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Juni 1974 - Die Bundesrepublik wurde Fußballweltmeister im eigenen Land

Kalender Juli 1974
Da stand nicht nur die bayerische Landeshauptstadt Kopf. Im ganzen Land war die Freude riesengroß. Das Finale, das die bundesdeutsche Mannschaft mit 2:1 gegen die Niederländer gewonnen hatte, erbrachte den Weltmeistertitel. Ein herrliches Sommerereignis. In den Vereinigten Staaten wird es wohl nicht solche Freude ausgelöst haben. Dort hatte man andere Sorgen. Es war hundert Jahre lang nicht vorgekommen, dass gegen den Präsidenten des Landes ein Amtsenthebungsantrag genehmigt worden war. Im Vorfeld hatte wegen der „Watergate“-Affäre Ärger gegeben und da Richard M. Nixon sich gerade kooperativ gezeigt hatte, keine Dokumente herausrücken wollte, hatte er nun die Bescherung. Eine vertrauensbildende Maßnahme war das jedenfalls nicht. Den Deutschen in der Bundesrepublik schien es gut zu gehen, denn die Urlaubswelle war angerollt und hatte die bis dato größten und längsten Staus auf den Autobahnen des Landes verursacht. Das war wohl der Preis des hohen Lebensstandards.
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Wichtige Ereignisse im Mai 1974

1. Juli
Im argentinischen Buenos Aires starb der 78-jährige Staatspräsident Juan Domingo Perón nach längerer Krankheit. Er war am 8. Oktober 1895 geboren worden.
1. Juli
In der Bundesrepublik trat das 17. Rentenanpassungsgesetz in Kraft. Die Altersrenten der Arbeiter und Angestellten stiegen dadurch sofort um 11,2 Prozent.
1. Juli
Frankreich übernahm den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaft (EG).
1. Juli
In der französischen Hauptstadt Paris weihte der Stadtrat zu Ehren des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer (1876-1967) den „Place du Chanelier Adenauer“ ein.
1. Juli
Auf dem sowjetischen Weltraumbahnhof „Baikonur LC 1“ startete das bemannte UdSSR-Raumschiff „Sojus 14“ zur Raumstation Saljut 3.
1. Juli
In Guatemala trat der neue Präsident Kjell Eugenio Laugerud Garcia (1930-2009) sein Amt an. Der von der rechtsgerichteten Koalition gestützte Garcia war am 12. März vom Kongress nominiert worden, nachdem die Wahlen vom 3. März für keinen Kandidaten die absolute Mehrheit erbracht hatte.
2. Juli
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnte in einer Mitteilung für 1974 vor einem „Boomjahr der Pleiten“. Die Anzahl der Konkurse sei bereits im ersten Quartal fast doppelt so hoch wie 1973 gewesen. Die meisten Unternehmen, die betroffen waren, waren an Kreditrestriktionen und Kosteninflation gescheitert.
2. Juli
In Manchester (Großbritannien) wurden in der Zentralbibliothek die Manuskripte von zwölf zum Teil noch unveröffentlichten Sonaten des italienischen Komponisten und Violinisten Antonio Vivaldi (1678-1741) gefunden.
3. Juli
US-Präsident Richard M. Nixon (1913-1994) und der sowjetische Parteichef Leonid I. Breschnew (1906-1982) vereinbarten zum Abschluss ihres sechstägigen Gipfeltreffens in Moskau, ab dem 31. März 1976 unterirdische Atomversuche von mehr als 150 Kilotonnen Sprengkraft einzustellen.
3. Juli
Der äthiopische Kaiser Haile Selassie I. (1892-1975) stimmte unter dem Druck der rebellierenden Armee der Umwandlung des Landes in eine konstitutionelle Monarchie zu. Künftig war der Regierungschef dem Parlament direkt verantwortlich. Der Kaiser hatte die Funktion des Staatsoberhauptes.
4. Juli
Im indischen Bundesstaat Sikkim gab König Palden Thondup (1923-1982) nach anfänglichem Widerstand seine Zustimmung zu der neuen Verfassung. Darin war seine politische Rolle auf die Wahrnehmung repräsentativer Pflichten beschränkt worden. Vom Parlament wurde die Verfassung am 20. Juni gebilligt.
4. Juli
Der deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Erhard Eppler (*1926), trat aus Protest wegen drastischer Kürzungen seines Ressorts bei der Entwicklungshilfe von seinem Amt zurück. Seine Nachfolge trat Egon Bahr (*1922) an.
