1640er Jahre Chronik
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Chronik 1640 - Die Ernestinische Teilung und staatlich genehmigtes Sezieren

Nach dem Tod seines Vaters, dem Kurfürsten von Brandenburg Georg Wilhelm (1595-1640), der zum Ende des Jahres, am 1. Dezember gestorben war, trat dessen Sohn Friedrich Wilhelm (1620-1688) ein wahrlich schweres Erbe mitten im Dreißigjährigen Krieg an. Sein Vater war ein schwacher Herrscher gewesen, dem Entscheidungsfreudigkeit nicht gerade nachgesagt werden konnte. Er war dem Katholischen Kaiser Ferdinand II. (1578-1634) und dessen Nachfolger verpflichtet, außerdem war er mit dem Schwedenkönig verschwägert, dessen Konfession er teilte. Für Brandenburg hatte dieser Zwiespalt zu einem politischen Chaos geführt. Das Herrschaftsgebiet war weit verstreut, das Land war schwer verwüstet und viele Landstriche waren entvölkert. Teile der Region waren zudem noch von den Schweden besetzt. Der ärgste Feind, Graf Adam von Schwarzenberg (1583-1641), hatte die Regierung fest in der Hand. Diesen Zustand galt es für den Sohn zuvörderst zu ändern. Auch im Herzogtum Sachsen-Weimar war das Erbe nach dem Tod von Bernhard von Sachsen-Weimar (1604-1639), der im Vorjahr gestorben war, nicht leicht zu bewältigen. Es kam zu der sogenannten Ernestinischen Teilung. So entstanden mehrere Herzogtümer, Weimar, Eisenach und Gotha. Sachsen-Gotha war an den Herzog Ernst I. (1601-1675) gegangen, der zum Stammvater wurde. Sachsen-Weimar bekam Wilhelm IV. (1598-1662) und Sachsen-Eisenach ging an Albrecht (1599-1644). Im Heiligen Römischen Reich herrschte immer noch ein grauenvoller Zustand, der den mehr als zwanzig Kriegsjahren geschuldigt war. Krieg und Pest hatten vielen Menschen den Tod gebracht. Es gab Leichen im Überfluss. Und es gab in Jena einen Arzt und Naturforscher, Werner Rolfinck (1599-1673), der seine Forschungen u. a. auf die Anatomie des Menschen und die chemischen Reaktionen von Metallen richtete. Er bekam 1640 in Jena eine staatliche Genehmigung, Leichen zu sezieren. Das geschah öffentlich und die Erkenntnisse, die Rolfinck bei den Leichenschauen gewann, der nach dem Tod eines Menschen Vergiftungen und ähnliche Todesursachen nachweisen konnte, führte tatsächlich zu einem spürbaren Rückgang der Kriminalität, sah man von den Schlachten im Lande einmal ab. Diejenigen, die ihm zugesehen hatten, waren nicht gerade erpicht darauf, nach ihrem Tode von Rolfinck seziert, bzw. „gerolfinckt“ zu werden, wie dieses Auseinandernehmen eines menschlichen Körpers in jenen Landen auch genannt wurde. Der Dienst für die Wissenschaft, den Rolfinck seiner Nachwelt erbrachte, war allerdings enorm. Ebenso der Dienst, den der französische Begründer des Journalismus und königliche Leibarzt, Théophraste Renaudot (1586-1653) an seinen Mitmenschen tat. Er war von Kardinal Richelieu (1585-1642) zum Oberaufseher der Armen ernannt worden und 1640 gab es auf Renaudots Initiative hin die erste Vorsorgeuntersuchungen für die Armen.
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