1641er Jahre Chronik
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Chronik 1641 - Eine Kinderhochzeit, nachhaltige Philosophie und ein Vulkanausbruch

Das Jahr 1641 sollte seitens der schwedisch-französischen Truppen, die von Johan Banér (1596-1641) angeführt worden waren, mit einem Überraschungsangriff auf die Stadt Regensburg beginnen. Dort hatte im Vorjahr der Reichstag begonnen, der immer noch andauerte. Die Donau erwies sich als rettender Fluss. Sie war zugefroren, jedoch hielt das Eis nicht und so fiel dieser Januar-Angriff im wahrsten Sinne ins Wasser. Für den schwedischen Feldmarschall Banér sollte es trotz alledem das letzte Jahr werden. Er starb im Mai im Raum Magdeburg. Nicht nur auf dem europäischen Festland wütete der Krieg zwischen den Konfessionen. Auch auf den britischen Inseln kämpften Katholiken gegen Protestanten. Auch Spanien und Portugal standen sich feindlich gegenüber, so dass alles auf einen Krieg hinauslief. Ein gesellschaftliches Ereignis ganz anderer Art geschah in London. Dort heiratete der 14-jährige Wilhelm von Oranien (1626-1650) die älteste Tochter des englischen Königs Karl I. Stuart (1600-1649), Prinzessin Maria Henrietta Stuart (1631-1660). Die wiederum war erst neun Jahre alt. Die Ehe wurde in der Londoner Königskapelle im Whitehall-Palast geschlossen. Sie wurde jedoch wegen des jugendlichen Alters der Braut erst einige Jahre später vollzogen. In Frankreich machte derweil der Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes (1596-1650) auf sich aufmerksam. Er veröffentlichte seine „Meditationen über die Grundlagen der Philosophie“ und löste in Fachkreisen intensive Diskussionen damit aus. Seine geistigen Erkenntnisse waren nachhaltig. Descartes hatte die Philosophie bis in die Gegenwart hinein stark beeinflusst, vorwiegend dadurch, dass er Klarheit und Differenziertheit des Denkens zur Maxime erhoben hatte. Fast am anderen Ende der Welt, auf der Insel Mindanao, eine von den rund 7000 Inseln der Philippinen, war zu Beginn des Jahres 1641 der Vulkan Parker aus, der diesen Namen in jenem Jahr noch nicht hatte. Die einheimische Bevölkerung kannte den Berg als Falen, seinen heutigen Namen bekam der Vulkan erst im 20. Jahrhundert. Mehrere Wochen lang hatte die Eruptionswolke die Insel verdunkelt. Der Ausbruch war spanischen Quellen zufolge sogar bis Zamboango City zu hören gewesen. Reisende hatten überliefert, dass die Eruption noch in einem Radius von fast 1.800 Kilometern hörbar gewesen sein soll und also Vietnam und Kambodscha akustisch getroffen hatte. Die Seeleute einer kleinen Flottille beschrieben einen dichten Ascheniederschlag, durch den sie fast orientierungslos waren. Sie glaubten, dass das jüngste Gericht angebrochen war.
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