4. Juli
Der Antrag auf Auflösung des nationalen Druck- und Zeitschriftenverlags von Gerhard Frey (1933-2013) wies das Karlsruher Bundesverfassungsgericht zurück.
4. Juli
Nach sechs Jahren beendete der Landtag in Baden-Württemberg eine Gemeindereform. Ab dem 1. Januar 1975 gab es statt bislang 3.300 nur noch 1.100 selbständige Gemeinden.
5. Juli
Im Rahmen dreier Abkommen über finanzielle und technische Zusammenarbeit sowie den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen sicherte die deutsche Bundesregierung Ägypten Kapitalhilfekredite in Höhe von rund 500 Millionen DM bis 1976 zu.
5. Juli
Die britische Regierung überließ Nordirland die Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung, die Vorschläge für die zukünftige nordirische Regierung erarbeiten sollte. Die Beteiligung der Katholiken an der neuen Provinzregierung war vorgegeben.
5. Juli
In Wimbledon (Großbritannien) gewann die US-Amerikanerin Chris Evert (*1954) das Damen-Finale gegen die sowjetische Spielerin Olga Morosowa (*1949) 6:0, 6:4 bei den Internationalen Tennismeisterschaften.
6. Juli
Zur Überwindung der Wirtschaftskrise beschloss die Regierung Italiens ein Programm, dessen wichtiger Bestandteil die Sonderabgaben für Besitzer von Autos, Motorrädern, Booten, Privatflugzeugen und Wohnungen waren. Der Benzinpreis wurde von 260 Lire (1,04 DM) auf 300 (!,20 DM) pro Liter erhöht.
6. Juli
In Wimbledon (Großbritannien) schlug der US-Amerikaner James S. „Jimmy“ Connors (*1952) im Herren-Einzel seinen Gegenspieler aus Australien Ken Rosewall 6:1, 6:1, 6:4 im Finale der Internationalen Tennismeisterschaften von Großbritannien.
7. Juli
Die regierende Liberal-Demokratische Partei konnte bei den Teilerneuerungswahlen zum japanischen Oberhaus ihre absolute Mehrheit nur knapp verteidigen. Die Ursache der Stimmenverluste war die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die hohe Inflationsrate.
7. Juli
Durch einen 2:1-Sieg über die Niederlande gewann die deutsche Mannschaft in München bei der Fußballweltmeisterschaft zum zweiten Mal seit 1954 den Titel.
8. Juli
Die Liberale Partei unter dem bisherigen Premierminister Pierre Elliott Trudeau (1919-2000) gewann bei den kanadischen Parlamentswahlen überraschend die absolute Mehrheit.
8. Juli
Die Universität Kiel richtete als erste Hochschule der Bundesrepublik Deutschland eine Berufsberatungsstelle ein, die über das gesamte Arbeitsplatzangebot der Bundesanstalt für Arbeit informieren konnte. Die Hochschule strebte vor allem eine bessere Beratung der Studienabbrecher an.
9. Juli
In Bolivien ernannte der Präsident Hugo Banzer Suárez (1926-2002) ein neues Kabinett. Es bestand ausschließlich aus Offizieren.
9. Juli
Die Journalistin Beate Klarsfeld (*1939) wurde vom Kölner Landgericht wegen versuchter Entführung eines ehemaligen Gestapo-Chefs zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe war ohne Bewährung verhängt worden.
9. Juli
Aus wirtschaftlichen Gründen beschloss die französische Regierung, den Ozeandampfer „France“ stillzulegen. Das bis dato mit 315 Metern längste Passagierschiff der Welt war 1957 von der Regierung Frankreichs in Auftrag gegeben worden und 1960 hatte es seinen Betrieb aufgenommen.
10. Juli
In Chile stellte Staatschef Augusto Pinochet Ugarte (1915-2006) sein neues Kabinett vor. Dem gehörten 14 aktive oder ehemalige Offiziere und drei Zivilisten an. Kurz nach der Ernennung von Pinochet zum Staatschef war die bisherige Regierung zurückgetreten.
10. Juli
Der arabische Ölboykott gegen die Niederlande war nach neunmonatiger Dauer aufgehoben worden. Die Erdöl-Liefersperre war während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 mit der Begründung verhängt worden, dass die Niederlande Israel unterstützt hätten.
