange. Das Jahr 1653 hatte in Paris eine nachhaltige Neuerung erbracht, die bis in die Gegenwart reicht. Jean-Jacques Renouard de Villayer (1607-1691), ein Mitglied des französischen Conseil d’État, hatte vom absolutistisch regierenden König Ludwig XIV. (1638-1715) etliche juristische Befugnisse bekommen, die er versuchte, sinnvoll zu nutzen. So ließ er als Pächter der Pariser Stadtpost 1653 an verschiedenen Stellen Briefkästen aufstellen. Im Voraus bezahlte Papierstreifen – das Prinzip der heutigen Briefmarken – mit einem Einheitsporto von einem Sou wurden auf den Briefen befestigt und diese konnten so in die Briefkästen eingelegt werden. Dann wurden sie noch am selben Tag innerhalb der Stadt zugestellt. Die zu diesem Zweck herausgegebenen Quittungsstreifen (billet de port payé) mussten also zur Frankierung an die Briefe geheftet werden. Und eben diese gelten als Vorläufer der Briefmarke. In Paris wurde die so genannte „Petit Post“ zwar zunächst zu einem wirtschaftlichen Misserfolg, aber die Nachahmung in anderen europäischen Städten war durchaus erfolgreich, beispielsweise die Londoner „Penny Post“, die ab 1680 eingeführt worden war. Der Nachruhm, die ältesten Vorläufer der Briefmarke erschaffen zu haben, bleibt Jean-Jacques Renouard unbenommen, auch wenn es der König war, der die Einrichtung eines Ortspostdienstes, der in gewisser Weise ein staatlicher war, genehmigt hatte.
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