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Chronik 1649 - Eine royale Hinrichtung in England und Cromwell erobert Irland zurück

Nun waren die Kriegswirren in deutschen Landen vorbei, aber zum Aufatmen reichte es noch nicht. Zu viele Opfer, zu viele verödete Dörfer, es mangelte den einfachen Leuten an allem. Da half es auch nichts, dass der Kurfürst Karl I. Ludwig (1617-1680) zurückkehrte. Bayern behielt seine Kurwürde und so wurde für den Heimkehrer eine achte Kurwürde neu geschaffen. Er wurde deshalb Pfalzgraf bei Rhein, also Kurfürst der Pfalz. In Baden-Württemberg kam es nun auch zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht. England wurde derweil zur Republik unter Oliver Cromwell (1599-1658). Diese Tatsache markierte den Beginn des Commonwealth of England. Das Unterhaus war alleiniges Parlament. Es gab kein Oberhaus und auch keinen König Karl I. (1600-1649) mehr. Der war am 30. Januar 1649 wegen Hochverrats geköpft worden. Damit endete der Englische Bürgerkrieg und die Monarchie war für eine gewisse Zeit abgeschafft. Oliver Cromwell begann, Irland zurückzuerobern. In Frankreich wechselten sich zahlreiche Aufstände und Bürgerkriege ab, eine Abfolge, die mit dem Begriff „Fronde“ – zu Deutsch: „Schleuder“ – in die Geschichte einging. Gleich zu Beginn des Jahres war es in Paris so unruhig, dass der König Ludwig XIV. (1638-1715) mit seinem gesamten Hofstaat die Stadt verlassen musste und nach Saint-Germain floh. Er war zu jenem Zeitpunkt noch keine elf Jahre alt. In Schweden, konkret in Karlskoga, wurde die Hammermühle „Bofoors“ gegründet, deren Name sich noch heute mit einer traditionsreichen Stahlindustrie verbindet, die ihre Anfänge in jenem Jahr 1649 nahm. Einer der späteren Besitzer von „Bofoors“, der bekannteste wahrscheinlich, war Alfred Nobel (1833-1896). In Frankreich hatte inzwischen der Maler Nicolas Poussin (1594-1665) ein Gemälde vollendet, das er selbst als ein Meisterwerk betrachtete – „Urteil des Salomon“. Er hatte es im Auftrag seines Pariser Mäzens, des Bankiers und Seidenhändlers aus Lyon, Jean Pointel gemalt, der ein leidenschaftlicher Sammler von Poussins Werken war, selbst etwa 80 davon besaß. Heute ist dieses Gemälde im Pariser Louvre zu bewundern. Ein nicht königliche Geburt, aber eine, die dazu auserkoren war, große Schatten vorauszuwerfen, ereignete sich in Augsburg. Da wurde ein Junge namens Franz Mozart (1649-1693) geboren, der als Maurermeister des Barock in der ältesten auf der Welt bestehenden Sozialsiedlung – der Fuggerei – wohnte und als solcher zwar nicht in die Geschichte einging, wohl aber sein Urenkel – Wolfgang Amadeus Mozart.
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