10. Juli
In Großbritannien trat ein neues Preisgesetz in Kraft. Dadurch erhielt die Regierung unter anderem die Vollmacht, einzelne Nahrungsmittel mit bis zu 700 Millionen Pfund (4,2 Milliarden DM) zu subventionieren. So sollte eine Verteuerung vermieden oder begrenzt werden.
10. Juli
In München stiftete der Kunsthändler Günther Franke (1900-1976) der Staatsgalerie „Moderne Kunst“ 29 Bilder und eine Skulptur des deutschen Expressionisten Max Beckmann (1884-1950). Die Galerie verfügte nun über die größte Beckmann-Sammlung in Europa.
11. Juli
Der Premierminister von Bangladesch Mujibur Rahman (1920-1975) entließ neun Minister, um die Regierungsarbeit zu effektivieren. Die Ressorts für Jute, Schifffahrt und zivile Luftfahrt übernahm Rahman selbst. Ihm unterstanden bereits die Ministerien für Verteidigung, Information und Kabinettsangelegenheiten.
11. Juli
Der portugiesische Staatspräsident António Sebastião Ribeiro de Spinola (1910-1996) entließ aufgrund interner Differenzen das provisorische Kabinett. Der Ministerpräsident des Landes, Adelino da Palma Carlos (1905-1992) war bereits am 9. Juli zurückgetreten, weil der Staatsrat seine politischen Vollmachten nicht erweitert hatte.
11. Juli
Die Regierung Großbritanniens gab den Bau von sechs dampferzeugenden Schwerwasserreaktoren in Auftrag. Die Kernenergie sollte in den nächsten Jahren bei der Stromversorgung des Landes den Vorrang haben.
11. Juli
In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad wurde die erste gemeinsame Handelskammer Jugoslawiens und der USA eröffnet. Der Zweck der Einrichtung war die Erweiterung des Handelaustausches. Die Einrichtung wurde am 23. Juli durch einen amerikanisch-jugoslawischen Wirtschaftsrat in New York ergänzt.
12. Juli
Erstmals lief die Filmsatire „Monsieur Verdoux“ von Charlie Chaplin (1889-1977) in bundesdeutschen Kinos.
12. Juli
An der bulgarischen Grenze erhielten Autofahrer, die durch die Bulgarien in die Türkei reisen wollten, wieder ihr Transitvisum. Die Regierung hatte eine Regelung vom Mai aufgehoben, nach der Grenzbeamten nur bei gleichzeitigem Kauf von Hotelgutscheinen Touristenvisa ausstellen durften.
13. Juli
Die stärkste Urlaubswelle auf den Fernstraßen des Bundesgebietes führte in diesem Jahr zu Staus von bis zu 40 Kilometern Länge.
14. Juli
Die Regierung Japans rief ihren Botschafter in Süd-Korea zurück. Die Ursache dafür lag in dem Antrag auf 20 Jahre Haft für zwei Japaner, die vor dem südkoreanischen Sonderkriegsgericht der Beteiligung an einem Umsturzversuch angeklagt worden waren.
14. Juli
Seit der Ausrufung des afrikanischen Staates Burundi als Republik im Jahr 1966, wurde nun vom Präsidenten Michel Micombero (1940-1983) die erste Verfassung verkündet. Darin war festgelegt worden, dass der Generalsekretär der Einheitspartei „Unitè pour le Progrés National“ jeweils das Amt des Staats- und Regierungschefs übernehmen sollte.
14.Juli
Der Rostocker Überseehafen wurde von den DDR-Behörden als neuer Grenzübergang für Güterfahrzeuge im Transitverkehr eröffnet.
15. Juli
Die griechisch-zyprische Nationalgarde, die von griechischen Offizieren befehligt wurde, stürzte die Regierung Zypern unter Erzbischof Makarios III. (1913-1977). Der Putsch geschah in Absprache mit der 1967 durch einen Staatsstreich an die Macht gelangten griechischen Militärjunta.
15. Juli
Die Bundesversammlung der tschechoslowakischen Republik billigte in der Hauptstadt Prag nach dem Deutschen Bundestag den deutsch-tschechoslowakischen Normalisierungsvertrag. Das Abkommen trat am 19. Juli nach dem Austausch der Ratifizierungsurkunden in Kraft.
