Philipp Otto Runge Lebenslauf

Die Norddeutsche Frühromantik
Während in der Epoche der deutschen Romantik neben der Literatur vor allem die Musik eine
vorherrschende Kunst war, gelang es dennoch zwei Malern aus dem norddeutschen Raum, sich als populäre und gefragte Künstler zu etablieren und mit ihrem Stil und ihrem Schaffen ihre eigene Epoche der "Norddeutschen Frühromantik" zu prägen. Der bekanntere Maler der Norddeutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, gelangte vor allem durch seine malerischen Darstellungen von Landschaften, die mit transzendenz-verkündender Symbolik aufgeladen waren, zu Ruhm. Neben Friedrich brillierte vor allem Philipp Otto Runge als bedeutender Künstler der frühen Romantik.
Philipp Otto Runge wurde am 23. Juli 1777 in der Handelsstadt Wolgast als Sohn eines Kaufmanns geboren. Ursprünglich hätte er sich ebenfalls diesem Metier widmen sollen, konnte jedoch seine künstlerischen Ambitionen durchsetzen und nach privatem Zeichenunterricht seine Studien an Kunstakademien in Kopenhagen und Dresden fortsetzen und vertiefen.
Im Jahr 1810 starb Philipp Otto Runge in Hamburg an Tuberkulose.

Künstlerisches Schaffen und Wirken
Philipp Otto Runge bewegte sich zeitlebens in einem facettenreichen Bezugssystem aus Kontakten zu Künstlern und Gelehrten. So lernte er neben dem anderen Vertreter der Norddeutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, auch Maler wie Johann Gottfried Quistorp kennen, korrespondierte mit dem Fürsten der deutschen Dichtkunst, Johann Wolfgang von Goethe und unterhielt Verbindungen zum romantischen Schriftsteller Ludwig Tieck.

Auch innerhalb seines Schaffens bewegte er sich interdisziplinär. Berühmtheit erlangte Philipp Otto Runge vor allem aufgrund seiner meisterhaften Scherenschnitte, für die sich prominente Persönlichkeiten wie Goethe oder Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer, interessierten und begeisterten. Daneben widmete er sich jedoch auch der Porträtmalerei, betätigte sich als Kunsttheoretiker und verfasste Gedichte und Märchen. Ähnlich wie für seinen Künstlerkollegen Friedrich wurde auch für Runge die Natur in ihrer künstlerischen Abbildung zum Bedeutungsspielraum, der in seinen künstlerischen Werken mit Allegorien und Symbolen aufgeladen wurde.
In seinen theoretischen Arbeiten beschäftigte sich der Künstler auch mit der Farblehre und unterhielt über seine in diesem Bereich gewonnenen Erkenntnisse eine Korrespondenz mit Goethe, der sich ebenfalls für die Thematik interessierte.
Die Kunst sollte nach Ansicht Philipp Otto Runges in ein Bezugssystem zum gesamten Dasein des Menschen gesetzt werden und dieses durchdringen. Aufgrund dessen gilt der Maler und Theoretiker auch als einer der Wegbereiter des sogenannten Gesamtkunstwerks, an dem alle Künste teilhaben.