Badesalz Lebenslauf

Badesalz - die Pioniere der Comedy-Szene
Was zum Beginn der Achtziger Jahre noch eine Nebenbeschäftigung war und Badesalz Theater hieß, wuchs im hessischen Raum (und längst darüber hinaus) zu einem namhaften Komikerduo heran – „Badesalz“.
Henni (Hendrik) Nachtsheim (* 15. März 1957) und Gerd Knebel brachten Humor auf die Bühne, der nicht nur durch den Dialekt der Künstler, sondern auch durch die unvergleichliche Alltäglichkeit der Sketch-Inhalte lebt. Seit rund drei Jahrzehnten sind sie im Bereich Comedy unterwegs, einer Kunstgattung in Sachen Humor,
deren Begrifflichkeit erst viel später aufkam. Mit einem Wort: Sie waren Comedy-Vorreiter und Comedians, als es noch gar keine gab. Dafür gibt es sie immer noch und was das Salz in der Suppe ist, das ist Badesalz im Heiterkeits-Genre.
Beide Humoristen waren zum Gründungs-Zeitpunkt ihres Duos hauptberuflich zwar auch künstlerisch beschäftigt, aber doch ein wenig anders. Henni Nachtsheim war bei „Rodgau Monotones“ als Sänger und Saxophonist aktiv und Gerd Knebel gehörte als Sänger und Texter zur Gruppe „Flatsch“, wobei er dort schon mit seinen satirischen Texten brillierte.
Unter dem Namen „Badesalz“ trat das Duo (nach ungenauen Angaben) im Dezember 1982 erstmals auf. Dieses Debüt fand im „Sinkkasten“ statt, einem Frankfurter Musiklokal. Über ihren Anfang erzählen die beiden hessischen Comedians auf ihrer Webseite die unterschiedlichsten, eigenen Varianten, eine absurder als die andere. Doch sie konnten sich durchsetzen, so oder so. Vor allen Dingen prägten sie die deutsche Humorlandschaft entscheidend mit. Nur das zählt.
Wie erfolgreich und kontinuierlich „Badesalz“ über Jahrzehnte sein Publikum zu fesseln verstand und es zu Lachtiraden hinriss oder einem fassungslosen Schmunzeln, das zeigten auch 2012 die ausverkauften Stadthallen und Kulturhäuser.
Als die beiden Künstler in den Achtziger Jahren ihre ersten Live-Auftritte im hr-Fernsehen hatten, ahnte kaum jemand, was daraus werden würde. Doch schon 1991 brachte das Duo eine Schallplatte heraus mit dem Titel „Nicht ohne meinen Pappa“. Das war nach „Och Joh“ (1990) ihre zweite Platten-Veröffentlichung und die schlug mächtig ein. Sie kam in die Charts, was Sprechplatten nicht oft gelang und ging so oft über den Ladentisch, dass sie Goldstatus erreichte. Ihr Humor kam an, die Fans konnten
nicht genug davon bekommen. Dann kam 1996 der Kinofilm „Abbuzze! Der Badesalz-Film“ auf die Leinwand, der den Erfolg der Zweierkombination noch maximierte.
Von da an war „Badesalz“ auch immer wieder mit Comedy-Serien im TV zu sehen, sie liehen ihre unverkennbaren Stimmen Synchronrollen und spielten Gastrollen in verschiedenen Filmen und Serien. In den Jahren zwischen 1985 und 2010 entstanden zehn Bühnenprogramme, die das Duo vor ausverkauften Häusern spielten und ihren Fankreis damit stetig erweiterten. Längst sind sie Kult geworden, die Pioniere des schrägen Humors, den man sich hüten sollte, als Blödel-Humor einzuordnen.
Der R.SH-Gold (Radio Schleswig-Holstein), der bis zum Jahr 2000 jährlich verliehen wurde, ging 1997 an „Badesalz“ und 1998 wurde das Duo mit dem ECHO in der Kategorie „Comedy“ ausgezeichnet.
Das Bühnenprogramm, mit dem „Badesalz“ 2004 auf Tournee ging, trug den Titel „Das Baby mit dem Goldzahn“. Den gleichen Titel trägt die DVD, die 2009 auf den Markt kam, allerdings vorab keine Kinopremiere hatte. Dem erfolgreichen Verkauf tat das keinen Abbruch. Und die Tatsache, dass namhafte Humor-Kollegen mitwirkten, bezeugte letzthin nur, dass „Badesalz“ in der Branche einen hohen Stellenwert hat.
Die Alben, Singles und DVD von den Programmen, die in den Jahren entstanden, konnten sich immer wieder in den deutschen Charts platzieren. Und eines ist sicher: „Badesalz“ ist ein unverzichtbares Gewürz im Geköchel der Comedy-Szene, die nicht so leicht wieder einen solches Langzeit-Duo hervor gebracht hat.
Seit 2010 ist das Duo auf Bühnen-Tour mit „Bindannda!“.