15. Juli
Der 4. Rahmenplan für den Hochschulbau in der Bundesrepublik wurde von Bund und Ländern gebilligt. Erstmals enthielt er einen Maßnahmekatalog. Danach war vor allem vorgesehen, dass die Öffentlichkeit über die zunehmend schlechteren Studienchancen informiert werden sollte.
16. Juli
In der Liberal-Demokratischen Regierungspartei Japans brach ein Führungskampf aus. Finanzminister Takeo Fukuda (1905-1995) trat zusammen mit anderen Staatsministern aus der Regierung von Premier Kakuei Tanaka (1918-1993) aus, dem sie die Hauptschuld an den schweren Wahlverlusten vom 7. Juli gaben.
16. Juli
In der französischen Hauptstadt Paris ernannte der Präsident des Landes, Valéry Giscard d’Estaing (*1926) die Chefredakteurin der Wochenzeitschrift „L’Express“, Françoise Giroud (1916-2003), zur Staatssekretärin für Frauenrechte.
16. Juli
Der bis dato weltgrößte Kernreaktor mit 1127 Megawatt Endleistung ging im hessischen Biblis an Netz. Der Atommeiler sollte die Stromversorgung für 2 Millionen Menschen sichern.
17. Juli
Der Bayerische Landtag verabschiedete mit 135 zu elf Stimmen ein neues Lehrerbildungsgesetz zur Beseitigung des Ausbildungssplitting. Lehrer sollten in Zukunft nicht mehr schulartspezifisch, sondern stufenbezogen ausgebildet werden.
17. Juli
Der Iran erwarb 25,04 Prozent der Aktien der Bochumer Krupp-Tochtergesellschaft Hüttenwerke AG.
17. Juli
In einem Grundsatzurteil verbot das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Kündigungen zum Zweck der Mietsteigerung. Mieterhöhungen müssten außerdem an Mieten vergleichbarer Wohnungen gebunden sein. Mit diesem Urteil lehnten die Richter die Beschwerden von Wohnungseigentümern (u. a. Ruhrkohle AG) ab.
17. Juli
In Portugal wurde Oberst Vasco dos Santos Gonçalves (1922-2005) Ministerpräsident. Die „Bewegung der Streitkräfte“ schlug einen radikal sozialistischen Kurs ein. Sie geriet damit in Gegensatz zu António Sebastião Ribeiro de Spinola (1910-1996).
18. Juli
Der portugiesische Präsident António Sebastião Ribeiro de Spinola (1910-1996) vereidigte in Lissabon die neue Regierung, dessen 16-köpfigem Kabinett sieben Offiziere angehörten.
18. Juli
Im Deutschen Bundestag setzte die CDU/CSU-Opposition Änderungen im Steuerreformpaket der SPD/FDP-Regierung durch. Alle Parteien stimmten dem Kompromiss von Bundestag und Bundesrat zu.
18. Juli
Der Bund und das Land Berlin beschlossen die Finanzierung eines zentralen deutschen Filmarchivs mit Sitz in West-Berlin. Die Berliner „Stiftung Deutsche Kinemathek“ und das Bundesarchiv in Koblenz bildeten die Grundlage für den Aufbau.
19. Juli
Der spanische Staatschef General Francisco Franco Bahamonde (1892-1975) übergab in der Hauptstadt Madrid wegen einer schweren Erkrankung seinem designierten Nachfolger Prinz Juan Carlos (*1938) interimistische die Amtsgeschäfte.
19. Juli
Nach 16-tägigem Flug kehrte das sowjetische Raumschiff „Sojus 14“ mit seinen beiden Kosmonauten zur Erde zurück. Zuletzt hatte im Jahr 1971 eine sowjetische Besatzung in einem Raumlabor gearbeitet, jedoch waren die drei Kosmonauten bei ihrem Rückflug in „Sojus 11“ ums Leben gekommen.
20. Juli
Türkische Streitkräfte landeten auf Zypern. Sie lieferten sich Gefechte mit der griechisch-zyprischen Nationalgarde, die am 15. Juli die Insel besetzt hatte.
20. Juli
Die beiden führenden Banken Norddeutschlands, die Hamburger Vereinsbank und die Westbank in Hamburg/Husum fusionierten. Gemeinsam verfügten sie über ein Bilanzvolumen von mehr als 5 Milliarden DM.
21. Juli
Für den Fall, dass die Türkei ihre Kämpfe auf Zypern nicht einstellen würde, drohte die griechische Regierung mit einem Krieg. Innerhalb von 24 Stunden machte Griechenland seine militärischen Kräfte mobil.
