1646er Jahre Chronik
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Chronik 1646 - Der zweite Zar aus dem Hause Romanow – eine Dynastie erstarkte

In Russland war im Sommer des Vorjahres der Zar Michael I. (1596-1645) gestorben. Der Herrscher aus dem Hause Romanow hatte seit 1613 auf dem Thron gesessen. Aus seiner zweiten Ehe war als drittes Kind der ersehnte Thronfolger hervorgegangen, Alexei. Ihm hatte der Zar auf dem Sterbebett die Herrschaft übergegeben, wenngleich der junge Alexei zu diesem Zeitpunkt erst 16 Jahre alt gewesen war. Nun war er schon am Neujahrstag des Jahres 1643 der Öffentlichkeit präsentiert worden, somit war die Nachfolge gesichert und der nächste Zar, Alexei I. (1629-1676) aus dem Hause Romanow folgte dem Vater in der Erbreihenfolge in das Herrscheramt. Wegen seiner Jugend lag die Regierungsgewalt noch in den Händen seines Erziehers und Schwagers Boris Morosow, der sich zwei Jahre später um die entsprechend einflussreiche Heirat seines Schützlings kümmerte. Inwieweit der Beiname des Zaren gerechtfertigt war, sollte die Zeit zeigen. Man nannte ihn den „Sanftmütigsten“. Auf jeden Fall brachte das Vordringen der Kosaken unter Wassili Pojarkow bis zur Mündung des Amur weite Teile Sibiriens unter den Herrschaftsbereich des Zaren. Das Reich wurde größer und mächtiger. Noch hielt weiter im Westen der Dreißigjährige Krieg die Menschen in Atem. Da war der Kurfürst von Trier, Philipp Christoph von Sötern (1567-1652), der erst Bischof von Speyer und ab 1623 Erzbischof von Trier war. Seine Frankreich zugewandte Politik während des Dreißigjährigen Krieges hatte zur Folge, dass er auf Befehl des Kaisers Ferdinand II. (1578-1637) und anschließend auf Befehl dessen Nachfolgers, Kaisers Ferdinand III. (1608-1657), zehn Jahre lang inhaftiert war. Im Jahr 1645 wurde er freigelassen. Seine erste Amtshandlung war ein Geheimbündnis mit Frankreich, in dem er den Franzosen die Festung Philippsburg zur dauernden Besetzung während des Krieges überließ. Söterns Pläne zielten darauf ab, Trier aus dem Heiligen Römischen Reich herauszulösen. Derweil erklärte Kaiser Ferdinand III. Bremen mit dem „Linzer Diplom“ zur Freien Reichsstadt. Das „Linzer Diplom“ war eine Urkunde, die der Kaiser in Linz ausgestellte hatte und der er die Reichsunmittelbarkeit der Stadt Bremen besiegelte. Diese Art der Vergabe städtischer Freiheitsrechte geht auf Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa (um 1122-1190) zurück. Die Franzosen hatten inzwischen Dünkirchen erobert, eine Stadt, die noch in den nächsten Jahrhunderten kriegerische Bedeutung erlangen sollte. Doch trotz der Eroberung gehörte die Stadt noch nicht den Franzosen. Dazu kam es erst in den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts.
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