1644er Jahre Chronik
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Chronik 1644 - In England fiel Weihnachten aus – in Rom starb der Papst

In England beherrschte der Erste Bürgerkrieg bereits seit zwei Jahren das Land, der zwischen den Anhängern des Königs Karl I. (1600-1649) und denen des englischen Parlaments ausgetragen wurde. Der König war absolutistischer Gesinnung und deshalb waren die Spannungen mit dem Unterhaus unüberbrückbar. Aber auch die Glaubensgegensätze waren ein Grund für den Bürgerkrieg. Anglikaner, Puritaner, Presbyterianer und Katholiken waren verfeindet. Und zu all dem hatte das englische Parlament beschlossen, dass Weihnachten nicht mehr gefeiert werden durfte. Das war allerdings nicht der Kriegsgrund, sondern eine Folge der Streitigkeiten. Im Süden Deutschlands und in Mitteldeutschland wütete noch der Dreißigjährige Krieg, der die gesamte Amtszeit von Papst Urban VIII. (1568-1644) beherrscht hatte. Dieser war 1623 als Kirchenoberhaupt der Katholiken auf den Papstthron gekommen und 29. Juli in jenem Jahr 1644 starb er. Er war ein extravaganter Papst gewesen, hatte Ausschweifungen geliebt, unter denen das römische Volk sehr zu leiden gehabt hatte. Es ist überliefert, dass die Bevölkerung bei der Nachricht von seinem Tod in Jubel ausgebrochen sein soll. In seine Amtszeit fiel aber auch der Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei, denn dem Papst war es nicht gelungen, der Inquisition Einhalt zu gebieten. Allerdings war Urban VIII. ein großer Bewunderer von Galileis Forschungen, er war – damals noch Maffeo aus dem Hause Barberini – dessen Jugend- und Studienfreund gewesen und es gilt als wahrscheinlich, dass er Galilei durch den erzwungenen Widerruf seiner Lehren vor dem Tod auf dem Scheiterhaufen bewahrt hatte. Die freie Wissenschaft und der Autoritätsanspruch der Kirche rückten durch den „Fall Galilei“ erstmals in das gesellschaftliche Bewusstsein der Menschen. Von der Amtszeit Urbans VIII. kündet in Rom auch der Bienen-Brunnen, den er bei dem italienischen Bildhauer Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) in Auftrag gegeben hatte, der als einer der bedeutendsten Architekten und Bildhauer der Barockzeit gilt. Der Brunnen steht heute an der Ecke Via Veneto, ist nur noch teilweise erhalten, denn er war 1865 von seinem ursprünglichen Platz entfernt worden, doch der mittlere Teil mit den Bienen ist noch als Originalwerk des Künstlers Bernini zu erkennen. Es sind aber in Rom noch viele andere Werke des Künstlers zu sehen, die in ausgezeichnetem Zustand sind. Die Kunstpatronage zwischen Bernini und dem Papst Urban VIII. wird heute als eine der fruchtbarsten in der Frühen Neuzeit angesehen
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