21.Juli
Die neue Regierung Belgiens unter Leo Tindemans (*1922) billigte in Brüssel ein provisorisches Regionalisierungsgesetz. Künftig würde es Regionalparlamente für Flandern, Wallonien und für den Großraum Brüssel geben.
21. Juli
Zum fünften Mal gewann der belgische Radrennfahrer Eddy Merckx (*1945) die Tour de France.
21. Juli
In Silverstone (Großbritannien) gewann der Südafrikaner Jody Scheckter (*1950) den Großen Preis von England um die Formel-1-Weltmeisterschaft.
21. Juli
In Hickstead (Großbritannien) gewann der bundesdeutsche Reiter Hartwig Steenken (1941-1978) die Weltmeisterschaft der Springreiter.
22. Juli
Der äthiopische Kaiser Haile Selassie I. (1892-1975) ernannte Mikael Emru (1929-2008) zum neuen Ministerpräsident des Landes. Emru hatte damit das Amt des vom Kaiser abgesetzten Endalkattschäu Mäkonnen übernommen, der unter Anklage gestellt wurde wegen des Vorwurfs, die Spaltung der Armee betrieben zu haben.
22. Juli
Die griechische Regierung und die der Türkei akzeptierten die Vermittlungsvorschläge des Genfer Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und stellten ihre Kampfhandlungen auf der Insel Zypern ein.
22. Juli
Der Berichterstatter des auswärtigen Bundestagsausschusses, Ernst Achenbach (1909-1991) von der FDP, gab seinen Rücktritt bekannt.
22. Juli
In West-Berlin wurde das Umweltbundesamt eröffnet.
23. Juli
In Griechenland brach die Militärdiktatur zusammen. In der Hauptstadt Athen gab Präsident General Faidon Gizikis (1913-1999) den Beschluss der Militärführung bekannt, die Regierung an zivile Politiker übertragen zu wollen. Noch in derselben Nacht wurde der einstige Premierminister Konstantin Karamanlis (1907-1998) erneut als Chef der Regierung vereidigt. Auf westlichen Druck begann in Griechenland die Rückkehr zu einem demokratisch regierten Land.
24. Juli
In Washington entschied der Oberste US-Gerichtshof in Washington in einem Präzedenzfall, dass Präsident Richard M. Nixon (1913-1994) alle im Zusammenhang mit der „Watergate“-Affäre stehenden Tonbänder herausgeben muss. Bis dato hatte sich Nixon geweigert, sie auszuhändigen.
25. Juli
In Griechenland amnestierte die neue Regierung alle politischen Gefangenen. Das Konzentrationslager auf der Insel Jaros wurde geschlossen.
25. Juli
In Genf (Schweiz) begann die Zypernkonferenz mit den Garantiemächten des Inselabkommens von 1959, Großbritannien, Griechenland und der Türkei. Die Außenminister der Länder verhandelten über Zyperns Zukunft. Sie debattierten außerdem über den Abzug der griechischen und türkischen Truppen von der Insel.
25. Juli
Der frühere SS-Führer Otto H. wurde von einem Hamburger Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. H. sei nachweislich an vier Morden im Vernichtungslager Treblinka beteiligt gewesen. Wegen Beihilfe zum Mord wurde ein ehemaliger SS-Sturmbannführer zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Er blieb aber von der Haft verschont.
25. Juli
Mit der Inszenierung von Richard Wagners (1813-1883) Oper „Tristan und Isolde“ begannen in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele. Die schwedischen Sänger Helge Brilioth (1931-1998) und Catarina Ligendzas (*1937) sangen unter Dirigent Carlos Kleiber (1930-2004) die Titelpartien in der Aufführung, die unter der Regie von August Everding (1928-1999) entstand.
25. Juli
Das Gesetz über das Bundesumweltamt in West-Berlin trat nach erneuter Abstimmung mit den westlichen Alliierten in Kraft. Das Bundesumweltamt hatte die Aufgabe, sich vorwiegend mit wissenschaftlichen und organisatorischen Belangen des Umweltschutzes auseinanderzusetzen.
25. Juli
In Uruguay wurde das staatliche Telekommunikationsunternehmen Administración Nacional de Telecomunicaciones (ANTEL) gegründet. Es hatte seinen Sitz in Montevideo.
