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Chronik 1647 - Halbherziger Waffenstillstand im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges

Gleich zu Beginn des Jahres 1647 wurde der englische König Karl I. (1600-1649) an das Englische Parlament ausgeliefert. Auf ihn war ein hohes Kopfgeld ausgesetzt worden, das dem schottischen Grafen Archibald Campbell (1607-1661) ausgezahlt wurde, der für die königliche Auslieferung sorgte. ER war während der Englischen Bürgerkriege der de facto Regierungschef in Schottland, aber vor allem war er der Erzfeind der Royalisten. Die Konföderationskriege in Irland und der Dreißigjährige Krieg auf dem Festland hielten die Menschen außerdem in Atem. Friedlich war jene Zeit wahrlich nicht. Einen Hoffnungsschimmer gab es im Dreißigjährigen Krieg. Bayern und Kurköln auf der einen Seite und Frankreich, Schweden und Hessen-Kassel auf der anderen Seite unterzeichneten einen Waffenstillstand, den „Waffenstillstand von Ulm“. Das war im März 1647 und somit brachte das Frühjahr nicht nur jahreszeitlich die Hoffnung auf Erneuerung für die Menschen. Der Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1573-1651) erklärte das Bündnis mit dem Kaiser Ferdinand III. (1608-1657) für aufgelöst und im Gegenzug verließen die schwedischen und französischen Truppen Bayern. Die war trügerische, denn kaum war der Waffenstillstand bekannt geworden, hatten einige Kavalleriegenerale versucht, die Reichsarmada des bayerischen Kurfürsten dem Kaiser zuzuführen. Dieser Treuebruch scheiterte am Widerstand der einfachen Soldaten, an der Wachsamkeit der kurfürstlichen Kriegskommissare und am Unwillen der größtenteils protestantischen Generalität. Unbeirrt führte Kaiser Ferdinand III. den Krieg fort. Bis zum Jahresende kam es immer wieder zu Kämpfen im Heiligen Römischen Reich, in den Niederlanden und in Italien. Von Waffenstillstand oder gar Frieden konnte keine Rede mehr sein. Schließlich trat der Kurfürst Maximilian I. im Herbst 1647 wieder in den Krieg ein – an der Seite des Kaisers. Allen Kriegswirren zum Trotz sahen die Menschen in Braunschweig-Wolfenbüttel in die Zukunft. Dort wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Unter dem Einfluss von Straßburg hatte bereits das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken im Jahr 1592 als erstes Territorium der Welt, also auch Deutschlands, die allgemeine Schulpflicht für Mädchen und Knaben eingeführt. Nach und nach wurden dann in vielen protestantischen Fürstentümern entsprechende Gesetze erlassen. In Württemberg war bereits in der großen Kirchenordnung von 1559 eine Schulpflicht festgelegt worden. Diese betraf damals allerdings nur den männlichen Nachwuchs, allgemein wurde dort die Schulpflicht erst 1649.
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