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Chronik 1650 - Die erste Tageszeitung der Welt und das Erdbeben in Peru

In Schottland, England, Irland und auch auf dem französischen ging es kriegerisch zu. Während Oliver Cromwell (1599-1658) Irland zurückeroberte und in der Schlacht von Dunbar mit seiner „New Model Army“, der Parlamentsarmee, Schottland besiegte, machte in Leipzig der Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch (1614-1678) von sich reden. Sechs Mal in der Woche gab er die „Einkommenden Zeitungen“ heraus, die ab dem 1. Juli 1650 die Nachfolger der „Wöchentlichen Zeitung“ wurden und somit als erste Tageszeitung der Welt gelten. Timotheus Ritzsch war auch der Herausgeber der „Wöchentlichen Zeitung“ gewesen. Da diese aber nur vier Mal innerhalb einer Woche erschienen, galten sie noch nicht als Tageszeitung. Erst die „Einkommenden Zeitungen“ erfüllten diesen Status, womit Ritzsch die Ehre zukommt, als Erfinder der Tageszeitung zu gelten. Ritzsch war der Sohn des Barockdichters Gregor Ritzsch (1584-1643), der ebenfalls neben seiner Dichtkunst das Druckerhandwerk erlernt hatte. Es lag wohl in der Familie, denn auch dieser hatte es seinem Vater gleichgetan, dem Großvater des Verlegers Timotheus Ritzsch, der sich nebenbei ebenfalls dichterisch betätigte. Seine hauptsächliche Berufung war allerdings die Herausgabe der „Einkommenden Zeitungen“. Die Zeitung erschien mit täglich vier Seiten im Format von 13,5 cm mal 17 cm, war also eine kleine handliche Ausfertigung. Man geht davon aus, dass die Auflagenhöhe etwa 200 Exemplare betragen haben könnte. Der heute seltsam anmutende Begriff „Einkommende Zeitungen“ rührt daher, dass das Wort „Zeitung“ gleichgesetzt war mit dem Wort „Nachrichten“. Das entsprach dem damaligen Sprachgebrauch. Die Zeitungen waren in Metall-Lettern gesetzt und dann von Hand auf einer hölzernen Druckerpresse gedruckt worden. Im Laufe der Jahre erweiterte Ritzsch seine Zeitungen und bis zum September 1921 konnte man seine im Jahr 1650 entstandenen Nachrichtenblätter in veränderter Form lesen, bis dann ihr Erscheinen eingestellt wurde. Ob damals schon die Nachrichten von den Entdeckerreisen bei Ritzsch zu lesen waren, ist nicht mehr nachvollziehbar, aber dennoch weiß man heute davon. Der spanische Conquistador Francisco Pizarro González (1476 oder 1478-1541), der das Reich der Inka erobert hatte, hatte sich nach der blutigen Schlacht 1535, in der die Stadt Cuzco (im heutigen Peru) völlig zerstört worden war, an die Pazifikküste zurückgezogen, hatte die Stadt Lima gegründet, womit Cuzco seine einstige Bedeutung verlor. Die Stadt verkam zu einer unwichtigen Kolonialstadt. Von ihrer Blütezeit war nicht mehr viel zu sehen. Was noch übrig gewesen war, zerstörte im Jahr 1650 ein schweres Erdbeben. Doch die einst von den Inkas errichteten Grundmauern der Paläste und Tempel, die die Zerstörung der Spanier schon überstanden hatten, trotzten auch diesem Erdbeben. Und noch heute sind die Reste der großen Inka-Kultur Anziehungspunkt für Touristen in dieser letztendlich wieder schönen peruanischen Stadt Cuzco.
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