26. Juli
Die Kämpfe zwischen der Unabhängigkeitsbewegung FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) und portugiesischen Soldaten wurden eingestellt. Die Regierung wurde von Militärtruppen aus Lissabon übernommen. Ziel der FRELIMO war die Unabhängigkeit Portugals.
26. Juli
Nach dem Zusammenbruch der Herstatt-Bank erhielten rund 35.000 Sparer ihr Geld aus dem bundesdeutschen Banken in Höhe von 130 Milliarden DM angelegten „Feuerwehrfonds“ zurück.
26. Juli
In Salzburg begannen die Salzburger Festspiele. Sie dauerten bis zum 30. August.
27. Juli
Dem US-Senat wurde vom Justizausschuss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in Washington empfohlen, gegen Präsident Richard M. Nixon ein Impeachment-Verfahren einzuleiten. Damit wurde erstmals seit mehr als 100 Jahren in den Vereinigten Staaten ein Amtsenthebungsantrag gebilligt. Nixon wurde „Behinderung der Justiz“ in der „Watergate“-Affäre vorgeworfen.
27. Juli
Den portugiesischen Überseegebieten Angola, Guinea-Bissau und Moçambique wurde vom Präsident Portugals António Sebastião Ribeiro de Spínola (1910-1996) das Recht auf „Selbstbestimmung mit allen Konsequenzen, einschließlich jener der Unabhängigkeit“ zugesprochen.
28. Juli
Die bisher staatliche französische Rundfunk- und Fernsehgesellschaft ORTF (Office de Radiodiffusion-Télévision Française) wurde von der französischen Nationalversammlung in sechs autonome Gesellschaften aufgelöst. ORTF stand schon jahrelang wegen „interner Schlamperei und Misswirtschaft“ in Verruf.
28. Juli
Bei den Fecht-Weltmeisterschaften im französischen Grenoble verlor die bundesdeutsche Degenmannschaft das Finale gegen Schweden.
29. Juli
In Italien waren mehr als 100.000 Ärzte in den Streik getreten. Sie protestierten gegen die staatliche Gesundheitsreform, von der sie eine unnütze Bürokratisierung und eine Degradierung ihres Standes zu Angestellten des Gesundheitsdienstes befürchteten.
29. Juli
In München starb der Schriftsteller und Kabarettautor Erich Kästner. Vor allem seine Kinderbücher hatten ihm große Popularität verschafft. Kästner war am 23. Februar 1899 in Dresden geboren worden.
29. Juli
Die Regierung Saudi-Arabiens und die Vereinigten Arabischen Emirat paraphierten in Abu Dhabi ein Abkommen über den Grenzverlauf. Mit diesem Abkommen erkannte Saudi-Arabien den 1971 proklamierten Staat an.
30. Juli
In Rhodesien behielt Regierungschef Ian Smith () mit seiner Partei „Rhodesian Front“ alle Sitze von den 50, die im Parlament vorgesehen waren. Die weiße Minderheitspartei hatte damit den Wahlsieg davongetragen. Dem gegenüber standen für die nächsten fünf Jahre 16 schwarze Parlamentspolitiker.
30. Juli
Beim Leichtathletiktreff „Martin Luther King Memorial“ verbesserte der US-Leichtathlet Richard „Dick“ Wahlhuter im norwegischen Oslo den Weltrekord über 1000 m um 2,2 sec auf 2:13,9 min.
31. Juli
In der US-Hauptstadt Washington ernannte US-Präsident Richard M. Nixon den 41-jährigen Robert Murphy (1894-1978) zum Botschafter in Syrien. Murphy war bisher als Missionschef in Mauretanien aktiv gewesen.
31. Juli
Die Regierung Großbritanniens änderte das drei Jahre alte Gewerkschaftsgesetz. Es wurde u. a. das Arbeitsgericht durch einen sogenannten Schlichtungsapparat ersetzt. Außerdem wurde die gerichtliche Immunität derjenigen Gewerkschaftsmitglieder, die an einem im Ausland stattfindenden Arbeitskampf teilnahmen, abgeschafft.
Juli 1974 in den Nachrichten
Joachim Llambi
MDR
Juli 1974 in Duisburg geboren und verbrachte seine Schulzeit in Duisburg-Neudorf. Nach dem Abitur schloss er 1983 eine Lehre als Bankkaufmann ab und arbeitete an der Düsseldorfer Börse als Aktienmakler. 1997 wechselte er an die Frankfurter Börse ... >>>  
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